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Premiere für Autokino in Blieskastel mit Oku and the Reggaerockers

Autokino in Blieskastel : Das hat die Bliesaue noch nie erlebt

Das Autokino in Webenheim feiert tolle Premiere mit einem Konzert von Oku and the reggae rockers.

Wow! Die Bliesaue, genau das Bauernfestgelände in Webenheim, hat im Laufe der Jahre schon viel erlebt. Howie Carpendale und Vicky Leandros haben hier gesungen, Jürgen Marcus wollte vor vielen Jahren hier nicht singen, es wurde geboxt und gestrippt im großen Festzelt, sogar Horst Seehofer war schon da – „aber das hat Webenheim noch nicht erlebt“. Bernhard Wesely ist sozusagen überwältigt, positiv überrascht und vom Erfolg begeistert. Das erste Konzert im „Autokino“ auf den Blieswiesen war ein riesiger Erfolg.

Rund 200 Autos waren vor der großen Bühne aufgereiht, die Stimmung war super. Aber der Reihe nach: Einlass am Ende des Geländes, die Tickets werden kontrolliert. Auch der Mann von der Zeitung wird ermahnt, nur ja auf dem „Kino-Gelände“ die Maske zu tragen. Klar, die Gesundheit geht vor, und besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Die Autos werden von Helfern eingewiesen, mit Zollstock versteht sich. Schließlich ist auch hier der gebührende Abstand einzuhalten. Und dann gibt es einen besonderen Service: „Freaky“ Jörn Dreßler und ein Team des Saarländischen Rundfunks säubern die Frontscheiben der Autos, schließlich braucht man bei so etwas einen guten Durchblick. Übrigens: Auch für später stand ein Starter-Team bereit, sollte die Autobatterie schlappmachen. Aber das brauchten die wenigsten, schließlich sollte nur das Autoradio in Betrieb sein, der Motor war abzustellen.

SR-Moderator Jonas Degen machte die vielen Gäste auf die „absolut geile Party“ heiß, zum Aufwärmen fürs Konzert – in Corona-Zeiten ist eben alles anders – hieß es „den Blinker links, jaaa, jetzt den Blinker rechts, jaaa, jetzt das Fernlicht…“, und dann ganz wichtig: die Hupe. Das Hupen ist in Covid-19-Zeiten sozusagen das neue Klatschen. Die Band stand bereit, „Oku and the reggae rockers“ waren unter Spannung: „Wir haben schon ein Streaming-Konzert gespielt und das war schon irgendwie anders, aber vor Autohauben sind wir noch nicht aufgetreten“, erzählt Oku Esa im Gespräch mit unserer Zeitung. Und  bevor es dann kurz nach 20 Uhr losgeht,  konzentriert er sich hinter der Bühne: „Das ist das Verrückteste, was ich jemals gemacht habe“, lacht der gelernte Förderschullehrer.

Oku rockte zum ersten Mal „vor Autohauben“, gleichwohl war die Stimmung glänzend. Foto: Erich Schwarz

Aber dann geht die Show ab, zunächst wird gehupt, dann lauscht man im Radio, UKW-Frequenz 88,5, dem Konzert. Und Oku geht mit seinen Musikern auf der Bühne ab, als wäre das ein „richtiges“ Konzert. Auch ganz hinten ist die Band noch zu sehen, schließlich hat man eine 70-Quadratmeter-LED-Leinwand mit einer Schärfe wie im heimischen Fernsehen aufgebaut.  „Zum Teil haben wir 20 Stunden am Tag gearbeitet, organisiert, telefoniert“, erzählt Cheforganisator Bernhard Wesely von den Vorbereitungen. Eric Dessloch gehört noch zum Team, auch Tom Schwarz, früher Gastwirt in der Webenheimer Reiterklause, war einer der Ideengeber. „Es gab ein unglaubliches Entgegenkommen. Jeder hat uns einen guten Preis gemacht, da wurde nicht gefeilscht, wir wurden toll unterstützt“, erzählt Wesely. Vom Webenheimer Unternehmen Sonn gab es großzügige technische Unterstützung, das Homburger Eden-Kino  und das Kino aus Illingen sorgten für die Nachos und das Popcorn, die Sparkassen Finanzgruppe war einer der vielen Sponsoren.

„Was sonst Wochen an Vorbereitungszeit gekostet hätte, mussten wir innerhalb von knapp anderthalb Wochen stemmen“, erinnert sich Wesely an arbeitsreiche Tage. Die Künstler mussten verpflichtet und die Kinolizenzen  eingeholt werden, und zum Beispiel die UKW-Sendefrequenz für den SR musste eigens in Frankfurt beantragt werden. Überhaupt, so Wesely, sei der Saarländische Rundfunk ein ausgezeichneter Partner gewesen. In einer kleinen Umfrage zeigten sich die Gäste begeistert von der ungewöhnlichen Aktion: „Ich habe bei Facebook davon gelesen, und dann haben wir Tickets bestellt. Das wird sicherlich ein toller Abend“, hatte uns etwa Franziska Stump aus Scheid vor Beginn erzählt. Gemeinsam mit ihrer Freundin war sie gekommen, Chips und Flips gab es reichlich im Auto. Andere hatten ihre Autos mit Lampions geschmückt, aus vielen Wagen drang der Duft von Crémant nach außen. Übrigens war das eine überregionale Sause. Aus dem gesamten Saarland waren Kennzeichen zu lesen, dazu viele aus der Westpfalz, von KL über PS bis sogar DÜW. Zudem wurden französische Kennzeichen erblickt und auch Luxemburger waren da. Am kommenden Wochenende ist unter anderem die Mallorca-Größe Mia Julia angesagt: „Da kommen sogar Wohnmobile aus Norddeutschland“, freut sich Bernhard Wesely.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Autokonzert „Alle Farben“ in Blieskastel