Saarpfalz-Kreis hat ein Blitzgerät für den Straßenverkehr geordert

Kostenpflichtiger Inhalt: Saarpfalz-Kreis: Es wird wenig gerast auf der B423 : Kreisverwaltung: Nur wenige Fahrzeuge sind zu schnell

Die SZ hat nachgefragt bei der Pressestelle des Saarpfalz-Kreises hinsichtlich der Bundesstraße B423 und den Möglichkeiten aus Sicht der Verwaltung, verkehrsberuhigende Maßnahmen auf dem genannten Streckenabschnitt vorzunehmen.

Die Antwort darauf lautet wie folgt: „Da das Spektrum verkehrsberuhigender Maßnahmen relativ groß ist, gibt es in den meisten Fällen eine Maßnahme, die ergriffen werden kann. Der Umfang dieser Maßnahmen richtet sich in erster Linie an den gemessenen Fahrzeugen, dem Fahrzeug-Aufkommen und der Bedeutung, die die Straße im Verkehrsnetz hat. Eine Bundesstraße hat zentralere Bedeutung für den Verkehr als Landstraßen. Der Kreistag hat jüngst den Abschluss eines Kaufvertrages über die Lieferung, Installation und Inbetriebnahme einer semi-mobilen Geschwindigkeitsmessanlage (,,Blitzer“, Anm. der Red.) beschlossen.“

Die SZ wollte auch wissen, wie oft in 2019 und in 2018 Jahr auf dem genannten Streckenabschnitt die Geschwindigkeit des fließenden Verkehrs kontrolliert wurde. Und mit welchem Ergebnis. „Regelmäßig mindestens einmal im Monat wurde 2019 geblitzt“, heißt es dazu aus Homburg. Wobei die nun folgende Auskunft völlig konträr zu dem steht, was die Anwohner beobachten. Denn die Kreisverwaltung teilt mit, dass bei den gemessenen Fahrzeugen „die Anzahl zu schneller Fahrzeuge im Bereich zwischen ein und maximal drei Prozent lag“, und: „Von diesen Fahrzeugen lagen weit über 80 Prozent im Bereich einer Geschwindigkeitsüberschreitung von maximal 10 km/h.“

Wir wollten zudem wissen, was es mit dem von Beschwerdeführer Ludwig Weinmann angesprochenen Positionspapier der Kreisverwaltung zur Verkehrsentwicklung im Saarpfalz-Kreis auf sich hat. Nachfolgend die Antwort darauf: „Themen der Verkehrsberuhigung und Verkehrssicherheit werden immer wieder von betroffenen Bürgern und politischen Vertretern kommuniziert und konkrete Problemstellen und Konfliktbereiche an die Verwaltungen übermittelt. Das Positionspapier liefert grundlegende Stellschrauben für eine zukunftsorientierte Verkehrsplanung im Saarpfalz-Kreis. Es geht dabei auf Zuständigkeiten und Anlaufstellen auf der einen sowie auf Handlungs- und Lösungsansätze auf der anderen Seite ein. Der Saarpfalz-Kreis möchte Konflikte mit der kommunalen Planungshoheit vermeiden, weshalb das Dokument als Handreichung und Informationswerk zu verstehen ist. Gemäß dem Leitsatz ,Kreisentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe’ müssen alle Akteure partnerschaftlich zusammenarbeiten, um die Verkehrsproblematik überörtlich zu bearbeiten.“

Der Kreis vertrete die Auffassung, dass die Komplexität der Themenstellung einen ganzheitlichen Lösungsansatz erfordert und nicht eine konkrete Maßnahme zur Verkehrsberuhigung in anderen Kommunen zu zusätzlichen Belastungen führen dürfe. Ziel sei es daher, die Verkehrsentwicklung und -entlastung im gesamten Kreis auf der Basis eines ganzheitlichen Lösungsansatzes voranzubringen: „Bei Entscheidungen zur Verkehrsberuhigung sind die daraus resultierenden zu erwartenden Verkehrsstrom-Verlagerungen unter Beachtung des Gebots der Verkehrsleichtigkeit zu berücksichtigen.“ Neben strategischen Komponenten (nachhaltige Mobilitätsentwicklung), operativen Komponenten (Verkehrsberuhigung, Überwachung) spielten auch „die Bewusstseinsarbeit und die Konzeption und Realisierung von Alternativen zum motorisierten Individualverkehr eine wichtige Rolle“.

Abseits aller Zukunftswünsche und Utopien würden den vom fast ununterbrochenen Durchgangsverkehr betroffenen Anwohnern an der B 423 zwischen Aßweiler und Webenheim wohl schon kurzfristige Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung vollauf genügen.

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