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Stadtrat zur Erweiterung der Kita St. Hubertus in Niederwürzbach

Kita-Plätze fehlen : Architekt soll jetzt einen Anbau planen

Bauausschuss im Stadtrat Blieskastel befasste sich mit Erweiterung der Kita St. Hubertus in Niederwürzbach.

Die Parteien im Wahlkampfmodus: Selbst nur ein knappes Dutzend Gäste in der öffentlichen Sitzung des Blieskasteler Bauausschusses reichten am Montag aus, damit die Parteien in diesen Tagen sofort auf Wahlkampf schalteten. Obwohl sie immerfort behaupteten, dass sich das Thema Kindergarten nicht als Wahlkampfthema eigne. Zur Sache: Es ist nun tatsächlich schon eine längere Geschichte mit den Plätzen in der Kita St. Hubertus in Niederwürzbach. Vor einiger Zeit hatte die Stadt Blieskastel die Bauträgerschaft für die Kita von der Kirche übernommen – und dabei gravierende Baumängel mit. Aber damit nicht genug: Weil Niederwürzbach offensichtlich ein Ort mit hoher Lebensqualität ist, wohnen dort viele junge Familien, die durchschnittliche jährliche Geburtenrate im größten Blieskasteler Stadtteil liegt bei 27 Neugeborenen.

Also wurden die Plätze in Kita und Krippe knapp. Die Stadt sollte schnell Abhilfe schaffen, die Zeit und die jungen Eltern drängten. So entschloss man sich – weil es schnell gehen sollte- mithilfe von Containern neuen Kita-Raum zu schaffen. Aber so einfach war es dann doch nicht: Zum einen stellte vor allem das Landesjugendamt bestimmte Anforderungen, um die gängigen Standards einzuhalten. So hätte etwa ein „Sozialraumcontainer“ noch zusätzlich aufgestellt werden müssen, auch ein größerer Speiseraum wäre notwendig geworden. Ergebnis: Die benötigte Fläche war von zunächst gut 300 Quadratmetern auf über 420 Quadratmetern in die Höhe geschnellt.

Und es wurde festgestellt, dass sich das rückwärtige Gelände der Kita nicht für eine solche Last geeignet hätte. Die Kita steht auf einer „Torflinse“, also auf ganz weichem Untergrund, die notwendigen Pfahlgründungen wären immens teuer und aufwendig geworden. Zudem hätte man mit dem dann notwendig gewordenen schweren Baugerät auf diesem Untergrund nicht arbeiten können. Weiterhin wäre die Heizungs- und Lüftungssituation schwierig geworden, auch die Haustechnik hätte neu ertüchtigt werden müssen. Die Container-Firma und die Stadt lösten daher den geschlossenen Vertrag in beiderseitigem Einvernehmen.

Im Bauausschuss am Montag wurde dann – nach zum Teil hitzigen Wortgefechten – dem Architekten Patric Walle ein Planungsauftrag für eine konventionelle Bauweise erteilt. Der Anbau soll dann zwischen dem jetzigen Kindergartenbau und der Schule entstehen. „Es ist zwar ärgerlich, dass inzwischen so viel Zeit ins Land gegangen ist, aber wir bekommen jetzt für die Kinder die beste Lösung“, unterstrich Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener. Die Mitglieder der SPD im Bauausschuss beklagten sich aber vor allem darüber, dass man zu lange zugewartet hätte, die schwierige Lage der Eltern auf der Suche nach einem Kita- oder Krippenplatz bekannt gewesen sei und sich lange nichts oder nur wenig getan habe: „Aus meiner Sicht ist die ganze Situation außerordentlich unbefriedigend. Ich kann verstehen, dass die Eltern kein Vertrauen mehr haben“, kritisierte SPD-Fraktionschef Guido Freidinger die gesamte Situation.

Georg Wilhelm warnte hingegen vor Panikmache. Bei solchen Vorhaben gehe Genauigkeit vor Schnelligkeit. „Es ist immer ein Abwägen zwischen Schnelligkeit, Genauigkeit und der Einhaltung der komplexen Standards bei Kita-Bauten“, stellte der CDU-Fraktionsvize heraus. Bis zur endgültigen Fertigstellung wird das „Provisorium“ erweitert werden müssen, denn schon jetzt ist eine Gruppe der Kita in die benachbarte Grundschule am Würzbacher Weiher ausgelagert. Wie die Bürgermeisterin mitteilte, werden im Leiterinnen-Zimmer schnellstmöglich sechs weitere Krippenplätze entstehen. Die Leiterin der Einrichtung muss mit ihrem Büro dann in den Sozialraum umziehen, der Sozialraum für das Personal wird in der Grundschule untergebracht. Man bemühe sich beim Bildungsministerium um einen schnellstmöglichen Baubeginn. Die genauen Kosten einer ganzheitlichen Sanierung der jetzigen Bausubstanz des Kindergartens, die erfolgen muss, kann derzeit noch niemand beziffern.