Sepp Allgayer ist tot Pressefotograf Sepp Allgayer ist verstorben

Niederwürzbach/Ormesheim · Der berühmte „Amifänger von Niederwürzbach“ war über Jahrzehnte ein bekannter Chronist seiner Heimatregion.

 Sie gehörten zusammen: Sepp Allgayer und der Fotoapparat.

Sie gehörten zusammen: Sepp Allgayer und der Fotoapparat.

Foto: Hans Hurth

Wie erst jetzt bekannt wurde, verstarb am vergangenen Samstag, 12. Februar, im Alter von 91 Jahren im Seniorenheim in Ormesheim Sepp Allgayer, der Generationen von Menschen im Bliestal begleitete. 50 Jahre war der Niederwürzbacher nämlich im Bliestal und in der Parr unterwegs als Zeitungs- und Fotoreporter.

1944 erlernte Allgayer im elterlichen Betrieb das Handwerk des Bäckers, bei zwei schweren Bombenangriffen entging er knapp dem Tod. Mit 15 Jahren sein erster spektakulärer Auftritt, der ihm bundesweit Aufmerksamkeit bescherte: Am 18. März 1945 nahm der junge Seppl „dehemm in die Backstubb“ den ersten Amerikaner, der Würzbacher Boden betrat, gefangen. Der danach benannte und jährlich gefeierte „Amifängertag“ sorgte genau fünf Jahrzehnte lang für Gesprächsstoff. Da ihn das Bäckerhandwerk nicht mehr auslastete, begann er 1953 bei der Gema in St. Ingbert eine kaufmännische Lehre. Zu dieser Zeit knüpfte er Kontakte zu den Presseorganen, die ersten Fotos in den Tageszeitungen erschienen. Bis 1970 war Allgayer bei BBC in Saarbrücken stellvertretender Abteilungsleiter, bevor er dann, hauptberuflich, aber frei, bei unserer Zeitung tätig wurde. Das Einsatzgebiet seiner journalistischen Arbeit umfasste 30 Orte und Stadtteile von Blieskastel, Gersheim und Einöd, bei den vielen Wochenend-Terminen vor Ort war er einer der schnellsten seiner Zunft. Mehrere Fotoausstellungen mit Bundespolitikern und Musikstars weckten Aufmerksamkeit.

Auf sportlicher Ebene war Sepp Allgayer Gründungsmitglied des erfolgreichen Filmclubs, ein bekannter Tischtennisspieler und in der 50-er Jahren Stadtmeister von St. Ingbert. Lange war er Präsident eines Stammtisches mit eigener Kapelle, wobei der Würzbacher – ohne Notenkenntnis – viele Instrumente rein nach Gehör beherrschte. Auch im Ruhestand war auf vielen Gebieten sein Rat geschätzt, sein urwüchsiger Humor gern gehört.