Nicht nur sportliche Akzente

Bis zuletzt blieb er auch dem Handball verbunden: Der Tod von Rudi Hartz löste tiefe Trauer nicht nur in seinem Freundeskreis aus. Er wirkte weit über die Grenzen der Region hinaus, blieb aber immer „Werzbacher“.

Im kommenden Januar wäre Rudi Hartz 77 Jahre alt geworden. Er verstarb am Mittwoch dieser Woche an Komplikationen in Folge einer Operation (wir berichteten). Der frühere Unternehmer , Kommunalpolitiker, Handballspieler und später Macher des Bundesligisten TV Niederwürzbach war eine Persönlichkeit, die nicht nur durch seine sportlichen Aktivitäten Akzente gesetzt hat. Ein Ort, eine Stadt, eine ganze Region hat einen Menschen verloren, der sich in vielfältiger Weise verdient gemacht hat.

Rudi Hartz wirkte als Unternehmer wie auch als Sportmanager weit über die Grenzen der Region hinaus - und blieb zugleich immer "Werzbacher". Eine treibende Kraft etwa bei den Heimat- und Strandfesten, wo sein Organisationstalent immer gefragt war. Nie abgehoben, immer geerdet in der Region, immer auch bewusst ein Mitglied der Vereinsfamilie des Turnvereins Niederwürzbach , hat der Tod von Rudi Hartz so etwas wie eine Schockstarre in Niederwürzbach ausgelöst.

"Ich wollte es nicht glauben, wollte es nicht weiter erzählen. Ich bin sehr berührt vom Tode von Rudi Hartz", kann es Harald Pauly einen Tag nach der Todesnachricht nicht fassen. Pauly ist Ortsvorsitzender der Würzbacher SPD und vertritt derzeit die Ortsvorsteherin: "Rudi hat sehr viel bewegt und hatte stets ein offenes Ohr für alle Leute", unterstreicht Pauly noch einmal.

Stets ein offenes Ohr

Auch Norbert Schwarz, langjähriger Vorsitzender des TV Niederwürzbach und während der ruhmreichen Bundesligazeit des TV Niederwürzbach auch Hallensprecher bei den Heimspielen, ist fassungslos: "Wir waren seit dem 15. Lebensjahr und dann insgesamt 60 Jahre über den Sport und darüber hinaus Weggefährten. Das war eine enge Freundschaft, auch über unsere Frauen. Unvergessene Jahre etwa bis zum Aufstieg und dann die Jahre in der Bundesliga", erinnert sich der langjährige Chef des TV Niederwürzbach , dessen "Vize" über all die Jahre Rudi Hartz hieß. "Rudi war eine Säule im Verein", unterstreicht Schwarz. Aber auch in der Politik habe Hartz einiges bewegt.

Der Tod des Freundes sei ein großer Schock: "Das ist im Moment nur schwer zu fassen", bekräftigt Norbert Schwarz emotional berührt. "Rudi Hartz hatte hohen wirtschaftlichen Sachverstand - und Herz", charakterisiert Clemens Lindemann , der früherer Landrat des Saarpfalz-Kreises, den Verstorbenen im Gespräch mit unserer Zeitung. Rudi Hartz war lange Jahre Mitglied der SPD-Fraktion des Kreistages und hier ob seines wirtschaftlichen Sachverstandes und seiner Menschlichkeit über alle Parteigrenzen hoch geschätzt. "Er war mir ein guter Ratgeber, ich habe ihm viel zu verdanken", stellt Lindemann heraus. Die Zusammenarbeit mit Rudi Hartz sei für ihn eine "fruchtbare und spannende Zeit" gewesen, erinnert sich der frühere Landrat. "Durch die Erfolge im Handball hat er auch unschätzbare PR für den Saarpfalz-Kreis gemacht", betont Lindemann.

Bis zuletzt blieb Rudi Hartz auch dem Handball verbunden, besuchte noch am letzten Freitag ein Heimspiel "seines" TVN. Nach den Erfahrungen am Ende seiner Tätigkeit als Manager hatte er für diesen Bereich eine klare Maxime.

Kritisch und interessiert

"Solange ich etwas zu sagen habe, wird es in Niederwürzbach keinen bezahlten Handball mehr geben", diktierte er dem Schreiber dieser Zeilen einmal in den Block. Bis zuletzt blieb er seinen verschiedenen Stammtischen treu, immer kritisch und interessiert am politischen und sportlichen Tagesgeschehen. Auch seine Freunde im Café des Wasgau-Marktes in Niederwürzbach werden ihn schmerzlich vermissen.