Verjüngungskur fürs Altstadtfest

Auch diesmal gab es mehrere Schwerpunkte beim Blieskasteler Altstadtfest. Man will ein „nachhaltiges“ Fest, das Müllaufkommen sollte erheblich verringert werden. Neu war das Angebot der grünen Jugend.

Auch beim 39. Blieskasteler Altstadtfest gab es ein beherrschendes Gesprächsthema: Alle redeten vom Wetter, beeinflussen konnte es indes niemand. Und so waren zumindest der Eröffnungsabend am Freitag und auch der Samstag immer wieder geprägt von richtig kräftigen Regenschauern. Selbst wenn es Blieskastels Ortsvorsteher Jürgen Trautmann sportlich nahm, wenn er meinte, dann würde schneller getrunken, damit das Bier vom Regen nicht verdünnt wurde - dünn waren zunächst auch die Gästezahlen. Gestern am verkaufsoffenen Sonntag spielte dann das Wetter mit, was auch mehr Besucher anlockte.

Noch trocken konnte Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener das Fest am Freitag eröffnen. Aber das Bier wollte zunächst nicht fließen. Jean-Francois Dubrion vom Partnerschaftskomitee aus Blieskastels Partnerstadt Le Creusot war für den Fassbieranstich vorgesehen. Aber wenn man aus der Weingegend Burgund kommt, dann hat man mit Bierfässern nicht so viel Erfahrung. Also musste Georg Schmidt von der Karlsberg-Brauerei unterstützend eingreifen, bevor dann das erste Festbier fließen konnte. Der Franzose durfte immerhin den Holzhammer als Souvenir behalten.

Auch die Schützen waren offensichtlich falsch instruiert, denn die wohl unvermeidlichen Böllerschüsse knallten direkt in die Eröffnungsrede der Bürgermeisterin. Annelie Faber-Wegener ließ sich indes nicht aus dem Konzept bringen, erläuterte die "Verjüngungskur" des Altstadtfestes. Man will ein "nachhaltiges" Fest, das Müllaufkommen sollte erheblich verringert werden. Also sah man überall grüne Tonnen, auch der Schlangenbrunnen diente hier als Kulisse. Dort war das Angebot deutlich abgespeckt, aber das Bistro Pompier der Feuerwehr war ein schöner Stand, ein echter Hingucker.

Wenngleich die Kulisse dahinter mit Kühlwagen, besagter grüner Tonne und Feuerwehrfahrzeug den Gesamteindruck ein wenig schmälerte. Und wenn man sich seitens der Festleitung bemühte, die wieder verstärkte Teilnahme von Vereinen herauszustellen, so gab es auf der anderen Seite auch Verärgerung bei den Gewerbetreibenden am Schlangenbrunnen. Rainer Schetting vom Marketing-Verein beklagte die hohen Kosten, die man den Anliegern für das Fest zusätzlich aufbürden wollte, während man die Vereine mit günstigen Tarifen lockte.

Ergebnis: Schetting hatte nur in seinem Laden bestuhlt, die Pizzeria schloss gleich komplett während des Altstadtfestes. Ansonsten merkte der Besucher eigentlich wenig von den Änderungen, und es blieb die Teilung des Festes in mehrere Schwerpunkte, dazwischen viele leere Stellen. Aber es gab auch Positives zu vermelden: Neu war das Angebot der grünen Jugend hinter dem früheren Amtsgericht, auch das Angebot von Fichtner/Blanck mit der Öffnung des Hinterhofes (früher "Eisen Rebmann") war eine echte Bereicherung. Und diese Angebote gilt es zu pflegen, stehen doch sie als Alleinstellungsmerkmal gerade für das Blieskasteler Stadtfest.

Die Hans-Werner-Latz-Band am Eröffnungsabend auf der Bühne am Luitpoldplatz.

Die Kinder hatten ihren Spaß mit Liedermachern und Kindertheater, eine logopädische Praxis sorgte für einen Kinderjahrmarkt. Am Schlangenbrunnen erinnerte man gestern schließlich noch an die ruhmreiche Geschichte Stadt, dazu gab es ein entsprechendes Musikprogramm.