Niederwürzbach : „Spaltung der Gesellschaft überwinden“

Die CDU in Niederwürzbach hatte zum Neujahrsempfang geladen. Gastredner war Saar-Ministerpräsident Tobias Hans.

„Neues Jahr – neuer Vorsitzender“, so begrüßte Patrick Hüther die Gäste zum traditionellen Neujahrsempfang der CDU Niederwürzbach. Und es ist gute Sitte im Dorf am Weiher, dass auch der politische Gegner beim Empfang dabei ist. So waren etliche Orts- und Stadtratsmitglieder der SPD vertreten. In diesem Jahr hatte man Ministerpräsident Tobias Hans als Gastredner gewinnen können. Und im Jahr des Kommunal- und Bürgermeisterwahlkampfes stand auch Amtsinhaberin Annelie Faber-Wegener ganz oben auf der Rednerliste. Patrick Hüther ging bei seiner Begrüßung kurz auf Würzbacher Probleme ein.

So forderte er ein Brückenkonzept für alle städtischen Brücken, denn auch in Niederwürzbach ist wieder eine Brücke über einen Weiherarm gesperrt. Gegen den Willen der CDU habe die Mehrheit im Ortsrat den Bau weiterer Parkplätze am Friedhof verhindert, stattdessen habe man einen Schotterweg ins Allmend realisiert, „auf dem kein Kinderwagen fahren kann“, wie der neue Ortsvorsitzende kritisch anmerkte. Er wünschte sich für seine Partei wieder mehr Vertrauen, auf den Listen für die kommende Wahl habe man eine gute Mischung zwischen altbewährten und neuen Kräften gefunden. Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans, sozusagen auf der Durchreise von Münchwies nach Potsdam, hat eine besondere Beziehung zu Niederwürzbach, schließlich sei Günter Becker ja sehr lange sein Fraktionskollege gewesen. Der CDU-Politiker mahnte mehr Respekt und gegenseitige Achtung an, es gelte die Spaltung der Gesellschaft zu überwinden. Hans zeigte sich gut informiert über das Ortsgeschehen. So lobte er Kurt Schwarz für dessen Engagement für die Lourdesgrotte (wir berichteten).

Den Ortsverband der CDU lobte er ausdrücklich für den gelungenen Generationswechsel an der Parteispitze im Ort. Natürlich ging der Ministerpräsident auch auf die Teilentschuldung der Kommunen durch den Saarland-Pakt ein: „Politik muss den Menschen nützen. Deshalb haben wir auch Wort gehalten und den Kommunen wieder Spielraum für Investitionen geschaffen“, unterstrich der Ministerpräsident. Aber nicht nur die Kommunen wolle man stärken, auch die Hochschulen und den Mittelstand gelte es zu fördern, so der CDU-Landesvorsitzende. Großen Applaus dann auch für ihn, wie später auch für Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener. Die konnte mit einer Ankündigung punkten: Für das kommende Jahr versprach sie den Feuerwehrleuten aus Niederwürzbach ein neues Löschfahrzeug, was vor allem die anwesenden Feuerwehrmänner jubeln ließ.

Die Verwaltungschefin ging auf die schwierigen Aufgaben der Feuerwehren ein, vor allem im vergangenen Jahr seien diese auch durch Naturereignisse besonders gefordert gewesen. Deshalb hat sie die Wehrleute und ihre Partner auch für das kommende Wochenende zu einem Dankeschön-Fest eingeladen: „Da gibt es dann ein warmes Essen anstatt nur warmer Worte“, unterstrich die Bürgermeisterin. Sie erinnerte an den Kraftakt Bau der neuen Würzbachhalle und versprach für die Hallenstraße ein neues Gebäude, nämlich eine Seniorenresidenz.

Diese Einrichtung sei ein Vorschlag der Niederwürzbacher CDU gewesen. Wie Insider wissen, hat der frühere Landtagsabgeordnete Günter Becker hier viele Wege geebnet und den Investoren den Standort in Niederwürzbach sozusagen schmackhaft gemacht (wir berichteten). Diese Seniorenresidenz, so die Bürgermeisterin, sei eine gute Ergänzung der örtlichen Infrastruktur und durch den Standort mitten im Ort und in der Nähe des Naherholungsgebietes Würzbacher Weiher der ideale Platz für eine solche Einrichtung.

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