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Verkehrshelfer sichern den Schulweg in Mimbach

Verkehrshelfer in Mimbach : Verkehrshelfer sichern den Schulweg

Der Zebrastreifen in der Breitfurter Straße in Mimbach ist eine gefährliche Stelle. Den sichern jetzt in den Spitzenzeiten Ehrenamtliche ab.

Es ist Dienstagmorgen, der erste Schultag nach den Herbstferien. Durch die Zeitverschiebung ist es zwar schon etwas heller, aber die Lage in der Breitfurter Straße ist brandgefährlich. Es kommt hier immer wieder zu brenzligen Verkehrssituationen, besonders auch am Morgen, wenn der Berufsverkehr stark anschwillt und Kinder, ältere oder auch behinderte Menschen den Zebrastreifen an der alten Schule überqueren. Mehrere Unfälle gab es in den letzten Wochen, zuletzt wurde ein achtjähriges Kind auf diesem Zebrastreifen angefahren und musste mit schwersten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden.

Deshalb ist der Ortsrat mit Ortsvorsteher Gerd Weinland sehr besorgt und möchte die Verkehrssituation verbessern. Ein erster Schritt wurde nun zum Schulanfang nach den Herbstferien gemacht: Sogenannte Verkehrshelfer sollen zu den Verkehrsspitzenzeiten den Fußgängerüberweg absichern. Am ersten Schultag nun mussten die Verkehrshelfer sozusagen ihre erste Bewährungsprobe meistern. Unterstützt wurden sie von den Polizeibeamten Martin Hein-Lorenz und Uwe Grub. Diese sorgten dafür, dass sich die ehrenamtlichen Verkehrshelfer bei ihren ersten Einsätzen sicher fühlen konnten. „Es hatte zunächst eine theoretische Schulung gegeben, in der ersten Ferienwoche der Herbstferien haben wir dann praktische Übungen hier am Überweg durchgeführt“, erläuterte Polizist Martin Hein-Lorenz die Vorgehensweise. „Wir haben spontan sieben Freiwillige gefunden, die sich für diese Aufgabe bereit erklärt haben“, erzählte Ortsvorsteher Gerd Weinland. Früher habe man diese Helfer Schülerlotsen genannt, aber: „Es sind ja Erwachsene und keine Schüler, die diesen Dienst machen. Und Elternlotsen hätte sich auch seltsam angehört. Deshalb heißen die Freiwilligen jetzt Verkehrshelfer“, erläuterte er. Unter dem Motto „Das Leben ist nicht verhandelbar – Forderung nach Einführung ein Tempo-30-Zone“ will der Ortsrat nun Druck machen. Dazu muss man wissen, dass im ehemaligen Schulhaus bis vor ein paar Jahren noch Klassen der Breitfurter Grundschule untergebracht waren, später auch die Freiwillige Ganztagsbetreuung. Zu dieser Zeit gab es auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometern pro Stunde an dieser verkehrsreichen Stelle. Als die Grundschule die ehemalige Mimbacher Schule nicht mehr benötigte, fiel auch die Geschwindigkeitsbegrenzung. Sehr zum Leidwesen der Männer und Frauen im Ortsrat.

„Neben den Schulkindern, die nach Breitfurt oder Blickweiler an die Grundschulen oder auch an weiterführende Schulen nach Blieskastel, Homburg oder Zweibrücken fahren, benutzen auch viele ältere und behinderte Menschen diese Bushaltestelle. Denn diese wurde erst vor kurzem zu einer barrierefreien Haltestelle umgebaut“, erläuterte der Ortsvorsteher die Situation noch einmal detailliert. Der Ortsvorsteher schilderte einige stressige Situationen an der Bushaltestelle, wo sogar während einer Begehung mit Polizeibeamten noch Überholvorgänge am Verkehrsüberweg stattfanden. Ende August hatte Ortsvorsteher Gerd Weinland noch einmal eine Lagebesprechung vor Ort mit Vertretern des Saarpfalz-Kreises und der Polizeidienststelle Blieskastel. Wie Gerd Weinland mitteilte, hätten Verkehrszählungen mittlerweile ergeben, dass das Verkehrsaufkommen in Mimbach ähnlich hoch sei wie auf der ebenfalls stark überlasteten B 423 im benachbarten Webenheim. „Auch die Initiative der EU zur Lärmreduzierung durch Tempo-30-Zonen in unserer stark befahrenen Ortsdurchfahrt wurde bisher vom Landesbetrieb für Straßenbau immer wieder abgelehnt“, resümiert der Ortsvorsteher frustriert.

„Es muss halt immer erst etwa passieren“, kommentierte auch der Polizeibeamte Grub den oft zunächst schleppenden Verlauf solcher Maßnahmen. Aber mit den Verkehrshelfern ist nun ein kleiner Schritt gemacht: „Mein Kind geht zur Grundschule und benutzt auch diese Haltestelle. Deshalb habe ich mich auch als Verkehrshelferin bereit erklärt. Schließlich ist mir die Sicherheit der Kinder sehr wichtig“, so die frisch gebackene Verkehrshelferin Susanne Rebmann.