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Stephanuskirche Böckweiler bei Wahl zur Kirche des Jahres

Denkmal stellt sich Online-Wahl : Stephanuskirche will die Schönste werden

Das Baudenkmal in Böckweiler gehört als einziges Gotteshaus aus unserer Region zu den Vorschlägen für die Wahl zur Kirche des Jahres 2020. Die bundesweite Abstimmung läuft noch bis zum 30. April.

Bundesweit findet im Monat April die Wahl zur Kirche des Jahres 2020 als Baudenkmal statt. „Durchgeführt wird die Wahl von KiBa, der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland, die auch Maßnahmen in unserer alten romanischen Stephanuskirche in Böckweiler fördert. Bereits im vergangenen Jahr wurde unser Gotteshaus als ehrenvolle Auszeichnung zur Kirche des Monats Mai bestimmt“, erzählte im Gespräch mit unserer Zeitung Marliese Rauch, die gute Seele der 300 Mitglieder zählenden, protestantischen Kirchengemeinde Böckweiler.

Bereits seit 35 Jahren gehört Marliese Rauch dem Presbyterium an, kümmert sich dabei um alle Veranstaltungen in der Stephanuskirche, der ältesten romanischen Kirche im Saarland. Jetzt im April stellen sich die zwölf KiBa-Kirchen des Monats zur Wahl der Kirche des Jahres 2020. „Gerade in der Zeit des Coronavirus, in der keine Veranstaltungen und keine Gottesdienste stattfinden, ist es für unsere kleine Kirchengemeinde sehr schwierig, mögliche Wähler zu informieren und zu motivieren“, hält Marliese Rauch fest und hofft auf unsere Zeitung. „Die Stephanuskirche Böckweiler ist die einzige Teilnehmerin im Bereich der Pfälzischen Landeskirche und des Bistums Speyer, der Rheinischen Landeskirche im nördlichen Saarland und Rheinland-Pfalz sowie im Bistum Trier. Während des Jahres wird die Kirche von vielen Gläubigen und Besuchern aufgesucht, die sich bestimmt gerne an der Wahl beteiligen möchten. Gleich ob evangelischen oder katholischen Glaubens“, so Marliese Rauch, die in vielen Führungen während es Jahres die Stephanuskirche vorstellt. „Sie ist die evangelische Pfarrkirche von Böckweiler und eine ehemalige Prioratskirche der Benediktiner-Abtei Hornbach. Das Kirchengebäude ist in der Denkmalliste des Saarlandes als Einzeldenkmal aufgeführt.“

Zum ersten Male wird die romanische Stephanuskirche in einer Urkunde von Abt Luidolf vom 30. November 1149 erwähnt. „Mit großer Wahrscheinlichkeit befand sich an ihrer Stelle ein heidnisches Heiligtum, wegen der Quelle in der Nähe wohl ein Quellheiligtum. Der Ursprung des heutigen Gotteshauses geht auf eine karolingische Basilika mit zugehörigem Kloster zurück. In der Mitte des 11. Jahrhunderts war die Anlage baufällig geworden, die Kirche wurde in dieser Zeit durch einen frühromanischen, einfach und klar gegliederten Neubau ersetzt, der sich im Bereich der heutigen Langhauswestteile als Basilika mit sehr schmalen Seitenschiffen erhob. Im Osten schloss sich für die Mönche der rechteckige Chor an. Erweitert wurde die Kirche nach Westen hin in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. In dieser Zeit entstand auch der Chor-Turm mit dem Drei-Konchen-Chor, heute die einzig erhaltenen mittelalterlichen Bauteile.“ Mit der Einführung der Reformation wurde Böckweiler um 1535 evangelisch. Derzeit wird – nach 70 Jahren – das Innere der Kirche renoviert. Feuchtigkeit bedinge einen neuen Fußboden mit Sandsteinplatten, auch Elektro- und Anstricharbeiten stünden an, so Marliese Rauch abschließend.

www.stiftung-kiba.de/kirchedesjahres