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Podiumsdiskussion zur Landwirtschaft in Blieskastel

Kreisbauernverband : Sorgen um Zukunft der Landwirtschaft

Der Bauernverband veranstaltete in Blieskastel eine Podiumsdiskussion mit Politikern aus dem Saarpfalz-Kreis.

Fragen rund um die Zukunft der Landwirtschaft, um Auflagen, Vorschriften und gar Anfeindungen gegen Landwirte, die heute vielfach mehr Umwelt- und Landschaftsmanager als Landwirte seien. Darum ging es in einer Podiumsdiskussion im Foyer der Bliesgau -Festhalle unter der Moderation des Vorsitzenden des Kreisbauernverbandes Saarpfalz, Richard Schreiner mit Mitgliedern der im Saarpfalz- Kreistag vertretenen Parteien.

Weshalb wollen immer weniger Jüngere den Beruf des Landwirts nicht mehr ausüben oder den elterlichen Betrieb weiterführen, fragte zu Beginn Richard Schreiner und nannte die immer enger zusammengedrängten Arbeitszeiten, die vielen Vorschriften und Auflagen, etwa zur Produktion ohne Preisaufschlag, den der Händler nicht zahlen wolle. Für Stefan Pauluhn (SPD) spiele die Landwirtschaft noch immer eine wichtige Rolle in einem offenen Europa ohne Grenzen. „Europa ist nicht das Problem, sondern die Lösung“, so der SPD- Fraktionschef im Saar-Landtag. Für Peter Nagel (CDU), seit Jahrzehnten Gast bei Versammlungen der Bauern im Bliestal, ist die Landwirtschaft mit ihrer Grundversorgung wichtig, doch müsse der Landwirt auch davon leben können. Anders als Landwirte im Osten Deutschlands mit ihren großen Anbauflächen seien die Kollegen im Saarpfalz-Kreis mit ihren kleinen Flächen durch den Kostenfaktor zu besonderen Maßnahmen gezwungen. „In den letzten 20 Jahren hat der Kreis pro Jahr 50 000 Euro im Haushalt bereitgestellt für Initiativen oder direkte Zuschüsse an die Landwirte“, stellte Nagel heraus.

Für die Kreisvorsitzende der Linken, Barbara Spaniol, müsste die Wertschätzung der regionalen Produkte höher angesehen, diese auch bevorzugt gekauft werden. „Betriebe vor Ort müssen unterstützt werden, die Politik für den ländlichen Raum mehr mir Agrarthemen verknüpft und das Thema Landwirtschaft im Schulunterricht stärker hervorgehoben werden.“ Aus eigener Erfahrung berichtete Lutz Hecker, AfD-Mitglied im Landtag. „Mein Sohn absolvierte eine Ausbildung bei Richard Schreiner, wegen der Bedingungen jedoch studiert er heute BWL“, so der Gersheimer. Axel Kammerer vom Landesverband der Freien Wähler hielt fest, dass Großkonzerne die Preise bestimmen und den kleineren Betrieben oft Lösungen fehlten. „Maßnahmen bei der Landschaftspflege müssen stärker direkt auf die Landwirte übertragen werden. Sie sind vor Ort und wissen, was zu tun ist.“

 Diese Blühwiese im Langental zwischen Alschbach und Biesingen erfreut Wanderer, sie wurde von einem Landwirt angelegt.
Diese Blühwiese im Langental zwischen Alschbach und Biesingen erfreut Wanderer, sie wurde von einem Landwirt angelegt. Foto: Hans Hurth

Der Hauptgeschäftsführer des Saar-Bauernverbandes Hans Lauer hob hervor, dass nicht das Wetter, nicht die Erträge oder die Arbeitsbedingungen den Landwirten die Motivation nehmen, es seien die Anforderungen in der Bürokratie mit ihren Auflagen, die Lauer in Thesen zusammenfasste. „Je größer der Handlungsraum, je mehr Auflagen müssen vereinheitlicht werden, Nachfragen steuern Auflagen und Dokumentationen, Reglementierungen steigen mit dem Wohlstand und es gibt überzogen Forderungen des Natur- und Umweltschutzes zum Nachteil der gesamten Landwirtschaft“, sagte Lauer. Blühflächen in der Biosphärenregion Bliesgau sollten zur Steigerung der Vielfalt von Insekten und Bieren gefördert werden. Dies war ebenso Thema wie das Wegwerfen von Lebensmitteln und Möglichkeiten zum Platzieren des Nahrungsmittel-Problems in den Schulen. Nur so könne die Wertschätzung für Nahrungsmittel größer werden, hieß es abschließend nach lebhaften zweieinhalb Stunden.