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Stelldichein der Tesla-Besitzer am Annahof

E-Auto- statt Oldtimer-Parade in Niederwürzbach : Nicht nur für Superreiche – Großes Treffen von Tesla-Fahrern

Häufig wird an dieser Stelle über Oldtimer-Treffen oder –Ausfahrten berichtet. Am Samstag konnte man in Niederwürzbach indes sozusagen den Gegenentwurf bestaunen. Nicht die Oldtimer, sondern die Avantgarde der mobilen Bewegungsart gab sich ein Stelldichein am Annahof am Niederwürzbacher Weiher.

Etwa zwölf Tesla-Besitzer mit Partnern oder Freunden hatten auf dem Hotelparkplatz des Annahofs geparkt.

Schon das Heranfahren der automobilen Zukunft war ungewohnt. Kein röhrendes Motorgeräusch ließ da auf die Größe des Hubraums oder die enorme PS-Zahl schließen. Leise, man könnte sagen mit einem dezenten Schnurren, fuhren die Wagen auf den Parkplatz ein. „Zunächst waren wir nur eine Whats-App-Gruppe, die sich im Netz fand“, erzählte Michael Wons, früherer Ortsvorsteher von Niederwürzbach, seit Jahren begeisterter Tesla-Fahrer und Organisator des Treffens. Und man gründete dann die lockere Vereinigung der „Tesla Owner Saar Lor Lux“, also eine Gruppe von Tesla-Besitzern aus der Region. Wobei der Begriff Region zu kurz greift, kommen doch die Mitglieder der Gruppe aus dem gesamten süddeutschen Großraum und eben zudem aus Frankreich und Luxemburg. Auch ein Fahrzeug aus Bayern war am Samstag mit dabei.

Begonnen hatte das Treffen am Vormittag in Saarlouis, wo man sich zu einem ausgedehnten Frühstück traf. Weiter ging es dann gegen Mittag an den Ladepark der Webenheimer Unternehmer Udo Schmidt und Holger Nicolaus neben dem Fashion-Outlet in Zweibrücken, wo alle Fahrzeuge nochmal laden konnten. Und zum gemütlichen Abschluss dann schließlich in Niederwürzbach zum Annahof.

Mit dabei eine Dame aus dem engeren Zirkel der Tesla-Mitarbeiter, auch schon ein Wagen aus der neuen Tesla-Produktion aus Grünheide in Brandenburg war bei der Rundfahrt mit am Start. Der Besitzer dieses Fahrzeugs mit einem Rastatter Kennzeichen betreibt übrigens eine Autovermietung, wo man unter über 100 Teslas auswählen kann.

Was man an diesem Nachmittag deutlich spüren konnte: Das sind nicht nur begeisterte Autofahrer, das sind Tesla-Enthusiasten, beste Botschafter für die Autos aus Elon Musks Fahrzeugschmiede. Und der Schreiber dieses Artikels konfrontierte die „Electric Runners“, wie auf T-Shirts zu lesen war, mit den üblichen Vorurteilen und den klassischen Klischees der Noch-nicht elektrisch-Fahrer: „Befinde ich mich hier unter sehr reichen Leuten, die sich im Gegensatz zu Otto Normalverdiener so ein Auto leisten können?“.

Schallendes Gelächter war die prompte Antwort. Christian Kott, so etwas wie der Gruppen-Chef der Tesla-Besitzer, erläuterte, wie er zur E-Mobilität gekommen war. Und er konnte überzeugend vorrechnen, dass diese Autos eben nicht die Fahrzeuge von Superreichen seien, sondern dass man bei genauer Recherche feststellen könne, dass die Autos sich eher rechneten, als vergleichbare Verbrenner-Modelle der Mittelklasse. Kott hob heraus, dass sein Tesla im Jahr plus/minus 50 Euro Kosten verursache. Keine Spritkosten, kaum Verschleiß und ganz geringe Wartungsausgaben. Allerdings – das muss dazu erwähnt werden – verfügt Kott zuhause über eine Photovoltaik-Anlage auf dem Hausdach, produziert einen Großteil seines Stroms über diese Anlage. Zudem sei der Wiederverkaufswert sehr hoch.

Aber auch andere Vorurteile entkräfteten die „Tesla-Owner“, zumeist mit einem Lächeln. Wie ist das mit Fahren unter Vollbetrieb der Heizung im Winter? Kein Problem. Wie steht es um die Reichweite einer Batterie-Ladung? Es wird von hohen geschäftlich bedingten Kilometer-Jahresleistungen erzählt, auch Urlaubsreisen seien mit dem Tesla absolut kein Problem. Das Laden, das Auffinden von Ladestationen – alles funktioniere inzwischen reibungslos. Auch Wartezeiten an Ladepunkten seien kein Thema.