SPD-Basis nominiert Bürgermeisterkandidaten in Blieskastel

Blieskastel : Hertzler einstimmig Kandidat der SPD

Die SPD Blieskastel hat mit einem eindeutigen Votum Bernd Hertzler zu ihrem Kandidaten für die Bürgermeisterwahl gemacht. 

Insgesamt rund 320 Mitglieder zählt laut Aussage von Achim Jesel die SPD in ihren Reihen in Blieskastel samt den Stadtteilen. Immerhin waren 56 davon zur Abstimmung über den Bürgermeisterkandidaten Bernd Hertzler in das Foyer der Bliesgau-Festhalle gekommen. Auch die regionalen politischen Schwergewichte ließen sich diesen Termin nicht entgehen, so war etwa der SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag Stephan Pauluhn ebenso erschienen wie der Fraktionsvorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Dieter Hamm. Der Gersheimer Herausforderer Michael Clivot war ebenfalls vor Ort, genauso wie seine Frau, die Staatssekretärin Christine Streichert-Clivot. Und auch die „Alten“ hatten es sich nicht nehmen lassen, der frühere Bürgermeister Werner Moschel ebenso wie der frühere Landrat Clemens Lindemann waren bei dem  Termin anwesend.

In seinem Grußwort sprach  Pauluhn von einem „besonderen Tag für Blieskastel und für die gesamte Region“, schließlich stünden mit Bernd Hertzler für Blieskastel, Michael Clivot für Gersheim und Maria Vermeulen für das Mandelbachtal hervorragende Kandidaten für einen Wechsel in den drei Kommunen bereit. „Die Chancen stehen so gut wie noch nie, den Südkreis rot zu bekommen“. Pauluhn verwies auf den Saarland-Pakt zur Entschuldung der Kommunen, der stark von sozialdemokratischen Akzenten geprägt sei. „Ich und Christine (Streichert-Clivot) bieten euch jedenfalls die Hand zur Zusammenarbeit an, Stadt und Land, Hand in Hand“, rief Pauluhn in die Runde.

Guido Freidinger, Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat, zählte in seinem Grußwort die „Sünden“ der Amtsinhaberin Annelie Faber-Wegener auf, sprach von vergeudeten Ressourcen und Steuermitteln und insgesamt vertanen Chancen für die Stadt.  Zudem steige die Unzufriedenheit bei den städtischen Bediensteten. Viele Gebäude in städtischem Besitz seien in einem maroden Zustand, auch in Sachen Lärm werde nichts unternommen: „Man müsste nur in die Stadtteile reinschauen, dann würde man sehen, wo es fehlt“, stellte der SPD-Fraktionschef heraus. Aber die Bürgermeisterin sei ja „nur zu Fototerminen“ in den Stadtteilen.

Nach dieser Abrechnung ging der neue Hoffnungsträger der SPD, Bernd Hertzler, ans Rednerpult. Er erläuterte im Wesentlichen erneut seine Positionen, die er bereits bei seiner Präsentation im Sportheim genannt hatte. „Ich weiß, wo in Blieskastel der Schuh drückt“, unterstrich er seine Bürgernähe, die auch ein Leitsatz von ihm sei. Er will als Bürgermeister die Stadtverwaltung zu einem „professionellen, kundenfreundlichen Dienstleister“ machen, wo man dann „kompetente und praktische Hilfestellung“ erwarten könne. In Blieskastel solle eine zeitgemäße Infrastruktur bereitgestellt werden. In diesem Zusammenhang erwähnte der Kandidat auch, dass er die Zusage des Landrates zur Mitfinanzierung der Sanierung der Sporthalle in der Bliesaue erwirkt habe.

Weiterhin sei es wichtig, „die Schönheit des Bliesgaus und die touristischen Attraktionen besser zu vermarkten“. Er möchte zukünftig das Gebäudemanagement in interkommunaler Zusammenarbeit bündeln und ein zentrales Fördermanagement einrichten. Die einzelnen Ortsteile sollen aufgewertet und besser eingebunden werden. Hier werde er es sich zum Ziel setzen, auch die Ortsratssitzungen zu besuchen. Am Ende der Ausführungen betonte er die Bedeutung des Ehrenamtes für die Gesellschaft und nannte in diesem Zusammenhang auch die vom Kreistag eingeführte Ehrenamtskarte. Am Ende dann eine Ansage: „Mein Ziel ist es, gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern eine liebens- und lebenswerte Stadt zu gestalten, in der sich alle Bewohner, einschließlich des Bürgermeisters, zu Hause fühlen.“ Lang anhaltender Applaus und sozusagen stehende Ovationen nach den Ausführungen Hertzlers, auch bei der Bekanntgabe des Wahlergebnisses.

Und im Schlusswort vom Stadtverbandsvorsitzenden Achim Jesel  durfte dann auch noch ein ironischer Hinweis auf den Wohnsitz der Bürgermeisterin in Zweibrücken nicht fehlen: „Liewer änner von uns wie ännie aus de Palz.“

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