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Niederwürzbach: Kita-Diskussion geht in die nächste Runde

Dieses Thema erhitzt seit langem die Gemüter in Niederwürzbach : „Neue Drehleiter statt Sanierung der Kindertagesstätte“

Kita-Diskussion in Niederwürzbach: Ortsvorsteherin Petra Linz geht in die Offensive. „Klare Absage an ein Containerdorf“.

Der Ortsrat Niederwürzbach und Seelbach hat sich nach Angaben von Ortsvorsteherin Petra Linz (SPD) in seiner Sitzung am 29. Januar „sehr intensiv mit der städtischen Vorlage für die Ermächtigung zur Planungsänderung für die Kindertagesstätte in Niederwürzbach befasst“. Derweil hat zur Entscheidungsfindung, ob nun ein Neubau oder aber ein Anbau an die bestehende Kita sinnvoll ist, der Stadtrat Blieskastel die Verwaltung um belastbare Zahlen und Fakten gebeten. Das will Bürgermeister Bernd Hertzler (SPD) nun tun (wir berichteten). Nachfolgend eine Stellungnahme von Linz zur laufenden Diskussion.

„Das von der Kirchengemeinde 1995 mit Finanzierung der Stadt neu gebaute Gebäude galt schon von Anfang an als sanierungsbedürftig“, sagt sie, „die Sanierungskosten wurden Anfang 2008 auf rund 800 000 Euro geschätzt, weshalb die Kirchengemeinde dann 2012 die Gebäudeträgerschaft an die Stadt übertrug.“ Gleichwohl habe es auch die Stadt seither unterlassen, Sanierungen an dem Gebäude vorzunehmen. Die im Rahmen des ersten „Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes“ geplante Sanierung sei dann Ende 2018 auf Vorschlag der damaligen Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener zugunsten der Anschaffung einer neuen Drehleiter wieder verworfen worden.

Aufgrund der immer mehr angestiegenen Anmeldungen im Kindergarten- und Krippenbereich durch sich weiter erhöhender Geburtenzahlen sei der Ortsrat in unzähligen Sitzungen seit 2014 aktiv geworden und habe zusätzliche, insbesondere Krippenplätze, bei der Stadt eingefordert. Sinnbildlich sei ab diesem Zeitpunkt „jede Woche eine andere Sau durchs Dorf getrieben“ worden und die Eltern, das Kindergartenpersonal und der Ortsrat immer wieder mit Versprechungen und Veränderungen in der Struktur im Kindergarten bis hin zur Auslagerung einer Gruppe in die Schule beschäftigt gewesen. Damit habe man den Rat zu beruhigen versucht, „ganz nach dem Motto: Es handelt sich um Momentaufnahmen, die sich ständig ändern können und noch keine generellen Rückschlüsse zulassen.“

Aus der zugesagten halbjährigen Auslagerung der Vorschulgruppe in die Schule, um damit Platz für eine Krippengruppe in der Kita bis zur Erstellung eines Containeranbaus für zwei Krippengruppen an die Kita sei dann doch nichts geworden und die Vorschulgruppe immer noch im Schulgebäude untergebracht.

Spätestens Ende Juni 2019 habe auch der geplante Anbau in Massivbauweise zwischen Kita und Schule und der damit von der früheren Bürgermeisterin beantragten Interimslösung, die eine weitere Auslagerung des Personals der Kita in die Schule, einen Umzug der Leiterin in den Personalraum und den Umbau des Leiterinnenbüros für zusätzliche Krippenplätze vorsah, sein Ende gefunden.

Nach Recherchen der Verwaltung sei der im Mai 2019 vom Stadtrat beschlossene Anbau in Massivbauweise bereits wenige Tage später von den wesentlichen Beteiligten wie Kirchengemeinde, Kreis und Land abgelehnt worden. Dessen ungeachtet habe nun die CDU-Stadtratsfraktion „diese offensichtlich nicht durchsetzungsfähige Variante erzwingen wollen“.

Der Ortsrat von Niederwürzbach habe der Verwaltungsvorlage, die zur Deckung des künftigen Bedarfs an Kindergarten- und Krippenplätzen den Neubau einer Kindertagesstätte im Stadtteil Niederwürzbach favorisiere, einstimmig zugestimmt. Er habe außerdem weitergehende Vorschläge gemacht: Für einen Neubau mit einem bedarfsgerechten und einem pädagogisch sinnvollen Raum- und Betreuungskonzept biete sich das städtische Gelände in der Würzbachhallenstraße an. Ein Neubau wäre energetisch und raumakustisch auf dem neuesten Stand und entspräche den aktuellen rechtlichen Vorschriften. Der Standort biete außerdem eine Erweiterungsmöglichkeit nach Westen hin.

Der Kindergartenbetrieb könnte bis zur Fertigstellung am jetzigen Standort ungehindert weiterlaufen und bereits vorhandene Überlegungen für zusätzliche Krippenplätze in dieser Zeit mit den zuständigen Behörden verhandelt werden. Petra Linz meint abschließend: „Eventuellen Mehrkosten für einen Neubau gegenüber einer Sanierung sind die erheblichen Kosten für die gesamte Auslagerung der Kita während einer Sanierung gegenüberzustellen. Für eine Auslagerung stehen im Übrigen in Niederwürzbach keine Räumlichkeiten zur Verfügung. Und einer Auslagerung in ein ,Containerdorf’ bei Hochtemperaturen im Sommer erteilt der Ortsrat eine klare Absage.“