Spielfreude und Gänsehaut

Während einer Projektwoche des Kreis-Jugend-Blasorchesters haben Jugendliche aus dem Saarpfalz-Kreis zusammen Musikstücke eingeübt. Beim Abschluss-Konzert in der Mehrzweckhalle in Ballweiler zeigten sie am Samstag ihr Können in Pop, Jazz, Filmmusik und mehr.

Die alljährliche Sommerarbeitsphase des Kreis-Jugend-Blasorchesters (KJBO) im Kreisverband Saarpfalz des Bundes Saarländischer Musikvereine (BSM) ist streng genommen eine Art Lotteriespiel. "Wir wissen nie, wer ist dabei, wer kommt. Das Ganze ist für jeden zwischen elf und 19 Jahren offen", erklärt Nikolaus Burgard. Er ist der Leiter dieser Projektwoche. Bis Mai konnten sich junge Musiker melden. Dann erlernten sie sieben Tage lang in den Schulferien - oftmals mit anderen Jugendlichen, die sie gar nicht kennen - Musikstücke. Am Samstagabend nun trugen 43 Teenager, ergänzt um vier erwachsene Musiker , ihr Können in der Ballweiler Mehrzweckhalle vor. Die Leitung hatte der Kreisdirigent St. Wendel des BSM, Stefan Barth. Was mehr als offensichtlich war: Das Niveau war nicht gerade niedrig. Und das, obwohl man in der einen Woche auch nicht nur Musik machte, sondern auch etliches an Freizeitaktivitäten unternommen hatte.

"Music for Happiness", so der Name des ersten Titels, schlug angesichts des langen Applauses gleich ein wie eine Bombe. "Music for Gänsehaut" sei das gewesen. So jedenfalls die Meinung von Janschy Armbrust. Der Vorsitzende des örtlichen Musikvereins war stolz, das KJBO in Ballweiler zu seinem Abschlusskonzert begrüßen zu können. "Das ist eine Spielfreude schon beim ersten Stück, die ältere Musiker nicht mehr haben", lobte auch Detlev Rekittke, BSM-Kreisvorsitzender, die Nachwuchsmusiker. So war es nicht verwunderlich, dass diese für "Bond ... James Bond !", das Medley über den britischen Filmgeheimagenten, zahlreiche Bravo-Rufe einheimsten. Passenderweise auch mit Sonnenbrillen. Wenn man authentisch spielen will, gehört das einfach dazu. Das KJBO setzte noch eins drauf: Ein Musiker hatte sogar am Ende ein gefülltes Martini-Glas in der Hand und trank stilvoll daraus. Passenderweise machten auch die Blumengirlanden bei der Hippie-Pop-Ballade "Friends of Life" ganz schön was daher.

Auch bei "Queen in Concert" gaben die Jugendlichen klangtechnisch alles. Fast hätte man meinen können, Bläser und Schlagzeug lieferten sich einen Wettbewerb. Zum Schluss wurde es mit "Ejala" (Jan Magne Fjorde) dann jazzig. Hier hatten fünf Musiker ihren Soloauftritt: Sandra Feis (Posaune), Michelle Ahr und Pascal Reiter (beide Klarinette), Niklas Meyer (Trompete) und Zoe Kettenbaum (Querflöte). Da waren die stehenden Ovationen in der Halle nicht verwunderlich. Die Filmmusik zu "Mission Impossible" war die Zugabe, die man natürlich ebenfalls mit Sonnenbrille, so richtig cool und profihaft, zum Besten gab. Da kann man auf die "Gewinner der Lotterie" 2015 gespannt sein.