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Viel Ärger mit Hundehaufen in Niederwürzbach

Hier stinkt es gewaltig : Der ewige Ärger mit den Hundehaufen

In Niederwürzbach gibt es laut Ortsvorsteherin Petra Linz einige neuralgische Stellen. Dem Problem sei wohl kaum beizukommen.

Harald Hauth aus St. Ingbert hat uns einen Brief geschrieben. Er schildert ein Problem, das viele Leute ärgert – und bei ihnen teils auch gewaltigen Brechreiz und Ekel erzeugt. „Vor dem DRK-Haus des OV Niederwürzbach stinkt es gewaltig“, schreibt unser Leser. Die Detail, die folgen, sehen so aus:

„Donnerstag auf Freitagnacht. Einsatz-Alarm für unseren DRK- Ortsverein. Personensuche. Nach kurzer Vorbereitung und dem Beladen von zwei DRK-Fahrzeugen geht’s los. Unterwegs, nach ein paar Kilometern Fahrt, meint mein Beifahrer: „Hier stinkt es aber gewaltig nach Hundeschei.....“ Mein Kollege auf der Rückbank bestätigt es. Auch ich rieche es ganz stark. Furchtbarer Gestank! Egal, wir müssen zum Einsatz. Gegen 5 Uhr ist er erfolgreich beendet. Im DRK-Fahrzeug stinkt es immer noch ganz erbärmlich.

Im DRK-Haus in Niederwürzbach angekommen, wird uns allen klar, warum das so ist: Vor unserer Fahrzeughalle liegen zwei riesengroße Hundehaufen – platt getreten. Und noch ein Haufen auf dem Gehweg. Na prima. Macht sich super, mit einem stinkenden Einsatzfahrzeug zu einem Notfall zu fahren. Gott sei Dank hatten wir keinen Patienten zu transportieren. Jetzt heißt es zuerst mal Stiefel reinigen, und dann – noch viel schlimmer – Auto-Fußmatten reinigen. Toll, wäre ja auch zu schön gewesen, nach Hause zu fahren um noch etwas zu schlafen, bevor es wieder zur Arbeit geht. Machen wir ja alles ,nur’ ehrenamtlich.

Den Hunden mach’ ich keinen Vorwurf, die können ja nichts dafür. Aber den Herrchen! Ist es denn zu viel verlangt, ein Tütchen zur Hand zu haben und den Kot ihres Vierbeiners einzusammeln? Ich wünsche den Hundehaltern, denen das alles egal ist, dass mal ihr Wohnzimmer mit dem wunderschönen Teppich auch so besudelt wird, mit dem dazu passenden Geruch. Heißt also, vorm nächsten Einsatz aufpassen und schön drumherum laufen.“

Wir haben Petra Linz, die Ortsvorsteherin von Niederwürzbach kontaktiert und um Stellungnahme gebeten. Mit der Frage, wie es mit dem Hundehaufen-Problem in ihrem Stadtteil ausschaut. Sehr dankbar sei sie Harald Hauth, sagt Linz, für dessen öffentlichen Äußerungen, sie gehe aber davon aus, dass sich nichts ändern wird.

„Manchmal habe ich das Gefühl, ich definiere mich nur noch über nicht entsorgten Hundekot, über falsch parkende und zu schnell fahrende Autos. Zu schnell fahrende Autos haben wir durch viele verschiedene Maßnahmen (30er Zonen, Geschwindigkeitsanzeigetafeln und Geschwindigkeitsmessungen mit geahndeten Verstößen) ganz gut in den Griff bekommen. Falsch parkende Autos, die insbesondere Bürgersteige für Fußgänger und Rad fahrende Kinder blockieren, sind ein Problem und werden es immer sein.“

Und nun zu den Hinterlassenschaften der Vierbeiner. „Zu schnell fahrende Menschen, falsch parkende Menschen und Menschen sind es, die den Hundekot nicht beseitigen. Diese Menschen haben ein Problem, sich an die Regeln zu halten und beeinträchtigen damit andere. Bürgersteige werden voll gekackt beziehungsweise Kinder können nicht mehr ungezwungen über Grünflächen laufen und dann auch mal hinfallen. Immer die Angst der Eltern im Nacken, sie würden in einen Haufen fallen. Hundekot kann sehr gesundheitsschädlich, insbesondere für Kleinkinder sein“, erklärt die Ortsvorsteherin. Und: Schwerpunkte seien immer dort, wo sich eine Grünfläche anbietet. So etwa in der kompletten Würzbachhallenstraße, in der sich auch das DRK-Haus befindet beziehungsweise die Würzbachhalle. Natürlich auch rund um den Würzbacher Weiher, um die Gebäude der Kita und Schule, in der Kirkeler Straße am Standort der Grubenlok und der gegenüberliegenden Pflanzinsel und an anderen Ruheplätzen und Pflanzinseln.

Petra Linz: „Wir haben Schilder mit dem Hinweis aufgestellt, dass Hundekot zu entsorgen ist, andernfalls droht ein Bußgeld. Doch wie Schilder nun mal sind, sie werden gelesen, aber nur eine direkte Anzeige mit einem Bußgeld wirkt. Hier scheuen sich Mitbürger, Anzeige zu erstatten, also bleibt alles beim Alten. Ich selbst habe bereits mehrmals Hundehalter auf die Entsorgung hingewiesen und dabei meine Erfahrungen gemacht. Von Einsicht bis hin zu frechen Kommentaren. Der Brüller war aber, dass ein Hundehalter nach meinem Hinweis und des Nichtvorhandenseins einer Hundekottüte die Hinterlassenschaften in ein Taschentuch eingewickelt und in die Tasche gesteckt hat.“

Pflichtbewusste Hundehalter, die die Hinterlassenschaften in Hundekottüten packten, würden diese dann aber auch in öffentliche Abfalleimer werfen, was weder für die Mitarbeiter des Bauhofes noch für die Stadtteilmitarbeiter prickelnd sei, diese zu leeren. Man sollte sie auf jeden Fall daheim entsorgen.

Petra Linz, die Ortsvorsteherin von Niederwürzbach. Foto: Inge Schmidt

„Also die unendliche Geschichte ...“ – mit diesem letzten Satz der Ortsvorsteherin von Niederwürzbach, der wenig Trost beinhaltet, ist eigentlich schon alles gesagt.