Rückschläge nach dem Erfolg

Blieskastel. Mit großen Erwartungen und Plänen hatte Elmar Becker das vergangene Jahr begonnen. Er wollte (zusammen mit Bernhard Wesely von der Firma Stagelight) das Blieskasteler Kulturleben mit Konzerten "auffrischen", die Auslastung der Bliesgau-Festhalle verbessern und Kultur zu nicht überzogenen Preisen anbieten

Blieskastel. Mit großen Erwartungen und Plänen hatte Elmar Becker das vergangene Jahr begonnen. Er wollte (zusammen mit Bernhard Wesely von der Firma Stagelight) das Blieskasteler Kulturleben mit Konzerten "auffrischen", die Auslastung der Bliesgau-Festhalle verbessern und Kultur zu nicht überzogenen Preisen anbieten. Zu Beginn des neuen Jahres war es nun an der Zeit nachzufragen, wie der Gastronom sein Engagement im Rückblick sieht und wie es nun weitergehen soll. Becker beschreibt das Wechselbad seiner Gefühle: "Wir hatten mit der Mallorca-Party im letzten Frühjahr einen richtigen Kracher gelandet. Das fanden wir eine echte Marktlücke und die Sache kam super an", erinnert sich der Konzertveranstalter. Man sei durch den großen Erfolg beflügelt worden, "nachdem wir da fast 1000 Gäste hatten". Sein Ziel sei es gewesen, Konzerte zu relativ niedrigen Eintrittspreisen anzubieten, er wollte sein Geschäft über die Umsätze machen. "Aber ich bin auch mit Leib und Seele Blieskasteler, ich wollte mich für meine Stadt einbringen, sah mich meiner Stadt gegenüber in der Pflicht", merkt Elmar Becker an. Aber dann gab es ein Wechselbad der Gefühle und auch enorme finanzielle Belastungen, wie er freimütig bekennt. Denn neben großen Erfolgen hatte der zweite Vorsitzende des Blieskasteler Gewerbevereins auch herbe Rückschläge einstecken müssen. So war das groß angekündigte Konzert mit der Teenie-Band "Killerpilze" nicht der erwartete Renner. Hier sind die Gründe für Becker im Nachhinein erkennbar: "Die Mitglieder der Band hatten sich nicht mehr live gezeigt, mussten sich um ihre Schule kümmern. Es gab keine aktuellen Tonträger, auch in den entsprechenden Jugendzeitschriften war die Band nicht präsent". Ganz andere Gründe hat nach Beckers Ansicht der Flop mit dem so genannten "Indoor-Oktoberfest". Hier habe man den "vollkommen falschen Zeitpunkt" gewählt. Nicht ganz erklärbar ist Becker der relativ schwache Publikumszuspruch bei den "Rattles": "Ich kann keine genauen Gründe angeben, vielleicht ist deren Zeit abgelaufen", spekuliert der Inhaber der Kneipe "Alt Schmidd". Relativ gut lief das Konzert mit Heinz-Rudolf Kunze und Purple Schulz, aber auch hier hätten ein paar Gäste mehr kommen können. Toll dann wieder die Veranstaltung etwa mit "Powerwolf" auf dem Altstadtfest oder der unvergessliche Abend mit Klaus Lage und Band, wo fast 600 Fans in der Bliesgau-Festhalle zusammen mit den Künstlern für ein tolles Konzerterlebnis sorgten. Die Volksmusik dagegen hat wohl in Blieskastel keine Chance. Das Herbstkonzert mit den Wildecker Herzbuben und anderen Künstlern wurde von deren Konzertagentur wegen des schlechten Vorverkaufs einfach abgesagt: "Die Agentur trug das Risiko, die waren knallhart und wollten bei etwa 100 verkauften Karten einfach nicht", stellt Becker fest. Gleichwohl will er weitermachen, auch wenn er "schwere finanzielle Rückschläge" verkraften musste. Für dieses Jahr ist erneut eine Mallorca-Party fest geplant (Samstag, 20. März). Zudem soll die Kooperation mit der Stadt intensiviert werden, hier sollen Gespräche geführt werden. "Wir sind mit einigen Künstlern im Gespräch, aber es ist noch zu früh, Konkretes zu sagen". Auf jeden Fall verspricht Becker, auch die Freunde klassischer Musik im kommenden Konzertjahr bedienen zu wollen. "Ich wusste, dass ich einen langen Atem brauche. Ich lasse mich nicht entmutigen", bekräftigt Elmar Becker. "Die Agentur trug das Risiko, die waren knallhart und wollten bei etwa 100 verkauften Karten einfach nicht."Elmar Becker, Konzertveranstalter