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SC Blieskastel-Lautzkirchen steigt in die Verbandsliga auf

Fußball-Verbandsliga : „Keine Sahnesaison“ – Trotzdem Meister

Die Zwillinge Marco und Sascha Meyer haben den SC Blieskastel-Lautzkirchen als Spielertrainer-Duo in die Verbandsliga geführt. Dort wartet in der neuen Saison das Wiedersehen mit dem Ex-Verein.

Meisterschaft, Aufstieg – und bald das Wiedersehen mit dem Ex-Verein. Für die Zwillinge Marco und Sascha Meyer, die den SC Blieskastel Lautzkirchen in der abgebrochenen Saison als Spielertrainer-Duo zum Titel in der Fußball-Landesliga geführt haben, hätte die Runde nicht besser laufen können. Zwischen 2013 und 2018 waren sie – ebenfalls als Spielertrainer – bei der SG Ballweiler/Wecklingen-Wolfersheim aktiv, die den Aufstieg in die Saarlandliga in dieser Saison knapp verpasst hat. So kommt es in der kommenden Runde in der Verbandsliga zum Aufeinandertreffen der Zwillinge mit ihrem Ex-Club. „Klar, die beiden Spiele gegen unseren ehemaligen Verein werden natürlich die absoluten Höhepunkte sein. Man sollte aber nicht vergessen, dass die Verbandsliga auch insgesamt eine richtig gute und enge Klasse ist, in der du an jedem Wochenende Vollgas geben musst, um Punkte zu holen. Für uns wird das eine riesige Herausforderung, aber wir werden alles geben, um sie zu bestehen“, verspricht Marco Meyer.

Nach dem vorzeitigen Saisonabbruch wegen der Corona-Pandemie hatte Blieskastel die Nase hauchdünn vor dem SV Furpach. Der Verbandstag des saarländischen Fußballverbandes hatte entschieden, den Quotienten (Zahl der Punkte geteilt durch die Zahl der Spiele) heranzuziehen, um die Meister und Aufsteiger zu bestimmen. Um 0,05 Zähler lag Blieskastel (2,05) vor den Furpachern (2,00). Auch der SV Genclerbirligi Homburg (1,95) und die SG Erbach (1,94), die im Saisonendspurt noch in den Aufstiegskampf hätten eingreifen können, schauten in die Röhre.

„Es war eine extrem enge Geschichte. Ob eine Meisterschaft bei noch einem Drittel fehlender Spiele verdient ist, weiß ich nicht. Wir waren auf jeden Fall zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs in der glücklichen Situation, ganz vorne zu stehen“, sagt Marco Meyer, dessen Mannschaft mit sieben Zählern aus den ersten drei Partien einen soliden Start in die Saison erwischt hatte. Doch im Anschluss lief es nicht mehr rund. In Bebelsheim-Wittersheim kassierte der SC eine 0:5-Klatsche. Zwar gelang im Anschluss ein 4:1-Sieg gegen die Sportfreunde Walsheim. Doch die folgende Partie gegen Erbach (1:3) ging wieder verloren. Es sei eigentlich „keine Sahnesaison“ gewesen. Vielmehr eine Runde mit Höhen und Tiefen, räumt der 39-jährige Meyer ein.

Doch das Team der Zwillinge fand rasch wieder in die Spur zurück. In den folgenden neun Partien ging Blieskastel nicht mehr als Verlierer vom Platz und gewann sieben der Spiele. Extrem wichtig sei im September vergangenen Jahres der deutliche 5:1-Erfolg beim direkten Meisterschaftskonkurrenten SV Genclerbirligi Homburg gewesen, sagt Meyer. Beim ASV Kleinottweiler feierte die Mannschaft gar einen 12:0-Kantersieg. Ein Rückschlag war die anschließende 1:2-Heimniederlage gegen den SV Furpach. Doch durch einen 6:2-Erfolg zu Hause gegen den FV Oberbexbach und den 4:1-Derbysieg beim FC Bierbach unmittelbar nach der Winterpause hielt Blieskastel die Pole-Position in der Tabelle. Daran änderte auch die 1:3-Heimpleite gegen Bebelsheim-Wittersheim im letzten Spiel vor der Corona-Unterbrechung nichts mehr. Mit einem Zähler – oder 0,05 Punkten nach der Quotientenregelung – stand der SC Blieskastel-Lautzkirchen auf Platz eins.

Als der Saarländische Fußballverband Mitte Juni entschied, dass dies gleichbedeutend mit Meisterschaft und Aufstieg ist, knallten an der Florianstraße die Sektkorken.

Einen richtigen Sommerneuzugang gibt es beim SC noch nicht. Nun sei aber Tim Collet, der in der Winterpause aus der Jugend des 1. FC Saarbrücken kam, endlich spielberechtigt, sagt Meyer. Carsten Lück, der in der jetzt beendeten Saison verletzungsbedingt nur wenig spielte und Steven Jann, der wegen seines Studiums nicht trainieren konnte und der ersten Mannschaft nicht zur Verfügung stand, können als „halbe Neuzugänge“ gelten. Nach weiteren Spielern halte man die Augen offen. Fünf Abgänge stehen hingegen schon fest: Martin Fischer (SF Walsheim), Yannik Moschel (SV Alschbach) sowie die aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stehenden Johannes Brengel, Pascal Linn und Christian Kempf.

Den Aufstieg haben die Meyer-Zwillinge, das Team und die Verantwortlichen unter Einhaltung der Corona-Regeln schon ein wenig feiern können. Wobei eine Meisterschaft auf dem Platz „von den Emotionen her viel besser“ gewesen wäre, bedauert Meyer. Er hofft darauf, dass die Saison im September ohne weitere Verzögerung starten kann. Der Vorbereitungsbeginn ist für Ende Juli angepeilt. „Dann wollen wir die Grundlage dafür legen, in der Verbandsliga wettbewerbsfähig zu sein. Die Klasse ist extrem gut und ausgeglichen besetzt. Da bekommst du in keinem einzigen Spiel etwas geschenkt“, weiß Meyer aus seiner Zeit in Ballweiler.

Peter Pusse (rechts) gehörte mit seinen 15 Treffern zu den Leistungsträgern beim Landesligameister SC Blieskastel-Lautzkirchen. Foto: Wolfgang Degott/Picasa

Erfreuliche Nachrichten gibt es auch von der A-Jugend des SC Blieskastel-Lautzkirchen, die in der Kreisliga Ostsaar in einer Spielgemeinschaft mit dem SV Blickweiler antrat. Die Jungs hatten zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs mit einem Quotienten von 2,17 das bessere Ende gegenüber der SG SV Schwarzenbach (2,08) sowie der SG DJK St. Ingbert (2,00) auf ihrer Seite. Somit steigt der Titelträger in die Bezirksliga Nordost auf.