Schule zapft die Sonne an

Lautzkirchen. Die Stadtwerke Bliestal haben am Mittwoch die Solaranlage an der Grundschule Schlossberg-Kirchberg in Lautzkirchen erweitert

Lautzkirchen. Die Stadtwerke Bliestal haben am Mittwoch die Solaranlage an der Grundschule Schlossberg-Kirchberg in Lautzkirchen erweitert. Wie Stadtwerke-Geschäftsführer Bernhard Wendel im Rahmen einer kleinen Feier in der Grundschule erläuterte, war bereits vor genau vier Jahren, im Dezember 2005, auf dem Dach der Schule eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 9,9 kWp (Kilowatt peak, Spitzenleistung in Kilowatt) durch die Stadtwerke in Betrieb genommen worden. Die Anlage sei jetzt um 14,2 kWp mit Investitionen von rund 50 000 Euro erweitert worden. Wie Wendel weiter erläuterte, habe die Solaranlage auf dem Dach der Grundschule in den vier Jahren ihres Bestehens rund 38 500 Kilowattstunden (kWh) elektrische Energie durch die Sonne produziert. Das entspreche einer jährlichen Einsparung von fünf Tonnen Kohlendioxid (CO2). "Durch die Erweiterung des Solarkraftwerks ist eine jährliche Einsparung von zwölf Tonnen CO2 möglich", sagte der Stadtwerke-Geschäftsführer in der Feierstunde vor Vertretern der Verwaltung, der Schule und der installierenden Firma Elektro Schmidt aus Webenheim. Das Besondere an der Fotovoltaikanlage sei, dass sie mit einer ständigen Einspeiseüberwachung ausgestattet sei. Damit werde die Funktionsfähigkeit und das Einspeisen des erzeugten Solarstroms dokumentiert. "Durch die Einspeiseüberwachung können sich interessierte Kunden über die Homepage der Stadtwerke Bliestal unter www.stadtwerke-bliestal.de ab dem 21. Dezember einen Eindruck verschaffen, wie das Solarkraftwerk Strom für die Region erzeugt", erklärte Bernhard Wendel. Für die Schüler und Lehrer der Grundschule in Lautzkirchen wurde im Schulgebäude eine Großanzeige montiert, auf dem zu beobachten ist, was die Solaranlage zur Zeit an Strom produziert. Bei einem Abstecher am Mittwochmorgen in den Heizraum der Grundschule, erläuterte der Stadtwerke-Chef, dass hier nicht nur Heizwärme produziert werde, sondern auch Strom durch ein erdgasbetriebenes Mini-Blockheizkraftwerk, das seit dem Jahr 2005 Wärme und Strom produziere und damit jährlich rund 18 Tonnen CO2 einspare gegenüber einem Niedertemperaturkessel. Wendel gab auch einen Ausblick für das kommende Jahr. Danach werden die Stadtwerke weitere Solaranlagen bauen, beispielsweise auf die neue Würzbachhalle und den Neubau der Kita Biesingen. Zur Inbetriebnahme der neuen Solaranlage in Lautzkirchen überreichte Wendel den Schülern Lebkuchenherzen als Symbol "Sonne erwärmt die Herzen". Meinung

Sauberer Strom vom Dach

Von SZ-RedakteurJoachim Schickert Der Hunger nach Energie auf unserem Planeten wächst von Tag zu Tag, die Ressourcen werden knapper, die Preise für Öl, Gas und Strom werden wohl auch weiterhin steigen. Da sind Alternativen dringend gefragt. Auch die Kommunen und regionalen Energieanbieter sind mehr denn je gut beraten, auszuloten, wo erneuerbare Energien angewandt werden können. Dass außer an der Lautzkircher Grundschule in den kommenden Jahren noch weitere Flächen zur Nutzung von Photovoltaik-Anlagen in Blieskastel genutzt werden sollen, ist das Gebot der Stunde. Denn an umweltfreundlichen, regenerativen Energien sowie mehr Energieeffizienz führt über kurz oder lang kein Weg mehr vorbei. Die Sonne als Energiequelle muss, wo immer möglich, noch stärker genutzt werden, denn sie schickt uns keine Rechnung.