Queen Revival Band gab Konzert in Blieskastel

Konzert : Die Wiederauferstehung von „Queen“

Rund 600 Konzert-Besucher schwelgten in der Bliesgau-Festhalle in musikalischen Jugenderinnerungen.

Samstagabend in der Bliesgau-Festhalle: Rund 600 Besucher stehen dicht an dicht und klatschen. Auf der Bühne ein Mann, der Freddie Mercury täuschend ähnlich sieht. Doch Mercury verstarb bereits 1991. Bei dem Sänger handelt es sich vielmehr um den Düsseldorfer Harry Rose, und der ist der Frontmann der „Queen Revival Band“, die auf Einladung von Konzertveranstaltungen Ehrmanntraut und dem Kulturamt der Stadt Blieskastel mit dem Programm „God save the Queen“ an längst vergangene Zeiten der Rockgruppe erinnerte. Auch die Fans sind in die Jahre gekommen: Die Haare haben sich gelichtet, das Grau dominiert, und man nimmt gerne auch auf den Sitzplätzen der Empore Platz. Für kurze Zeit kommt etwas Unmut auf, als bei „Radio Ga Ga“ das Gesangsmikro von Rose versagt. Ein Umstand, der schnell geklärt ist. Applaus, als es wieder weiter geht. Die Besucher haben auf die populären Titel gewartet, so scheint es. Jubel kommt nach kurzen Anfangssekunden auf, wenn ein weiterer Song startet. So auch bei „Underpressure“, bei dem schnell mitgesungen wird. Ein Wiedersehen gibt es natürlich ebenso mit „Another one bites the dust“ oder mit „I’ve got to break free“.

Harry Rose verkörpert Mercury bis ins Detail, greift dabei in die Requisitenkiste, indem er sich Brüste einsetzt, eine Perücke aufzieht und den Staubsauger beim Singen betätigt. Immer wieder rennt er nach hinten und rockt mit Piid Plötzer (Drums), der auf einem Podest spielt. Dieses Spiel machen auch einzeln Christoph Stowasser (Bass) und Stefan Pfeiffer (Gitarre) mit. Optisch am Rand, aber keinesfalls im Hintergrund, kommt Sebastian Simmich (Keyboards) eine nicht unwichtige Rolle zu. Ab und an, wie bei „Barcelona“, holt sich Harry Rose Verstärkung durch eine Sängerin oder wie bei anderen Titeln zwei Background-Sängerinnen. Gekonnt spielt er mit dem Mikrofon-Stativ. Ruhe kennt das Mercury-Double nicht. Die Hyperaktivität erfordert die Rolle. „Das ist eine der schönsten Balladen“, ruft er, als er „Who want‘s to live forever“ zum Besten gibt. Pärchen im Publikum danken es ihm mit Schmusetanz. Andere tanzten gar bei „Mama“ Fox und wiederum andere schunkeln, während der Frontmann sich ans Klavier sitzt.

Die Stimmung kocht hoch, als jemand eine Saarland-Flagge auf die Bühne wirft. Harry Rose hängt sie sich gekonnt um und wirft sie kurz danach wieder zurück. „Er war natürlich auch ein Romantiker“, findet Rose zwischendrin. Da ist durchaus was dran. Doch er, – Mercury oder Rose? – ließ auch gerne die Kuh fliegen. Etwa bei „We will rock you“, als er sich die britische Flagge umwirft. Er sei froh darüber, für das Publikum „den Freddie machen zu dürfen“, frohlockt der Sänger zwischendrin. Nicht ohne das Publikum zu loben. „Ihr seid coole Säue. Ihr seid Rock’n Roll-Publikum“, ruft er den Fans zu.

Die Besucher gehen derweil richtig mit. Bei „We are the Champions“ wird gesungen, was das Zeug hält. Und Rose treibt es noch auf die Spitze, zieht Königsmantel und Krone passend zum Titel der Show an. „Show must go on“, eine von mehreren Zugaben, passte da wie die Faust aufs Auge. „Mir hat vor allem der gute Klang und die Licht-Show gefallen“, meint Bernd Coesmann aus Merzig gegenüber unserer Zeitung. „Die Lieder waren die Songs meiner Jugend“, blickte Karin Schwarz aus Homburg mit strahlenden Augen zurück.