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Rasengrabstätten mehrheitsfähig im Stadtrat Blieskastel

Rasengrabstätten mehrheitsfähig im Stadtrat Blieskastel

Für viele Hinterbliebene sei ein Rasengrab eine würdevolle Alternative zur anonymen Bestattung, meint der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, Guido Freidinger. Diese Bestattungsart soll nun in die Friedhofssatzung.

Die SPD Blieskastel fordert schon seit Jahren Rasengrabstätten für Urnenbeisetzungen. Wie der SPD-Fraktionschef im Stadtrat, Guido Freidinger, mitteilt, sei bereits vor fünf Jahren von Ortsvorsteher Walter Boßlet die Einrichtung von Rasengrabstätten für den Friedhof Blickweiler gefordert worden. Ebenso hätten sich die Ortsvorsteherinnen von Niederwürzbach und Biesingen, Petra Linz und Annette Weinmann, in Anfragen an die Bürgermeisterin und mit Ortsratsbeschlüssen für diese Bestattungsart ausgesprochen. Der Ortsrat von Niederwürzbach habe darüber hinaus im Februar 2015 die Bürgermeisterin schriftlich aufgefordert, dieses Anliegen dem Stadtrat vorzulegen und eine Änderung in der entsprechenden Satzung vorzunehmen. Die Anfragen seien wegen zu hoher Kosten, Mehraufwand, fehlender Nachfrage und der bestehenden Urnenwände von Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener abgelehnt worden. Freidinger: "Die Bestattungskultur hat sich in den letzten Jahrzehnten gravierend gewandelt. Inzwischen werden 60 Prozent der Verstorbenen in Urnen beigesetzt. Für viele Hinterbliebene ist ein Rasengrab eine würdevolle Alternative zu einer anonymen Bestattung. Mit den pflegefreien Reihengräbern haben sie einen individuellen Ort für Besuche am Grab."

Am 10. Februar dieses Jahres sei dazu von der SPD-Stadtratsfraktion ein Antrag zur Aufnahme in die Tagesordnung für die Stadtratssitzung am 25. Februar gestellt worden. "Die SPD-Fraktion sprach sich darin dafür aus, die Bestattungsart Rasengrabstätten für Urnen in die Satzung über die Benutzung der Friedhöfe der Stadt Blieskastel aufzunehmen. Die Aufnahme des Antrages wurde von der Stadtverwaltung abgelehnt, weil wegen fehlerhafter Datenübertragung die vierzehntägige Einreichungsfrist um zwei Stunden überschritten war, und auf die nächste Sitzung vertagt," so die SPD .

Nachträglich sei der SPD-Vorschlag nun auch von CDU und Grünen im Stadtrat aufgegriffen worden (wir berichteten). Ortsvorsteherin Annette Weinmann und die SPD-Stadtratsfraktion freuten sich darüber, dass CDU und Grüne inzwischen auch den "Wandel in der Bestattungskultur aktiv begleiten wollen" und die Errichtung von Rasenurnengräbern, für die sich die SPD seit vielen Jahren einsetzt, unterstützen. Weinmann: "Viele Angehörige nutzen mittlerweile in anderen Städten und Gemeinden die Möglichkeit der Bestattung in einem Rasengrab. Auch die Bürgerinnen und Bürger aus Blieskastel sollen die Möglichkeit erhalten, ein Rasengrab als Trauer- und Gedenkstätte für ihre Verstorbenen auf den Friedhöfen zu errichten."