Blieskastel : Landrat stellt Verkehr auf den Prüfstand

Theophil Gallo sieht eine Gesamtbetrachtung der Verkehrssituation als erforderlich an.

Die Probleme im kreisweiten Straßenverkehr, die die Stadt Blieskastel in ihrem Forderungskatalog an den Saarpfalz-Kreis thematisiert, sind der Kreisverwaltung bekannt und werden nicht ignoriert. Das hat Landrat Theophil Gallo mitgeteilt. Allein die Hauptverkehrsachse im Saarpfalz-Kreis, die B 423, berge mehrere Gefahrenstellen und entsprechende Handlungswünsche – insbesondere was Tempo-30-Zonen anbelangt – seien an die Kreisverwaltung von verschiedenen Entscheidungsträgern und Interessengruppen herangetragen worden. Grundsätzlich sind nach Auffassung von Landrat Theophil Gallo punktuelle Lösungen nicht zielführend, da immer auch von Wechselwirkungen ausgegangen werden müsse. Daher habe er auch eine Gesamtbetrachtung der Verkehrssituation im Saarpfalz-Kreis angeordnet. Mit dem Ergebnis möchte der Landrat nun zeitnah auf die Kommunen zugehen, um gemeinsam mit ihnen im Rahmen der Möglichkeiten die Verkehrssituation zu verbessern und beispielsweise auch alternative Messmöglichkeiten zu prüfen. „Auch andere präventive Lösungsansätze – wie das Aufstellen von Geschwindigkeitsmesstafeln – sollen forciert werden. Hiermit kann auch eine detailliertere Datenerhebung kombiniert werden. Insgesamt ist eine valide, ortsbezogene Datenbasis als objektive Entscheidungsgrundlage absolut erforderlich“, so Gallo in einer Presseerklärung.

Was den Schwerlastverkehr auf der B423 betrifft, so sei eine erhöhte Belastung unverkennbar. Die Verkehrslast werde von den unterschiedlichsten Faktoren bestimmt, wie beispielsweise dem allgemeinen Verkehrsverhalten, der Lage von Versorgungseinrichtungen oder der Anbindung von Industrie- und Wirtschaftsstandorten. Auch die Grenzlage der B423 spiele eine entscheidende Rolle. In Frankreich dürften Großraum- und Schwertransporte beispielsweise nicht über die Autobahnen fahren, so dass sich dieser Verkehr von dort unmittelbar auf den Verkehr auf der B423 auswirke. In diesem speziellen Fall werde auch die Maut keine unmittelbaren Auswirkungen haben. Dennoch sehe der Landrat das Thema Maut grundsätzlich – nicht nur bezogen auf die Kontrollmöglichkeiten – als einen zentralen Punkt bei der Steuerung des Schwerlastverkehrs und des Lkw-Verkehrs insgesamt an. „Es sollte neben der konsequenten Kontrolle auf Bundestraßen auch über weitere Ausnahmen bei der Mauterhebung auf Autobahnen in Ballungs- und Grenzräumen nachgedacht werden, um auch für eine Entlastung auf den Landesstraßen zu sorgen. Eine Sperrung von Landesstraßen mag zwar auf den ersten Blick hinsichtlich der Entlastung bestimmter Ortsteile logisch erscheinen, löst das Problem insgesamt aber nicht. Der Lkw-Verkehr wird sich zu Lasten anderer Orte Ausweichmöglichkeiten suchen. Darüber hinaus müssen Sperrungen auch überprüft werden, was wiederum Ressourcen verlangt, welche auch nicht ohne Weiteres vorhanden sind“, erklärt der Landrat.

Auch wenn der Saarpfalz-Kreis betreffend der Lkw-Maut keine unmittelbaren Zuständigkeiten habe, wolle Gallo mit den verantwortlichen Stellen Kontakt aufnehmen und aus Sicht des Kreises sinnvolle Maßnahmen in diesem Bereich anregen oder beantragen. Der Landrat werde sich auch in Zukunft in Sachen Verkehrsberuhigung im Kreis engagieren, heißt es abschließend.