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SV Alschbach auf den Spuren von Asterix

Fußball-Kreisliga-A : SV Alschbach auf den Spuren von Asterix

Der kleine Fußball-A-Ligist sieht in seinem Hartplatz einen großen spielerischen Vorteil. Und auch die Kameradschaft stimmt – trotz Corona.

Auch die Fußballer des SV Alschbach standen in den vergangenen Monaten aufgrund der Corona-Pandemie kaum einmal auf dem Platz. Bereits die letzte Saison musste vorzeitig abgebrochen werden und endete mit einem siebten Tabellenplatz der Alschbacher. Und die Spielzeit 2020/21 war sogar noch von einer kürzeren Dauer. Die Mannschaft aus dem Blieskasteler Ortsteil durfte lediglich fünf Mal ran.

Zunächst erreichte man in der Kreisliga A Bliestal beim SV Bruchhof-Sanddorf ein 3:3. Es folgte gegen die SG Oberwürzbach-St. Ingbert ein 7:3-Heimerfolg, ehe es beim SV Höchen ein 1:3 gab. Nach einem 2:2 gegen den TuS Lappentascherhof und einem 4:3 bei der DJK Bexbach wurde die Runde aufgrund der wieder gestiegenen Corona-Infektionszahlen zunächt unterbrochen und später schließlich ohne Wertung komplett abgebrochen.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Alschbacher mit acht Punkten Tabellenfünfter. Vor ihnen lagen der SV Bruchhof-Sanddorf (zehn Zähler), TuS Lappentascherhof (13) sowie die beiden noch verlustpunktfreien SV Bexbach und SV Höchen (je 15). Die Zweite hatte zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs in der Kreisliga B Bliestal beide Partien verloren und belegte mit noch null Zählern den letzten Tabellenplatz neun.

 Patrick Stumpf ist Trainer des SV Alschbach.
Patrick Stumpf ist Trainer des SV Alschbach. Foto: Stefan Holzhauser

Trainiert werden die Alschbacher von Steven Bieg und Patrick Stumpf. „Mit dem Abschneiden der ersten Mannschaft waren Patrick und ich insgesamt zufrieden. Bei unseren beiden Unentschieden war mehr möglich. Allgemein gesehen ist es sehr schwierig, nach erst fünf Spieltagen ein Fazit zu ziehen“, meint Bieg und ergänzt: „Bei der zweiten Mannschaft waren wir bis zum Abbruch unzufrieden. Dennoch ist es absolut positiv, dass wir hier in Alschbach überhaupt eine Zweite stellen können. Es ist in meinen Augen herausragend, in einem so kleinen Ort zwei Mannschaften aufbieten zu können. Alle Jungs ziehen mit und haben Spaß am Fußball – und das steht bei uns absolut im Vordergrund.“ Der Saisonabbruch sei „definitiv die richtige Entscheidung“ gewesen. „In der aktuellen Situation hätte es absolut keinen Sinn ergeben, weiterzuspielen. Es gab mit der Testpflicht und vielen weiteren Dingen einfach zu viele Unwägbarkeiten. Die geplante Vorbereitungszeit von vier Wochen wäre defintiv zu kurz gewesen“, sagt Bieg.

 Auch Steven Bieg coacht bei den Alschbachern.
Auch Steven Bieg coacht bei den Alschbachern. Foto: Stefan Holzhauser

Es fehle allerdings das Treffen auf dem Sportplatz sowie das gesellige Zusammensein. Training werde aktuell keins angeboten. Man wolle auch noch mittelfristig abwarten, wie sich die Lage entwickelt. „Man muss einfach schauen, welche Auflagen und Verordnungen kommen. Wie lässt sich alles umsetzen? Gerade der Punkt mit den Selbsttests ist natürlich auch eine Kostenfrage. In der nächsten Zeit wird es kein Training geben“, betont der Alschbacher Trainer. Bislang habe es noch keine Zu- oder Abgänge gegeben. Die beiden Trainer hätten bereits frühzeitig ihre Verträge verlängert. „Wir sind mit Herzblut bei der Sache dabei und wollten auch ein Zeichen dafür setzen, auch in schwierigen Zeiten für den Verein da zu sein. Es macht uns sehr, sehr viel Spaß in Alschbach. Und unsere Zusammenarbeit mit dem Verein ist bislang eine absolute Erfolgsstory“, erklärt Bieg.

Aktuell sei mit Marius Toussaint (Adduktorenprobleme) nur ein Spieler verletzt. „Im Hinblick auf die kommende Saison wird es wichtig sein, dass alle Mann an Bord bleiben. Ich bin fest davon überzeugt, dass bei einem Re-Start wieder alle Spieler mit Spaß und Freude zurückkommen. Wir werden neu angreifen. Und dann wird sich zeigen, was für uns möglich ist. Wir wollen unseren eingeschlagenen Weg fortführen“, betont der Trainer. Dass man in Alschbach auf einem Hartplatz spielt, kommentiert Bieg wie folgt: „Für mich persönlich war es am Anfang eine große Umstellung. Mittlerweile sehe ich, dass ein Hartplatz unheimlich viel Spaß macht. Dies mag verrückt klingen und werden viele nicht verstehen. Aber das ‚Zurück zu den Wurzeln` macht richtig viel Bock. Natürlich ist es auch ein riesengroßer Heimvorteil, da viele Spieler gar nicht gerne auf einem Hartplatz antreten.“ Außerdem sei der Platz auch klein – und von daher bei Heimspielen ein „Riesen-Faustpfand“. Es sei auch auffällig, dass auf roter Erde im Gegensatz beispielsweise zu Kunstrasenplätzen weniger Adduktorenverletzungen aufträten. „Ich sage: Hartplatz ist super und macht viel Spaß – und das geht auch meinen Kumpels so. Ansonsten hätten wir hier in Alschbach auch nicht so viele Spieler. Zu unserer klasse Kameradschaft kommt noch dieser Hartplatz hinzu. Im Prinzip sind wir so wie ein kleines gallisches Dorf“, sieht Bieg auch durchaus Verbindungen zur erfolgreichen französischen Comicserie Asterix. Darin können Asterix und sein Freund Obelix zusammen mit den weiteren Bewohnern ihres kleines Dorfes in Gallien in der Zeit um 50 v. Chr. immer wieder den römischen Eroberern erbitterten und erfolgreichen Widerstand leisten.