Blieskastel : Fairwaltungskasse am Ende fairsoffen

„Blieskastel Fairführt“ war das Motto beim Rathaussturm am Fetten Donnerstag – angelehnt an das Fairtrade-Siegel der Stadt.

Es hatte sich bereits am frühen Vormittag abgezeichnet, dass die närrischen Weiber mit ihrem Anhang etwas vorhatten. Es roch nach Verschwörung (und Alkohol), was sich da zusammenbraute. In den Geschäften und den Banken der Barockstadt hatte man sich bereits am Vormittag den nötigen Mut angetrunken. Und als dann am frühen Nachmittag auch noch das Panikorchester zu den Weibern stieß, war auch dem letzten Fasebooze klar: Die haben etwas vor. Zur Verstärkung hatte man gar Narren aus der Palz (Pirmasens) nach Blieskastel geholt. Mit einer riesigen Kanone bewaffnet, marschierte man Richtung Rathaus, und jedem war klar: Das wird kein fairer Kampf.

Denn „Blieskastel Fairführt“ war das Motto der diesjährigen Entmachtungskampagne, angelehnt an das Fairtrade-Siegel der Stadt Blieskastel. Aber man hatte im Rathaus offensichtlich etwas geahnt, wahrscheinlich waren die Weiber schon fairpfiffen worden. Denn obwohl man augenscheinlich auf panzerbrechende Waffen verzichtet hatte, war man sich der Gefairlichkeit der Lage bewusst. Und die Weiber sowie deren Unterstützer von der Blieskasteler Karnevalsgesellschaft (BKG) wollten keine fairen Gespräche, sie wollten die Macht! Die Fairwaltungsschlafmützen wurden mit donnergewaltigem „Nix wie druff“ aus ihrem Schlaf gerissen. „Fairpeilt, fairstruddelt und auf fairlorenem Poschde“, so nannte der Stallbock die Sesselfurzer im fairgammelten Rathaus. Zwar wurde vom Rathaus ein letztes fairzweifeltes „Fairpfeift euch“ gerufen, aber man wusste sehr schnell, dass man tatsächlich auf fairlorenem Posten stand. Die Weiber und ihre närrischen Unterstützer hielten der Fairwaltung vor, dass sie Steuergeld fairschwendet habe, die Fairwaltung abgewirtschaftet sei: „Ihr seid so fairkommen wie die Feschdhall“, wurde Annelie Faitrade-Wegener und ihrer fairkommenen Fairwaltungstruppe entgegengeschleudert. Bei einer Kapitulation versprachen die Weiber und ihre närrischen Gefairten auch faire Bedingungen. Am Ende konnten die Fairteidiger nicht mehr anders, es wurden die Kapitulationsbedingungen fairhandelt. So wurde für die tollen Tage die närrische Monarchie eingeführt, der Dolmusch zur Staatskarosse für die närrischen Tollitäten umfunktioniert. Die „unnötigen Blumenkübel“ in der Stadt seien auf dem Lautzkircher Schulhof zu entleeren „unn grad se rechele“, damit über alles Gras wachsen könne und die Kinder sich beim Spielen nicht die Knie aufschürfen würden. Sollte Annelie Fairtrade-Wegener im Mai nicht mehr gewählt werden, werde man in die noch vorhandenen Blumenkübel „Fairgissmeinnicht“ einpflanzen.

Die „unnötigen Angestellten, also alle aus der Fairwaltung“ sollten in den Wald geschickt werden, um den Wald für die Kinder des Waldkindergartens sicher zu machen. Am Ende wollte man noch das Fest „Franz“ wieder in Altstadtfest umbenennen lassen und Ehrenstallbock „Elly Elmar“ soll zum Sheriff ernannt werden, damit sie der Fairwaltung Zucht und Ordnung beibringe. Zu jeder Forderung kam von der Fairwaltung ein winselndes „Selbstfairständlich machen wir das“, bevor man am Ende zur Attacke überging: Der Präsident befahl: „Angriff! Führt sie ab und steckt sie ins Loch“, da ergab man sich der närrischen Übermacht.

Die fairkommenen Beamten und Annelie Fairtrade-Wegener wurden abgeführt, nachdem sie die Rathausschlüssel an die närrischen Herrscher abgetreten hatten. Sie machte gute Miene zum fairkommenen Spiel, versprach den Narren gar eine neue Narrhalla. Dann ging es in einem für die Rathauschefin sehr peinlichen Zug durch die Stadt. In der Alt Schmidd wurde dann anschließend die Beute fairteilt und die Stadtkasse (oder das Wenige, das noch fairblieben war) wurde fairsoffen.