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Porträt der 1. Beigeordneten der Stadt Blieskastel

Diese Frau hat für Blieskastel klare Ziele im Visier : Das Entrümpeln des Gemischtwarenladens

Die Aufgabenbereiche der Ersten Beigeordneten der Stadt Blieskastel: Zuständigkeiten im Rathaus haben sich geändert.

Lisa Becker und ihre Partei „Die Grünen“ schwimmen auf einer Erfolgswelle. Die Rechtsanwältin, 29 Jahre jung und ledig – sie kommt aus Wolfersheim, wohnt jetzt in Blieskastel-Mitte – hatte beim ersten Durchgang der Bürgermeisterinnen-Wahl mehr als einen Achtungserfolg erzielt, auch im Stadtrat haben sich die Mandate der Grünen als Ergebnis der Kommunalwahl sprunghaft vermehrt. Und nachdem man die kommunalpolitische Lage aus grüner Sicht sondiert hatte, entschied man sich für eine „Kooperation“ mit der städtischen SPD.

Lisa Becker wurde zur Ersten Beigeordneten gewählt und bewältigt derzeit ein fast 20-stündiges Pensum im Rahmen ihres „Ehrenamtes“. Zusammen mit dem Zweiten Beigeordneten, Guido Freidinger (SPD) – man legt Wert auf die Feststellung, dass beide auf „Augenhöhe“ agieren – hat man die Neuordnung des Fachbereichs III (Bürgerdienste) in Angriff genommen.

Man habe in diesem Amtsressort einen „Gemischtwarenladen“ vorgefunden mit zum Teil unklaren Zuständigkeiten. Es seien auch verschiedene „Ungereimtheiten“ entdeckt worden, wobei Lisa Becker im Gespräch mit unserer Zeitung keine Details nennen möchte und auch weit davon entfernt ist, jetzt „schmutzige Wäsche“ zu waschen. Berücksichtigt man ihren derzeitigen Arbeitsaufwand, handelt es sich indes um eine Herkulesaufgabe.

Als ersten Arbeitsschwerpunkt handelte die grüne Kommunalpolitikerin mit der Stadt Homburg eine Kooperation im Ordnungsdienst aus. Hier wird beispielsweise wilden Müllablagerungen, Lärmbelästigungen oder ähnlichen Delikten nachgegangen. Und das nicht nur im innerstädtischen Bereich, sondern man will die Arbeit des Ordnungsdienstes auch auf die Stadtteile ausdehnen. „Wir haben eine für Blieskastel gute Kooperation abgeschlossen. Wir können uns in die Homburger Dienstpläne einklinken. Und der Ordnungsdienst ist auch außerhalb der üblichen Bürozeiten präsent“, unterstreicht die Beigeordnete. Die Kooperation mit Homburg war auch deshalb notwendig, weil Blieskastel nicht über genügend geschultes Personal in diesem Bereich verfügt.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit sei das neue Parkraumkonzept für Blieskastel, erläutert die 29-Jährige. Zum einen sei dies schon deshalb notwendig, weil in absehbarer Zeit durch die Großbaustelle „Stadtrandumgehung Ost“ Parkplätze wegfielen und man auf diesen Mangel reagieren müsse. Aber das Parkraumkonzept bezieht sich nicht nur auf die aktuelle Baustellen-Situation, sondern man will Blieskastel auch für die Zukunft in Sachen Parkplätze und innerstädtischem Verkehr fit machen. „Es wird dabei kein Weg an einer Anwohnerparkplatz-Regelung vorbeiführen. Hier werden wir zukünftig auch über Parkausweise nachdenken müssen“, legt die Beigeordnete dar. Auch das Problem der Langzeitparkenden will man angehen. Damit sind etwa die Beschäftigten der Verwaltung, oder auch andere Arbeitnehmer gemeint, die acht Stunden in der Innenstadt arbeiten und dadurch sozusagen Parkplätze den gesamten Tag über blockieren. Hier müssen sich die Beschäftigten darauf einstellen, dass sie zukünftig ein Stück außerhalb, also etwa am Freizeitzentrum oder am Kloster parken müssen. „Es wird dann innerstädtisch nur noch befristete Parkplätze geben, was aber auch den Kunden von außerhalb und damit auch den Geschäftsleuten zugutekommt“, ist die Grüne überzeugt. Aus diesem Grund will man auch in der Anfangszeit verstärkt Kontrollen durchführen lassen.

Natürlich wolle man auch für Radfahrer verstärkt neue Konzepte erarbeiten. Im Zuge des geplanten Baus eines Parkhauses (neudeutsch „Mobilitätsstation“) soll auch ein Fahrrad-Parkhaus mit ins Konzept einbezogen werden, Aufladestationen für E-Bikes sowie eine Fahrradwerkstatt.

Weitere Aufgaben sieht Lisa Becker in der Optimierung der Abläufe im Bürgerbüro, wo es derzeit noch eine vakante Stelle gibt. Hier soll ein digitales Anmeldeverfahren installiert werden. Insgesamt sehe man noch viele „Baustellen“, die es in der nächsten Zeit abzuarbeiten gilt. Und wie sieht es aus bezüglich des Umzugs der Polizei in die Innenstadt? „Wir prüfen derzeit verschiedene Optionen. Das stellt sich sehr schwierig dar“, unterstreicht die Juristin. Ein Einzug in das ehemalige Amtsgericht („Rathaus III“) ist offensichtlich aus verschiedenen Gründen vom Tisch. Man spricht von einer „unausgegorenen Idee“, die sich nicht umsetzen lasse. So seien Umbauarbeiten notwendig und auch die Garagensituation für die Einsatzfahrzeuge sei unzureichend. Hinzu käme dann auch noch die zukünftige Großbaustelle. Insgesamt also sehr schwierig: „Wir haben uns schon eine Reihe von Immobilien angeschaut. Aber hier ist noch nichts spruchreif“, analysiert Lisa Becker.