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Schüler testen Bundestags-Kandidaten

Schüler testen Bundestags-Kandidaten

Blieskastel. Für rund 50 Schülerinnen und Schüler der Politik-Kurse der Klassenstufe 12 des Blieskasteler Von-der-Leyen-Gymnasiums hat Bundespolitik seit Freitagmorgen ein viel konkreteres Gesicht

Blieskastel. Für rund 50 Schülerinnen und Schüler der Politik-Kurse der Klassenstufe 12 des Blieskasteler Von-der-Leyen-Gymnasiums hat Bundespolitik seit Freitagmorgen ein viel konkreteres Gesicht. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Wahl-O-Mat on Tour" der Landeszentrale für politische Bildung, des Landesjugendrings und der Arbeitskammer waren vier Kandidaten für die Bundestagswahl am 27. September in die Aula auf dem Schlossberg gekommen, um sich und ihre politischen Überzeugungen kritischen Fragen Jugendlicher zu stellen. Alle Kandidaten kamen aus dem Saarpfalz-Kreis: Astrid Klug (SPD, Homburg), Alexander Funk (CDU, Bexbach) und Christian Schmitt (FDP, Mandelbachtal) als Direktkandidaten im Wahlkreis 299 sowie Yvonne Ploetz (Die Linke, Gersheim), die über die Landesliste ihrer Partei in den Bundestag einziehen will. Entschuldigen mussten Georg Vogel vom Landesjugendring und Wilhelm Offermanns von der Arbeitskammer den Landes-Geschäftsführer der Grünen, Markus Tressel, der offenbar durch die laufenden Sondierungsgespräche zu einer Regierungskoalition im Land verhindert war. Locker auf der Bühne der Aula sitzend erhielten die Kandidaten zunächst Gelegenheit, in maximal einminütigen Statements zu rund 25 Thesen aus verschiedenen Politikfeldern Stellung zu beziehen. Das gelang ihnen so locker, authentisch und bisweilen sogar kritisch gegenüber den Programmen der eigenen Partei, dass die Schüler im zweiten Teil der Veranstaltung kaum Hemmungen zeigten, in die Diskussion einzusteigen. Zwei Top-ThemenDabei kristallisierten sich recht schnell die Themenfelder heraus, die Jugendliche, von denen nur sehr wenige bereits in zwei Wochen wählen dürfen, besonders interessieren: Bildungs-Themen etwa wie die internationale Vergleichbarkeit von Studienabschlüssen oder Studiengebühren und auch Umwelt-bzw. Energiepolitik mit Fragen zu Atomkraft und Gentechnik. Mitunter hatten die Schüler für die Politiker sogar ganz verblüffende Lösungsvorschläge. Zum Beispiel zur Gentechnik: "Warum versucht man nicht, das Klima wieder in den Urzustand zu versetzen, statt zu versuchen, künstlich Pflanzen zu erschaffen, die in verändertem Klima wachsen können," wollte etwa eine Schülerin von dem Politiker-Quartett wissen.

HintergrundDie Landeszentrale für politische Bildung ist in Kooperation mit dem Landesjugendring, der Arbeitskammer und der Bundeszentrale für politische Bildung mit dem internetgestützten Projekt "Wahl-O-Mat on Tour" in saarländischen Schulen und Jugendeinrichtungen unterwegs. Die Veranstaltungen sollen ein Gesprächsforum zwischen Vertretern der Parteien und Schülern ermöglichen. Der "Wahl-O-Mat" ist im Saarland noch bis zum 23. September unterwegs. cas