Städte als Paten für neue Busse

Blieskastel. Großer (Bus-) Bahnhof bei Gassert-Reisen: Viele Bürgermeister aus der Region, der Landrat und ein leibhaftiger Wirtschaftsminister fanden sich am Sonntagnachmittag auf dem Firmengelände des Busunternehmens ein. Der Grund: Das Unternehmen kann auf eine 75-jährige Tradition zurückblicken

Blieskastel. Großer (Bus-) Bahnhof bei Gassert-Reisen: Viele Bürgermeister aus der Region, der Landrat und ein leibhaftiger Wirtschaftsminister fanden sich am Sonntagnachmittag auf dem Firmengelände des Busunternehmens ein. Der Grund: Das Unternehmen kann auf eine 75-jährige Tradition zurückblicken. Mit einem vollgummibereiften Lastwagen fing der Lautzkircher Leo Gassert 1934 sein Gewerbe an. Transportiert wurden vor allem Kohlen und Kartoffeln. Aber Leo Gassert entdeckte die Marktlücke Personentransport. So wurden dann kurzerhand Sitzbänke auf die Ladefläche geschraubt, fertig war das Transportmittel. Immerhin drei dieser Laster liefen bis zum Zweiten Weltkrieg für die Gasserts. Während der Kriegszeit wurden die Lastwagen für militärische Zwecke requiriert, nach dem Krieg fing Leo Gassert wieder fast bei null an. Aber der Personentransport wurde sein Geschäft, schnell hatte er wieder einen Bus.Heute fahren 19 Busse Und im Laufe der Zeit expandierte das Unternehmen immer mehr, heute fahren 19 Busse unter der Gassert-Flagge. Denn anlässlich des Firmenjubiläums konnte Hans Gassert, der das Unternehmen jetzt in der dritten Generation führt, sieben neue Busse in Betrieb nehmen. Die neue blaue Busflotte entspricht allen Anforderungen, die der Fahrgast heute an einen modernen Reisebus stellt. Und wie der langjährige Mitarbeiter Werner Bock in einer kleinen Ansprache betonte, sei sich das Unternehmen auch seiner Verantwortung für die Umwelt bewusst. So seien alle neuen Busse mit umweltfreundlichen Euro-5-Motoren ausgerüstet. Es gab viele lobende Worte von Landrat Clemens Lindemann und Wirtschaftsminister Joachim Rippel, welcher auch nicht mit leeren Händen kam: Immerhin 186 000 Euro an Fördergeldern konnte er dem mittelständischen Unternehmen überreichen. Insgesamt hat das Unternehmen 18 feste Mitarbeiter, dazu kommen noch zwölf Aushilfen. Übers Jahr "schrubbt" die gesamte Flotte etwa eine Million Kilometer, davon 400 000 im Reisegeschäft, der Rest im Linienverkehr. Für die neuen Busse hat sich Firmeninhaber Hans Gassert etwas Neues einfallen lassen: Die Busse wurden von den jeweiligen Bürgermeistern auf deren Städtename getauft, sichtbar durch das Wappen der Stadt auf beiden Busseiten. So fahren also nun die Busse Blieskastel, Gersheim, Mandelbachtal, St. Ingbert und Homburg überall in Deutschland und Europa für die Region Reklame. Band durchgeschnittenWirtschaftsminister Joachim Rippel gratulierte jedenfalls Hans Gassert für diese "ausgezeichnete Idee". Nach dem Enthüllen des Wappens wurde am Buseingang ein Band durchschnitten, und der Bus "bedankte" sich für die Taufe mit einem lauten Hupton.