So schön klingt der Sommer

Stehende Ovationen gab es am Ende des Sommerkonzertes für den Musikverein Niederwürzbach. Der hatte bei seinem Auftritt alle Register gezogen: Von Marsch über Filmmusik bis zu Bossa Nova war alles dabei.

Wer sich bei Temperaturen von 32 Grad Celsius bewusst für den Besuch eines Musikkonzertes in einer Kirche entscheidet, muss Leidenschaft für diese Kunstgattung haben. Davon kann man beim Sommerkonzert des Musikvereins Niederwürzbach , welches am letzten Sonntag in der Katholischen Pfarrkirche St. Hubertus stattfand, ausgehen. Angesichts des Wetters und des bevorstehenden Endspiels der Fußball-EM, hätte man einen schlechten Besuch vermuten dürfen. Doch dem war nicht so. Unter der Gesamtleitung von Nikolaus Burgard gaben drei Orchester Kostproben ihres Könnens. Das neuformierte Schülerorchester, welches erst seit Februar diesen Jahres besteht, hatte die Eröffnung des kurzweiligen Abends übernommen. Zwei Stücke des Niederländer Jacob de Haan standen beim Nachwuchs auf dem Programm: "McRonalds Marsch" und "Schildkröten-Rennen".

Für manche der Blockflöten- und Klarinettenspieler war dies der erste Konzertauftritt überhaupt. Mit "Chariots of Fire", der Filmmusik zu "Die Stunde des Siegers", von Vangelis verabschiedeten sich die Schüler wieder. Sie machten Platz für den Auftritt der Blockflötengruppen (Leitung: Hanni Busch-Becker). Um "Helden und Legenden" ging es beim Jugendorchester LautStark. Die Teenager widmeten sich etwa der Filmmusik zu "Fluch der Karibik 2 - Dead Men's Chest". War das Publikum bei den Melodien zu den Fantasy-Kinofilmen "Die Tribute von Panem" noch etwas zurückhaltend, begann nach der Musik zur TV-Fantasy-Serie "Game of Thrones" eine Serie von "Bravo!"-Rufen. Bei diesem Stück führte LautStark die Kämpfer mit Trommeln zur Schlacht. Von Superhelden handelt die Geschichte des Animationsfilmes "Die Unglaublichen". Da konnte man die schnellen Schritte oder das Autohupen direkt raushören.

Das Große Orchester führte die Tradition der Märsche fort, indem es "The Washington Post" zum Besten gab. Vor vier Jahren gelang Carly Rae Jepsen mit "Call me maybe" der Durchbruch. Der Popsong der Kanadierin schien den Niederwürzbachern wie auf den Leib geschrieben.

Bossa Nova und Samba wollten die Musiker dem Publikum anschließend näher bringen. Ist "The Girl from Ipanema" eines der bekanntesten Stücke aus der Stilrichtung der Bossa Nova , so ist "Mas que nada" von Sergio Mendez der typische Samba-Titel. Die Musiker schafften es, das Feeling von "Ach, was soll's?", so die Übersetzung, gut rüberzubringen. Bei "It had better be tonight" hätte man schnell durcheinander kommen können: Ein von einem Italiener im brasilianischen Stil komponiertes Werk, welches von einem Kanadier (Mikel Bublé) arrangiert wurde und von einem deutschen Orchester (Niederwürzbach ) präsentiert wurde. Das war Multikulti pur. Da hätte man gerne das Tanzbein geschwungen. Doch dazu kam es nicht. Immerhin musste "Star Wars: Das Erwachen der Macht" Tribut gezollt werden, ehe es zur gemeinsamen Zugabe mit LautStark kam. Das Publikum klatschte am Ende stehend Beifall.