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Verein Saarpfalz-Kultur fördert politische Bildung an Schulen

Für Toleranz und Nachhaltigkeit : Damit Demokratie nicht nur ein Wort ist

Der Verein Saarpfalz-Kultur fördert Projekte für Schüler zu politischer Bildung, Nachhaltigkeit und Toleranz.

Noch ist die Schulhymne im Werden, und bis der interkulturelle Schulgarten der Geschwister-Scholl-Gemeinschaftsschule in Blieskastel in voller Blüte steht, wird es noch ein bisschen dauern. Aber die Saat ist gelegt, sozusagen. Und Ideen zur Umfrage rund um die Themen „Toleranz, Demokratie und Nachhaltigkeit“ gibt es auch schon. All diese Projekte eint ein spezielles Programm. Die Geschwister-Scholl-Gemeinschaftsschule ist in diesem Schuljahr Kooperationspartner des Vereins Saarpfalz-Kultur beim Projekt „Demokratie, Toleranz und Nachhaltigkeit“. In jedem Schuljahr wird eine Schule aus dem Saarpfalz-Kreis Projektschule; im vergangenen Jahr war es die Homburger Robert-Bosch-Schule, berichtet Ralph Schäfer, der die Arbeit des Vereins Saarpfalz-Kultur beim Besuch in der SZ-Redaktion vorstellte.

Mit dem Projekt „Demokratie und Toleranz“, das in diesem Jahr noch um den Aspekt der „Nachhaltigkeit“ erweitert wurde, will der Verein politische Bildung für Jugendliche erlebbar machen. Denn: Nein, „Politik und politische Bildung, das ist kein trockenes Brot“, meint auch Schäfer, sondern im Gegenteil, „ein sehr spannendes Feld“ – wenn man es denn richtig präsentiert und den Jugendlichen den Zugang dazu öffnet. Gerade, was Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte angehe, da sei bei vielen Jugendlichen ein zunehmendes Bewusstsein vorhanden, natürlich auch befördert durch die Fridays-for-Future-Bewegung. Die Werte der demokratischen Gesellschaft klarzumachen und dafür einzutreten, dazu sollen auch die Schulprojekte des Vereins motivieren.

Projektleiter Willi-Günther Haßdenteufel, Homburger VHS-Chef und Ex-Didaktik-Leiter des Gymnasiums Johanneum, erklärte beim Abschluss des Projektes an der Robert-Bosch-Schule in Homburg (wir berichteten): „Demokratie sollte nicht nur als politisches Prinzip und Staatsform verstanden werden, sondern als Lebensform, in der wichtige Grundwerte gelten“. Entscheidend sei hier vor allem die Toleranz.

Nadine Müller (l.) und Monika Mura (r.) von Saarpfalz-Kultur bei einer Vernissage mit Künstlern und Marika Flierl (2.v.r.) vom Geschäftsbereich Kultur, Bildung und Familie der Stadt St. Ingbert und Leiterin Biosphären-VHS.  Foto: Cornelia Jung

Die sehr gute Resonanz aller Beteiligten auf das Projekt an der Robert-Bosch-Schule habe gezeigt, dass der eingeschlagene Weg wohl der richtige sei, sagt Schäfer; wobei der Verein den Schulen kein festes Programm vorgibt, sondern „jede Schule kann eigene Schwerpunkte setzen und eigene Ideen einbringen“. An der Geschwister-Scholl-Gemeinschaftsschule betreut federführend Daniel Peters, Ethik- und Musiklehrer, das Projekt. Bislang sind fünf Module geplant: die Aufnahme einer CD – Schülerinnen und Schüler setzen sich mit politischer Musik auseinander und komponieren darauf aufbauend einen Song, der nachhaltig als Schulhymne der Gemeinschaftsschule dienen soll. Ein Film wird gedreht, dafür entwickeln die Schüler einen Fragenkatalog, nach dem Passanten in Blieskastel befragt werden sollen zum Thema Demokratie, Nachhaltigkeit und Toleranz. Jugend debattiert das Thema „Demokratie und Nachhaltigkeit“. Und unter der Überschrift „Dialog der Kulturen“ pflanzen die Schüler unter anderem im Schulgarten Pflanzen aus ihren Heimatländern. Laut Daniel Peters sind am Projekt alle 230 Schüler beteiligt. „Schulleitung und Kollegium waren direkt begeistert für dieses Projekt, da es unsere tägliche Arbeit unterstützt und uns zusätzliche Möglichkeiten gibt, den Gedanken der Geschwister Scholl zu leben.“ Man erwarte, so Peters, „dass wir den Horizont der Schülerinnen und Schüler erweitern können, um sowohl demokratisch als auch nachhaltig zu leben.“

Für Nadine Müller, Vorsitzende des Vereins Saarpfalz-Kultur und Beigeordnete der Stadt St. Ingbert, ist es wichtig, dass junge Menschen gerade in der heutigen Zeit „den Wert der Demokratie verinnerlichen“.

Neben den Schulkooperationen habe der Verein auch Ausstellungen, Lesungen und künstlerische Einzelprojekte gefördert, wie Schäfer berichtet. Zudem wurde eine Leseecke für Kinder und junge Menschen eingerichtet, im Büro des Vereins in der Spitalstraße in St. Ingbert, um für Bücher und die Freude am Lesen zu werben.

Das Büro ist die zentrale Anlaufstelle; Monika Mura und Nadine Müller sind Ansprechpartner für Interessenten. Die lebendige Kulturlandschaft im Saarpfalz-Kreis zu erhalten und zu fördern, das gehöre zu den Zielen des Vereins, so Projektleiterin Mura: „Unser Verein widmet sich schwerpunktmäßig der Förderung von Kunst und Kultur im ländlichen Raum.“ Dazu gehörten eben insbesondere auch die Schulprojekte. Hier wolle man nachhaltige Impulse setzen.

Infos und Kontakt: Büro in der Spitalstraße 1-3, St. Ingbert, geöffnet werktags von 10 bis 16 Uhr, E-Mail info@saarpfalzkultur.de, Monika Mura, Tel. (0 68 94) 9 66 59 44