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Preisverleihung beim Bundesfilmfestival Natur in Blieskastel

AFW Blieskastel : Die „Schmetterlinge“ gab es diesmal digital

Das Corona-Virus zwang die Organisatoren des Blieskasteler Bundesfilmfestivals Natur auf neue Wege. Die Wettbewerbsfilme standen online, und die Preise gab es per Livestream.

Ein außergewöhnliches Naturfilmfestival ist am vergangenen Wochenende zu Ende gegangen. „Wir sagen nicht ab, wir machen es anders“: Unter diesem Motto hatte der ausrichtende AFW Blieskastel nach einer Lösung gesucht, auch die 42. Auflage des Bundesfilmfestivals Natur trotz Corona durchführen zu können und wandelte das bundesweit beliebte Festival in ein Online-Filmfestival um. Dazu wurde im Internet eine eigene Plattform eingerichtet, auf die alle 23 Festivalfilme eingestellt wurden. Ein Online-Programmheft versorgte die Besucher mit den nötigen Informationen und stellte Autoren und Filme in Bild und Text vor. Für die Jury wurde ein neues Bewertungssystem installiert, auf das die Mitglieder der Jury jederzeit zugreifen konnten, und das ihnen die Möglichkeit bot, untereinander zu kommunizieren. Nicht zuletzt schuf man noch eine Möglichkeit für die Zuschauer, ihre Lieblingsfilme zu bewerten und so auch bei diesem Online-Festival den Publikumspreis zu vergeben.

Diese Herausforderung wurde von Festivalleiter Jürgen Baquet und dem technischen Leiter des Clubs Wolfgang Freier souverän gemeistert. Vier Wochen lang hatte jeder Interessent die Möglichkeit, sich alle Filme in Ruhe zu Hause anzuschauen, wovon bundesweit regen Gebrauch gemacht wurde. Für diesen enormen Einsatz, der für alle Neuland war, erntete der Ausrichter von allen Seiten große Anerkennung. Deshalb hatte sich der AFW-Blieskastel auch für die Verkündung der Preisträger etwas Besonderes einfallen lassen: In einem 30-minütigem Livestream, der aus dem Garten von Festivalleiter Jürgen Baquet am vergangenen Sonntag im Internet übertragen wurde, stellten die einzelnen Juroren die Gewinner der „Schmetterlinge“ vor. Ein kurzer Ausschnitt aus dem preisgekrönten Film ergänzte die Vorstellung der Preisträger. Dieser mit hohem technischem Aufwand durchgeführte Livestream war nur durch den enormen Einsatz der beiden jungen Filmfreunde Justin Irsch und Verena Zwaygard möglich, beide Mitarbeiter des Südwestrundfunks in Baden-Baden. Sie ermöglichten eine pannenfreie Vorstellung der Sieger des 42. Bundesfilmfestivals Natur in einer neuen Form.

Justin Irsch kümmerte sich um die technische Umsetzung des Livestreams. Foto: Georg Allmannsberger

Ausgezeichnet wurden: „Makrokosmos“ von Bergit und Jürgen Bergmann aus Berghaupten im Breisgau mit dem „Goldenen Schmetterling“ als Großem Preis der Biosphäre Bliesgau. Auch den Zuschauern gefiel dieser Film am besten, so dass das Autorenpaar auch den Publikumspreis als Ehrenpreis der Biosphärenstadt St. Ingbert erhielt. Die fünf „Silbernen Schmetterlinge“ sprach die Jury folgenden Filmen zu: „Eine Geschichte vom Schwarzkehlchen“ von Barbara und Wilfried Matz, Rudolstadt (Ehrenpreis von Umweltminister Reinhold Jost), „Natur im Wandel der Jahreszeiten“ von Stefan Tannenberg, Koblenz (Ehrenpreis von Landrat Theophil Gallo), „Vogelparadies Galapagos“ von Cord von Restorff, Karlsruhe (Ehrenpreis der Stadt Blieskastel), „Der Bauernkaktus, ein Langweiler in unseren Gärten?“ von Hans Georg Lepkijis, Tenningen (Ehrenpreis der Saarland Medien) und „Das Jahr der Mauerbiene“ von Gisela Plette, Krefeld (Ehrenpreis des Saarland Marketing). Erstmals wurde auch ein „Grüner Schmetterling“ an einen bemerkenswerten Film eines Nachwuchsautors vergeben. Mit diesem Preis, dem „Michael-Winter-Naturfilmpreis“ zeichnete die ProWIN-pro nature Stiftung den Film „Watermorphosis“ von Sophie Hendriksson, Freiburg, aus. So konnte der Festivalleiter am Ende eines außergewöhnlichen Festivals eine positive Bilanz ziehen: „Wir sind froh, dass wir diesen neuen Weg beschritten haben, der für uns alle Neuland war und uns voll gefordert hat. Aber das Ergebnis und die tolle Resonanz aus ganz Deutschland machen uns auch stolz. Ich denke, wir waren ein guter Botschafter für die Biosphäre Bliesgau und das Saarland“, so Festivalleiter Jürgen Baquet in einem ersten Resümee.