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Pfarrkirche St. Josef Ballweiler wird 90 Jahre alt

Dieses Gotteshaus in Ballweiler feiert Jubiläum : Neu und zeitgemäß wird sich das Gotteshaus präsentieren

Die Pfarrkirche St. Josef in Ballweiler feiert in diesem Jahr ein stolzes Jubiläum. Derzeit sind Bauarbeiten im Gange.

Der Vorplatz an der Pfarrkirche St. Josef Ballweiler sowie deren Eingang präsentiert sich bald neu und zeitgemäß. „Der Kircheneingang wird derzeit um- und behindertengerecht gestaltet sowie der rechte Parkplatz modern angelegt“, sagte unserer Zeitung Udo May, Vorsitzender des Pfarreirates. Nach der Corona-Krise erfolge die Einweihung.

Seit genau 90 Jahren ist St. Josef Ballweiler-Wecklingen Pfarrgemeinde, sie gehört seit dem Jahr 2015 zur Großpfarrei Heiliger Franz von Assisi, auch die Pfarrkirche St. Josef gibt es seit neun Jahrzehnten. „Kirchenrechtlich wurden Ballweiler und Wecklingen nach dem Dreißigjährigen Krieg Filialen von Blieskastel. Ab 1776 wurden sie der Pfarrei Biesingen und ab 1808 der Pfarrei Blickweiler zugeteilt“, weiß Udo May unserer Zeitung zu berichten. Da sich die örtliche Bevölkerung im Laufe der Zeit stark vergrößerte, habe während der Gottesdienste in Blickweiler bald ständiger Platzmangel geherrscht. „Um eine eigene Kirche zu bauen und eine selbständige Pfarrei zu werden, hat sich im Jahr 1899 ein Kirchenbauverein gegründet.“

Regelmäßige Sammlungen brachten Geld zusammen, für den Bauplatz stiftete das Ehepaar Ries zwei Grundstücke, ein weiteres wurde dazugekauft. 30 Jahre lang verfolgten die Dorfbewohner trotz Krieg und Geldentwertung beharrlich ihr Ziel. Doch der Bau der Kirche konnte erst 1929 verwirklicht werden. Denn nachdem Kaplan Franz Weber 1925 nach Ballweiler kam, wurden alle Bemühungen verstärkt, um das nötige Rest-Kapital zusammen zu bringen. In nur einem Jahr entstand die Pfarrkirche St. Josef in Ballweiler – vom ersten Spatenstich am 24. März, über die Grundsteinlegung am 26. Mai zur Einweihung durch den Bischof von Speyer, Ludwig Sebastian am 1. Dezember 1929. „Das gesamte Dorf war beteiligt mit Vereinsbeiträgen, Spenden, Stiftungen, Arbeit am Bau und beim Transport des Baumaterials. Die Steine mussten mit Pferde- und Kuhfuhrwerken vom Bahnhof in Blickweiler zum Bauplatz gebracht werden, wobei das Beladen der Fuhrwerke überwiegend Frauen besorgten“, hat Heimatkundlerin Katharina Hurth zu den Geschehnissen recherchiert.

Im Zuge einer großen Renovierung in den Jahren 1990/91 erfolgten verschiedene Veränderungen: Dies betraf etwa die farbige Fassung des Innenraumes. „Auf die Originalfarbigkeit mit gelb gestrichenem Chor, Seitenschiffgewölben und Mittelschiffbögen griff die Denkmalpflege nicht zurück. Heute sind die Gurtbögen und Wandvorlagen hellgrau, Wände und Gewölbe weiß, so dass das in der Nachkriegszeit Drückende des zuvor graugrünen Gewölbes aufgeboben ist, trotzdem die Beziehung zu den stützenden Wandvorlagen auf subtile Weise unterstrichen und dem Anliegen des Architekten Albert Boßlet weiterhin Rechnung getragen ist“, betont Udo May. Neu sind die dünnen grauen Linien, die das Polygon des Chorraumes akzentuieren sowie die von altrosa und grauen Farbbändern gerahmten Fensteröffnungen. Vor zwei Jahren wurde feierlich neben dem Gotteshaus das wiedererrichtete, renovierte Kreuz samt Grabstein des Ehepaares Johann und Katharina Ries eingeweiht. Bei diesem geschmiedeten Grabkreuz soll es sich um das Turmkreuz der Notkirche handeln. „Johann und Katharina Ries sorgten als großzügige Stifter des Grundstücks dafür, dass die Pfarrkirche auf dem heutigen Standort erbaut und 1929 eingeweiht werden konnte“, hielt das Gemeindemitglied Edelbert Keller fest.