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Saarländerin bespannt in Australien die Tennisschläger der Stars

Saarländerin bespannt in Australien die Tennisschläger der Stars

Akkurat und präzise: Mit ihrer Arbeit als Bespannerin von Tennisschlägern hat es Stefanie Schwarz-Eifler weit gebracht. Ab dem Wochenende präpariert die Wolfersheimerin bei den Australian Open die Rackets der weltbesten Spieler – wie etwa die von Angelique Kerber oder Sabine Lisicki.

Den beschaulichen Bliesgau tauscht Stefanie Schwarz-Eifler ab diesem Wochenende mit der australischen Metropole Melbourne. Neben dem Saarbrücker Dirk Dier ist die Wolfersheimerin eine von zwei Saarländern hinter den Kulissen der Australian Open . Dier ist in seiner Funktion als Assistenz-Trainer des Fed-Cup- und des Davis-Cup-Teams des Deutschen Tennisbundes in der zweitgrößten Stadt Australiens aktiv. Beim traditionell ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres gewann der gebürtige Blieskasteler 1990 sogar als erster Deutscher bei den Junioren einen Titel.

Stefanie Schwarz-Eifler hingegen jagt zwar auch seit ihrer Jugend dem gelben Ball hinterher, doch bei den Australian Open kümmert sie sich um die Schläger der besten Spieler der Welt. Erstmals betreut die 46-Jährige in der ersten Turnierwoche innerhalb des Teams der Firma Yonex die Teilnehmer eines Grand-Slam-Turniers. Seit 1991 ist Steffi Schwarz-Eifler schon bei vielen Turnieren gewesen - bis sie sich vor zehn Jahren selbstständig machte. Die versierte Bespannerin ist nun Inhaberin einer kleinen Firma mit Namen "Game Set Match", einem Tennis-, Badminton- und Squash-Bespannservice mit einem großen Kundenstamm im Saarpfalz-Kreis.

Mit ihrer großen Erfahrung wird sie nun in Melbourne die Schläger der Idole vieler junger Tennisspieler bespannen. Dabei kann sie mithelfen, Erfolge auf dem Center Court einzufahren. In Melbourne kämpfen unter anderem der serbische Weltranglistenzweite Novak Djokovic , der Spanier Rafael Nadal oder auch der Orscholzer Benjamin Becker um Weltranglistenpunkte. Im Team "Tecnifibre" von Mark Holldorf arbeitete die Saarländerin im vergangenen Jahr auch bei den Katar Open und am Hamburger Rothenbaum mit den Schlägern vieler Profis. Zuvor war sie unter anderem bei den Gerry-Weber-Open in Halle, dem Porsche-Cup und den Mercedes-Open am Stuttgarter Weissenhof, dem Compaq-Grand-Slam in München oder dem World Team Cup in Düsseldorf im Einsatz. Die Sportler schätzen ihre akkurate, präzise und genaue Arbeit.

Bei den Katar Open in Doha habe laut Schwarz-Eifler das Wüstenklima den Spielern große Probleme bereitet. So hätten die Schläger tagsüber bei hohen Temperaturen härter bespannt werden müssen. Als es abends merklich abkühlte, wurde die Härte dann nach unten korrigiert. Die Wolfersheimerin muss sich auch auf die Gewohnheiten einzelner Akteure einstellen. So ließ beispielsweise Djokovic vor jedem Spiel vier Schläger gleicher Härte und einer mit einem Kilo weniger präparieren. Nadal wich gar von seinem Saitensponsor ab und testete eine andere Marke. Doch er versuchte es mit konstant 25,5 Kilopound. Der Deutsche Dustin Brown spielte das härteste Gewicht mit 34 Kilopound. "Ob im Hobby- oder im Wettkampfbereich ist vielen Spielern die Wichtigkeit einer guten Bespannung nicht richtig bewusst", weiß die 46-Jährige und meint: "Doch sie ist der Motor des Schlägers, die den Ball kontrolliert. Von ihr hängen Ballgefühl und Präzision des Spieles sowie die Beschleunigung ab." Nicht zu vergessen die Vibrationsdämpfung: Die Saite ist der dynamische Teil des Schlägers, die im Kontakt mit dem Ball für Kraft, Spin und Kontrolle sorge.

Die Saarländerin freut sich nun, neben dem hektischen Tennisbetrieb auch das Land ein wenig kennenzulernen. Auch sei sogar noch Zeit, eine Freundin zu besuchen. "Ich werde noch nach Adelaide fahren", verrät sie.

gamesetmatch.de