Singen zur Ehre Gottes

Mimbach. Mit einem großen Festgottesdienst feiert der Kirchenchor der evangelischen Kirchengemeinde Mimbach am Samstag, 31. Oktober, sein 85-jähriges Bestehen. Der Chor, der in der Gemeinde in Mimbach die Kirchenmusik maßgeblich bestimmt, feiert damit fast auf den Tag genau die Gründung im Jahr 1924

Mimbach. Mit einem großen Festgottesdienst feiert der Kirchenchor der evangelischen Kirchengemeinde Mimbach am Samstag, 31. Oktober, sein 85-jähriges Bestehen. Der Chor, der in der Gemeinde in Mimbach die Kirchenmusik maßgeblich bestimmt, feiert damit fast auf den Tag genau die Gründung im Jahr 1924. Damals hatten sich auf Drängen des Pfarrers Ludwig Lugenbiehl und des Mimbacher Lehrers Karl Seegmüller insgesamt 32 Sängerinnen und Sänger zur ersten Chorprobe versammelt.Seit 45 Jahren ChorleiterSeitdem bürgt der Mimbacher Chor für eine lebendige Kirchenmusik in der Gemeinde. Für den hohen musikalischen Anspruch zeichnet der derzeitige Chorleiter Rudolf Hertel verantwortlich, der die musikalische Leitung des Chor bereits vor 45 Jahren übernahm. Weil der vorherige Chorleiter Friedrich Carbon gestorben war, hatte der damalige Pfarrer Erich Goetz 1960 die Chorleitung übernommen. Er suchte aus dem Kreis der Chorsänger den seiner Meinung nach begabtesten Sänger, Rudi Hertel, und unterrichtete ihn kostenlos im Klavierspielen und Dirigieren. Später vermittelte er ihm auch noch Orgelunterricht. "1964 am Erntedankfest habe ich - mit 16 Jahren - erstmals den Chor dirigiert, von da an leitete ich auch die Probenarbeit", erinnert sich Rudi Hertel. 1966 übernahm er die Leitung des Chores ganz. Während der Chor bis zu dieser Zeit vornehmlich die Gottesdienste mitgestaltete, wagte er sich an anspruchsvollere Chorwerke: "Im Notenschrank habe ich Buxtehudes ,In dulci jubilo' entdeckt", erzählt Hertel, ein dreistimmiges Werk, das dann wenig später von Telemanns "Lobe den Herrn, alle Heiden" gefolgt wurde. "Das habe ich selber gekauft. Mit den Jubiläumsjahren der verschiedenen Komponisten erweiterte sich dann auch das Repertoire." Im Schütz-Jahr 1972 hat der Chor angefangen, auch die mehrchörigen Schütz-Werke einzustudieren, im Bach-Jahr gab es ein geistliches Konzert mit Werken der gesamten Bach-Familie. Oft fanden diese Konzerte dann in Zusammenarbeit mit professionellen Musikern statt.Auch in diesem Jahr, dem Jubiläumsjahr von Felix Mendelssohn-Bartholdy, steht natürlich ein Mendelssohn-Konzert auf dem Programm. Mit dem Chorleiter Rudi Hertel erlebte der Chor seine erfolgreichste Zeit. "Als wir angefangen haben, anspruchsvollere Stücke zu singen, kamen viele junge Leute und Studenten in den Chor", erinnert sich Hertel. Viele Projekte haben die Mimbacher auch in Zusammenarbeit mit Chören aus Nachbargemeinden wie Hassel oder Wattweiler veranstaltet. Heute ist der Nachwuchs dagegen ein Problem. Viele der jüngeren Sänger sind aus Mimbach weggezogen. Während der Chor in den besten Zeiten 40 Sänger zählte, engagieren sich aktuell noch 25 Sänger im Kirchenchor der Gemeinde. Obwohl die 85 eigentlich nicht die klassische Zahl für ein Jubiläum ist, feiert der Chor sein Bestehen mit mehreren Konzerten. Begonnen hat die Reihe mit einem Adventskonzert zur Eröffnung des Kirchenjahres mit geistlicher Musik des 17. und 18. Jahrhunderts. Ende August folgte im Bauerngarten der Kirchengemeinde unter dem Motto "Plaisir d'amour" ein Liebesliederabend.Mendelssohn-KonzertIm Jubiläumsgottesdienst am 31. Oktober werden verschiedene Kompositionen aus dem 16. Jahrhundert sowie eine Psalmenmeditation über Schütz' "Die Himmel erzählen die Ehre Gottes" zu hören sein. Auch auf dem Programm stehen zwei afrikanische Gospels.Den Abschluss des Jubiläumsjahres bildet am 28. November ein Konzert mit Werken von Felix Mendelssohn-Bartholdy für Solostimmen, Soloorgel, Streichorchester und Chor. Chorproben sind freitags um 20 Uhr im Gemeindesaal des Matthias-Claudius-Heims in Mimbach. Infos: Rudolf Hertel, Tel. (06842) 25 42.