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Ruth Rousselange: eine Autorin aus Wolfersheim

Autorin aus Wolfersheim : Ihr große Leidenschaft ist die Lyrik

Die Autorin Ruth Rousselange lebt seit 2013 mit ihrem Ehemann und vier Katzen im Blieskasteler Stadtteil Wolfersheim.

Ruth Rousselange ist vielen Lesern der Saarbrücker Zeitung als Verfasserin witziger Kolumnen bekannt. Die Saarländerin, die in Friedrichweiler bei Wadgassen aufwuchs und jetzt in Wolfersheim lebt, ist aber auch Autorin von Gedichten und Kurzgeschichten sowie Kritikerin von Comics und Kinder- und Jugendbüchern. Als sie selbst ein Kind war, fing ihr Interesse an Literatur mit Erich Kästner an. „Das doppelte Lottchen war eines meiner ersten Bücher, danach kam natürlich Emil und die Detektive. Kästner habe ich immer geliebt. Später habe ich seine Gedichte entdeckt, die finde ich einfach klasse. Die schwanken so zwischen einem Anflug von Romantik und oft bitterem Ernst.“ Das Faible für Comics entsteht bei der jungen Ruth durch die Lurchi-Bände der Schuhmarke Salamander. Aber auch Wilhelm Busch erweckt in ihr die Leidenschaft für die Kombination von Illustration und Reimen. Noch heute sind es genau solche Werke, die sie für Magazine und Zeitschriften wie Opus oder Eselsohr bespricht. Bis Rousselange selbst anfängt zu schreiben, ist es ein langer Weg. Sie studiert zunächst Anglistik und Germanistik und arbeitet währenddessen in einer Buchhandlung in Saarlouis. Im Jahr 2000 entschließt sie sich, nach Saarbrücken zu ziehen, arbeitet dort in der Buchhandlung Zeralda - und fängt mit dem Schreiben an. „Ich wusste, das ich nicht unbedingt Lehrerin werden will. Ich war mir nicht sicher, ob ich mein pädagogisches Talent anwenden mag. Ich wollte das offenhalten, aber auf jeden Fall etwas mit Literatur machen.“ Um 2000 beginnt Rousselange auch bei der Saarbrücker Zeitung ihre freie Mitarbeit. Sie arbeitet für die Stadtgalerie und die frühere Ballettchefin Marguerite Donlon. 2012 kommt sie zum Magazin Opus und verfasst für dieses hauptsächlich größere Künstlerporträts.

Seit dem November 2013 teilt sie sich die Geschäftsführung des Friedrich-Bödecker-Kreis Saarland mit Katrin Armbrust. Der unter anderem vom Kultusministerium unterstützte gemeinnützige Verein vermittelt Autorenbegegnungen in Kindergärten, Schulen und Bibliotheken. Im gleichen Jahr beginnt Rousselange damit, bei der europäischen Kinder- und Jugendbuchmesse Saarbrücken sogenannte Impulsateliers abzuhalten. Die Autorin gibt dabei Anleitungen zur Auswahl von Kinder- und Jugendbüchern und stellt dabei auch besonders lesenswerte Werke vor. Ihr eigenes erstes Buch erscheint 2007, es ist ein Gedichtband in der Reihe Topicana des saarländischen Künstlerhauses. Zwei Jahre später veröffentlicht sie das Biografieprojekt „Burbacher Leben“, in dem sie Lebensgeschichten von Einwohnern des Saarbrücker Stadtteils zusammenfasst. 2011 schreibt die Autorin den Kinderstadtführer Saarbrücken - sie wird zuvor in der Buchhandlung Zeralda vom Chef des J. G. Seume-Verlags, Peter Winterhoff-Spurk, angesprochen, ob sie das nicht machen will. Rousselange beschreibt darin neun Spaziergänge durch die Landeshauptstadt, die für Kinder interessant sind. Die Kolumnen für die Saarbrücker Zeitung erscheinen 2013 als Sammelband mit dem Titel „Gabelspur im Deckenweiß“ - Rousselange sinniert in der gleichnamigen Kolumne darüber, dass weiße Tischdecken außer Mode gekommen seien. Die grellbunten mit den vielen Ornamenten rauben ihr jegliche Konzentration beim Essen im Restaurant. Solche kleinen Alltagsbeobachtungen, ein bisschen süffisant und mit viel Sprachwitz verfasst, liegen der Autorin. 2016 gewinnt sie den Kulturpreis des Zonta-Clubs Saarlouis, einem Verein, der sich für die Verbesserung der Lebenssituation von Frauen einsetzt.

Rousselanges wahre Leidenschaft ist die Lyrik. „Eigentlich ist es das, was ich am liebsten mache.“ Ihre Gedichte („ich habe Hunderte!“) würde sie auch noch gerne in einem weiteren Band versammelt sehen. Sie sind alles andere als schwere Kost. Locker-leicht und mit viel Humor dichtet sie vom Schaf, das einen Kater hat, oder vom Krokus, der mutig sich nach oben reckt - und dann „bricht unterm sichren Tritt des Naturfreunds“. Über Privates spricht Rousselange nicht so gerne, nur so viel: Dass sie seit 2013 mit Ehemann und vier Katzen ein süddeutsches Einhaus in Wolfersheim renoviert.