Nitratbelastung im Grundwasser?

Mit ihrem Antrag rücken die Grünen die Qualität von Boden und Wasser stärker in den Blickpunkt. Überhöhte Nitratkonzentrationen im Grundwasser hatten unlängst bundesweit für Aufsehen gesorgt.

Die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Blieskastel hat die Stadtverwaltung beauftragt, über die Nitratbelastung im Grundwasser von Blieskastel zu berichten und gegebenenfalls bei Grenzwertüberschreitungen mögliche Maßnahmen oder Initiativen vorzubereiten, um die Konzentration des Nitrats im Grundwasser zu verringern.

"Der Umwelt- und Naturschutz sollte gerade in der Biosphäre Bliesgau eines der wichtigsten Ziele der Politik darstellen. Überhöhte Nitratkonzentrationen führen zu starken Wasserverunreinigungen und verringern die biologische Vielfalt in den Gewässern. Eine Konzentration über dem gültigen Grenzwert kann nach Angaben der EU-Kommission erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen haben, insbesondere auf schwangere Frauen und Kleinkinder. Wir Grüne sind daher der Auffassung, dass der Schutz des Grundwassers und der Böden in unserer von der Landwirtschaft geprägten Region oberste Priorität haben sollte", erklärt Lukas Paltz, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat, in einer Pressemitteilung. Die EU habe Deutschland wegen der steigenden Nitratbelastung des Grundwassers und jahrelanger Untätigkeit bei dessen Schutz verklagt. Auf der rund 40-seitigen Anklageschrift gehe die EU-Kommission mit der deutschen Umwelt- und Agrarpolitik hart ins Gericht. "Seit Jahren steigt in vielen Regionen Deutschlands die Nitratkonzentration im Grundwasser . Als Hauptverursacher wird die Landwirtschaft ausgemacht. Dass die Bundesregierung bislang keine Gegenmaßnahmen zum Schutz des Grundwassers eingeleitet hat, ist ein klarer Verstoß gegen die seit 1991 geltende EU-Nitratrichtlinie", heißt es in der Pressemitteilung. Auch sei laut EU-Kommission zugelassen worden, dass wesentlich mehr Dünger auf die Äcker gebracht werde, als die Pflanzen überhaupt aufnehmen könnten. Darüber hinaus seien die gesetzlichen Düngepausen von maximal drei Monaten viel zu kurz, erklärt Paltz weiter.

Stadtverwaltung in der Pflicht

Die Grünen wollen das Thema auf die Agenda des Stadtrates setzen. Es seien insbesondere folgende Fragen zu klären: Wie beurteilt die Stadtverwaltung die Belastung des Grundwassers mit Nitrat im Blieskasteler Stadtgebiet? Gibt es im Rahmen der Nutzung der Trinkwasservorkommen in Blieskastel bereits eine Belastung mit Nitrat? Welche Auswirkungen hat die von der EU-Kommission kritisierte Belastung mit Nitrat und Düngung auf die belebte Bodenzone und die Biodiversität in der Biosphäre Bliesgau? Mit welchen Maßnahmen kann die Verwaltung die von der EU-Kommission kritisierten Ursachen der Nitrat- und Düngemittelbelastung einschränken? Welche landwirtschaftlich unabhängige Stelle kontrolliert mögliche Vorgaben zum Schutz der Böden und der Gewässer vor einer zu hohen Belastung durch Nitrat sowie andere Düngemittelrückstände und in wie weit hat die Stadtverwaltung Zugriff auf diese Daten? "Wir haben beantragt, dieses Thema auf die Agenda des Stadtrates zu setzen und bitten die Bürgermeisterin, dem Stadtrat sowie den Bürgerinnen und Bürger in der nächsten Sitzung darüber Auskunft zu erteilen", berichtet Paltz abschließend.

blieskastel.de