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Rathaus auf Rädern rollt Richtung Zukunft

Rathaus auf Rädern rollt Richtung Zukunft

Geht es nach der CDU, soll das „Mobile Rathaus“ ausgebaut werden. Fraktionschef Holger Schmitt sieht in den Hausbesuchen und dem Bring- und Abholdienst des Bürgerbüros ein zukunftsweisendes Angebot.

Die Blieskasteler CDU will mobile Dienstleistungen für nicht mobile Bürger ausbauen. "Bereits seit Langem bietet das Bürgerbüro der Stadt Hausbesuche an und es gibt einen Bring- und Abholdienst. Die CDU will, dass diese Angebote künftig ausgebaut werden", erklärte der Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion, Holger Schmitt, nach Gesprächen in verschiedenen CDU-Ortsverbänden. Ausgangspunkt sei ein Beschlussantrag der Mitgliederversammlung des CDU-Ortsverbandes Altheim gewesen. Das Angebot solle sich ausschließlich an Bürger richten, die aufgrund Krankheit oder Gebrechlichkeit keine Verwaltung aufsuchen können. So praktiziere dies auch die Gemeinde Gersheim, die ihr Angebot im Rahmen des Projekts "Mobiles Rathaus" erfolgreich ausgebaut und erprobt habe. Ein zukunftsweisendes Angebot finde auch die Blieskasteler CDU , welches durchaus Nachahmung finden sollte.

Blieskastels Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener (CDU ) unterstütze den Vorstoß. Auch die interkommunale Zusammenarbeit biete Möglichkeiten, die Arbeit der Bürgerbüros enger zu verzahnen und abzustimmen. Perspektivisch könnten mobile Dienste vielleicht auch gemeinsam und gemeindeübergreifend angeboten und genutzt werden. "Mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung sollten wir alle Möglichkeiten nutzen, um Kräfte zu bündeln und intelligente flächendeckende Angebote für immobile Bürger zu schaffen", erklärte Holger Schmitt abschließend.

Die Gemeinde Gersheim war im November 2014 für ihr Projekt "Mobiles Rathaus" ausgezeichnet worden. Sie gehörte zu den Preisträgern des bundesweiten Wettbewerbs "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen 2014". Der Wettbewerb stand unter dem Motto "Innovationen querfeldein - Ländliche Räume neu gedacht". Mit der Auszeichnung würdigten die Initiative "Deutschland - Land der Ideen" - Initiatoren sind die Bundesregierung und der Bundesverband der Deutschen Industrie - und die Deutsche Bank Ideen und Projekte, die Lösungen für die Herausforderungen der ländlichen Regionen bereithalten.

Die Gemeinde Gersheim bietet seit Sommer 2013 ihren älteren, behinderten oder kranken Bürgern mit dem "Mobilen Rathaus" Hausbesuche an. In einem Koffer haben die Amtsmitarbeiter alles dabei, was sie beispielsweise für den Rentenantrag oder den neuen Ausweis benötigen. Selbst ihr Wahlkreuz können die Einwohner im eigenen Wohnzimmer setzen. Und das ohne zusätzliche Kosten. So bewältigten die Landbewohner notwendige Behördengänge ohne fremde Hilfe - weil die Gemeinde ihnen entgegenkommt.

Wie Gersheims Bürgermeister Alexander Rubeck damals erläuterte, sei die Idee zum "Mobilen Rathaus" gewesen, dass die Veränderung der Bevölkerungsstruktur - Stichwort demographischer Wandel - auch in der Gemeinde Gersheim zur Folge habe, dass es immer mehr ältere und allein lebende ältere Menschen gibt. Damit wachse auch die Zahl derjenigen, die nicht oder nur sehr eingeschränkt die Möglichkeit haben, für die Erledigung bestimmter Vorgänge das Rathaus persönlich aufzusuchen. Diesen Menschen solle mit dem neuen Angebot geholfen werden. Mit dem "Mobilen Rathaus" sei er seinem Ziel ein Stück näher gekommen, die Gemeindeverwaltung zu einer modernen und bürgernahen Behörde auszubauen. Laut Verwaltung wurden in den Service 3900 Euro für einen Laptop und einen Drucker investiert.