,,Nur eine Beruhigungspille''

Der Stadtrat Blieskastel hat zwar den Brandschutzbedarfsplan mit großer Mehrheit verabschiedet, doch die SPD-Ortsvorsteherin warnt weiter vor den Folgen. Sie hat auch dem unabhängigen Gutachter widersprochen.

Niederwürzbachs Ortsvorsteherin und SPD-Stadträtin Petra Linz hat in Zusammenhang mit dem mit großer Mehrheit vom Stadtrat verabschiedeten Brandschutzbedarfsplan (BSBP) darauf hingewiesen, dass sich der Ortsrat Niederwürzbach einstimmig gegen den BSBP ausgesprochen hatte, weil folgende Fragen aus seiner Sicht nicht beantwortet waren: Erfolgt die Verlegung des Löschfahrzeuges 8/6 (LF 8/6) nach Pinningen zeitlich erst dann, wenn ein neues Hilfslöschfahrzeug (HLF 20) zur Verfügung steht beziehungsweise welche konkreten Aussagen zur Zeitschiene und zur Finanzierung gibt es zur vorgesehenen Ersatzbeschaffung eines HLF 20 für das 31 Jahre alte Tanklöschfahrzeug (TLF)? Dass die Würzbacher Wehr ein Wasser führendes Fahrzeug, nämlich das LF 8/6, nach Pinningen an die dortige Wehr abgeben solle und im Gegenzug die Niederwürzbacher Wehr ein neues Fahrzeug HLF erhalte, sei falsch. Die von der Bürgermeisterin in der Ratssitzung als "Heile-Welt-Szenario" kommentierten Ausführungen von Linz mit dem Hinweis, dass man für die Neubeschaffung eines Fahrzeuges in Pinningen 250 000 Euro ausgeben müsse, bestätigten der Würzbacher Ortsvorsteherin, dass die korrigierte Fassung des BSBP für die Beschaffung eines HLF 20 "ab sofort" für Niederwürzbach, das höhere Anschaffungskosten habe, ,,nur eine Beruhigungspille'' darstelle. Im Haushalt seien 415 000 Euro für die Beschaffung von Brandschutzfahrzeugen 2016 bis einschließlich 2019 geplant.

Gleiche Gefährdungslage

Der Ortsrat Niederwürzbach sehe bei gleichem Gefährdungspotential wie 2008 die Sicherheit der Bürger nach dem neuen BSBP nur gewährleistet, wenn beide bisherigen Fahrzeuge in Niederwürzbach verbleiben beziehungsweise wenn bei Verlegung des LF 8/6 ein neues HLF 20 zur Verfügung stehe. Dann könnten sogar beide bisher vorhandenen Löschfahrzeuge (LF 8/6 und TLF) zur weiteren Verwendung zur Verfügung stehen. Die SPD-Stadträtin widerspreche dem Gutachter, dass in den letzten Jahren das zweite wasserführende Fahrzeug nie habe als Ergänzung ausrücken müssen. Vielmehr hätte das LF 8/6 in den letzten fünf Jahren 14 Einsätze gehabt. Letztlich hätten in der jüngsten Ratssitzung die SPD-Stadträte aus Niederwürzbach gegen den Brandschutzbedarfsplan gestimmt, zwei der CDU-Stadträte dafür bei einer Enthaltung. Der Löschbezirk Niederwürzbach habe im Vorfeld nicht zugestimmt. Die Bürgermeisterin und der Stadtrat seien aufgefordert, Gelder für die Neuanschaffung eines LF für Pinningen bereitzustellen und die beiden vorhandenen Löschfahrzeuge in Niederwürzbach zu belassen oder den LF 8/6 für Pinningen in Niederwürzbach abzuziehen und diesen zeitgleich durch die Anschaffung eines HLF in Niederwürzbach zu ersetzen.