UFO landete mit Oldie-Rock in Blieskastel

Konzert : UFO landete mit Oldie-Rock in Blieskastel

Die britische Band war im Rahmen ihrer „Last Orders“-Tour zu Gast bei den drei „Music Nights“ auf dem Paradeplatz.

Freitagabend in der City der Barockstadt, die an diesem Wochenende für den Verkehr gesperrt ist: Auf dem Paradeplatz, wo sonst Autos parken, befindet sich eine große Bühne. Davor stehen Menschen meist mittleren bis reifen Alters. Sie haben oft graues - manchmal auch langes - Haar, und das Gesicht weist die eine oder andere Falte auf. Manche tragen T-Shirts mit Schriftzügen von Motorhead, Scorpions oder UFO auf dem Rücken. Die Band ist als Höhepunkt des ersten Abends im Rahmen des dreitätigen Festivals „Music Nights Blieskastel“ angekündigt. Das Open Air in der Bliesgau-Metropole ist das erste größere von „Concerts and more“, dem jungen Blieskasteler Unternehmen von Olaf Ehrmanntraut (Purple Haze) und Bernhard Wesely (Stagelight). Ehrmanntrauts Band hat als Vorgruppe die Stimmung mächtig angeheizt.

UFO ist eine legendäre britische Hardrockband, die in den 70ern weltweit große Erfolge feierte. Die Formation wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Aus der Urbesetzung sind nur noch Frontmann Phil Mogg und Drummer Andy Parker dabei. Zum Jahresende will der Sänger aussteigen. Die Band wird sich auflösen. Grund genug, unter dem Titel „Last orders“ (in Anlehnung an die letzte Bestellung in britischen Pubs) auf Abschiedstour zu gehen. Somit ist das die letzte Chance, die Band in unserer Ecke live zu erleben. „Der Bassist Paul Raymond ist vor ein paar Wochen verstorben. Jetzt hat man den von der 2000er Band genommen“, versichert ein Musikfachmann aus Homburg gegenüber unserer Zeitung. Insbesondere die Fans in den vorderen Reihen scheinen mehr als gefiebert zu haben. Sie kennen die Setlist offensichtlich auswendig und stecken die anderen UFO-Fans weiter hinten immer wieder mit ihrer Laune an. Bei „Light’s out“ (ein Titel von 1977) etwa, gehen direkt, als Phil Mogg es angekündigt hat, die Hände hoch. Nicht nur einmal brandet Jubel auf, wenn der Frontmann etwas ansagt. Nicht alle Songs sind rockig. Der ein oder andere Titel ist ruhiger. Doch dann kehrt die Band wieder – wie bei „Only you can rock me“ – zu ihrem klassischen Stil zurück. Auch nach einem halben Jahrhundert bleibt man dem bewährten Rezept der Gitarrenriffs und etlicher Solo-Darbietungen treu. Es kommt nicht selten vor, dass das Publikum nach nur wenigen Takten mitklatscht oder -singt. Und Phil Mogg? Der spielt gern mit dem Mikrofonständer wie bei „Rock Bottom“ und verleiht dem Titel so eine gewisse Note. Dabei singen manche in den vorderen Reihen im Chor. Als Mogg endlich den Klassiker „Doctor, Doctor“ ankündigt wird wieder gejubelt. Irgendwie hat das Ganze etwas von einem Klassentreffen. Immer, wenn der Lehrer auf der Bühne die alten Geschichten anstimmt, kommt Freude auf. Leider ohne Wiederholungsgarantie. „Ich habe sie vor 40 Jahren in Saarbrücken gesehen. Ich finde es toll. Phil Mogg merkt man sein Alter an. Er ist stimmlich aber immer noch gut“, meinte Holger Seng, der mit seinen Kumpels von damals das Konzert besuchte.

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