Sommerkonzert: Schüler mit doppeltem Paukenschlag

Sommerkonzert : Schüler mit doppeltem Paukenschlag

Das sechste Sommerkonzert des Musikvereins Niederwürzbach bewegte sich musikalisch auf hohem Niveau.

Man kann Sommerkonzerte von Musikvereinen mit drei Orchestern zwei Stunden lang andauern lassen. Wird eine solche Aufführung zusätzlich mit Moderationen regelrecht überfrachtet, schauen die Besucher trotz tollen Programms irgendwann auf die Uhr und hoffen auf ein nahendes Ende.

Dass man eine solche Veranstaltung auf hohem Niveau auch anders durchführen kann, bewies am vergangenem Sonntagnachmittag der Musikverein Niederwürzbach in der Pfarrkirche St. Hubertus. Dorthin hatte der Verein zu seinem sechsten Sommerkonzert eingeladen. Vizevorsitzender Norman Sommer, begrüßte trotz diverser Parallelveranstaltungen im Ort etliche Musikfreunde. Einen Paukenschlag setzte im doppelten Sinne das Schülerorchester, welches – wie alle weiteren Formationen auch – , unter Leitung von Nikolaus Burkhardt steht. Der Nachwuchs machte mit dem Andante aus der „Sinfonie mit dem Paukenschlag“ von Joseph Haydn den Auftakt. Perfekt zum Wetter passte auch der Coconut-Song (Luigi di Ghisallo), ein Lied der Arbeiter bei der Kokosnuss-Ernte in der Karibik. Damit schien der Nachwuchs den Nerv des Publikums getroffen zu haben, wie man an dem ersten Bravo!-Ruf des Konzerts hören konnte. Es blieb nicht bei diesem einem Ausruf.

Das Jugendorchester LautStark läutete dann die Runde aus Rock und Pop ein, die dem Konzert einen besonderen Touch verlieh. So dominierten beim 60’s Rock-Mix die Pauken und das Schlagzeug. Die anderen Instrumente standen dem aber in nichts nach. Der fetzige Sound bgeistete das Publikum . Lust auf schnellen Disco-Fox konnte man vor allem beim letzten von drei Teilen, nämlich bei „Disco Frisco“, der Easy Pop Suite bekommen. Erinnerungen an die Fußball-WM 2008 kamen hoch, als „Seven Nation Army“ im Gotteshaus erklang. „Rocken Sie mit uns. Bis zur nächsten WM sind es ja nur noch vier Jahre“, scherzte ein Moderator, die Musiker wechselten sich mit den Ansagen ab, vor dem Titel. „A Good Start“, einen guten Anfang, hatte auch das Große Orchester. Der Marsch von Luigi di Ghisallo kam bei den Besuchern an. Geschichtsunterricht der anderen Art erlebte man bei „The Great Locomotive Chase“ (Robert W. Smith).

„Hoffentlich entgleisen wir heute Mittag nicht“, meinte die Moderatorin hier. Soweit kam es nicht. Doch die Dramatik eines Zugüberfalls war angesichts der Geräusche und Pfiffe, die die Musiker von sich gaben, mehr als deutlich spürbar. Spätestens als der Queen-Klassiker „Don’t stop me now“ erschallte, war klar, dass es nun auf dieser Schiene weiter geht. Bei diesem Stück hatte Timo Kahr sein Saxofon-Solo. Als dann „Uptown Funk“ von Bruno Mars erklang, kam Schwung auf. Eine Stimmung, die sich auch bei „Firework“ von Kathy Perry, was man zusammen mit Lautstark präsentierte, hielt. Auch bei „Call me Maybe“ (Carly Ray Jepsen) war das nicht anders. Da passte die Zugabe „Born this Way“ (Lady Gaga) wie die Faust aufs Auge. Sommerkonzert kann auch anders gehen.

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