Neuer Deponie-Standort für Grünschnitt in Blieskastel

Tag der offenen Tür : Es tut sich was rund um die Deponie

Tag der offenen Tür. Ein weiterer Deponie-Standort für Bauschutt und Grünschnitt wird in Aussicht gestellt.

Die Deponie auf dem Hölschberg hatte am Samstag zum Tag der offenen Tür eingeladen. Und nachdem man am Morgen noch ein wenig Sorgen wegen des Wetters hatte, konnte man am Nachmittag frohgemut zum Himmel blicken: Es blieb trocken, und viele Besucher hatten sich zur Besichtigung aufgemacht. Zwar heißt es landläufig immer „die Deponie in Biesingen“, aber Frank Becker, Geschäftsführer der betreibenden Firma Terrag klärte auf, dass zumindest der Teil am Eingang der Deponie auf Erfweiler Bann liegt. Seit 2018 ist die Firma Terrag für den Betrieb auf dem Gelände zuständig. Und wie man von Landrat Theophil Gallo erfahren konnte, ging dieser Betriebsgenehmigung ein sehr langer, mitunter quälender Prozess voraus.

Seit 1974 die Gebiets- und Verwaltungsreform griff, war der Saarpfalz-Kreis saarlandweit als einziger Kreis der Betreiber eines solchen Abladeplatzes. Und schon seit dem Jahr 2010 wollte das Landesverwaltungsamt, dass sich der Kreis dieser „abweisbaren Aufgabe“ entledigt. Tatsächlich gab es auch schon seit 2007 Kontakte zur Firma Terrag. Aber man kam nicht zusammen, Verwaltung und Kreistag konnten oder wollten sich nicht auf eine Einigung mit der Fachfirma einlassen. Nach mehr oder weniger langen Verhandlungspausen kam es dann 2018 zu einem Durchbruch. „Und wir haben mit der Firma Terrag einen guten und kompetenten Partner gefunden“, resümierte der Landrat bei der Darstellung der zeitlichen Abfolge vom Beginn der Verhandlungen bis zum Erfolg. „Die Entsorgung ist für den Bürger mindestens für die nächsten 15 Jahre gesichert, die Deponierung wird höchst professionell abgewickelt“, unterstrich der Landrat. Also eine beiderseitig erfreuliche Situation.

Seit Januar 2019 ist die Deponie auch Sammelstelle für Grünschnitt der Stadt Blieskastel. Dieser wurde bisher in Containern gesammelt und dann abgefahren. Nach gesetzlichen Vorgaben mussten große Flächen asphaltiert werden. Zudem wurde eine Leichtbau-Halle errichtet, in der leicht nässendes Material wie beispielsweise Grasschnitt oder Laub gelagert werden müssen. Ast- und Strauchschnitt werden auf dieser versiegelten Fläche gesammelt und mehrmals im Jahr geschreddert. Damit werden die Lkw-Fahrten wesentlich verringert.

Wie Frank Becker von der Terrag weiter mitteilte, handelt es sich dabei nur um eine Asphaltierung auf Zeit. Sie wird verschwinden, das Areal wird wieder begrünt. Auch die Annahmefläche für Bauschutt wurde neu asphaltiert. Damit haben sich die Bedingungen verbessert. Denn die Privatanlieferer haben sehr viel mehr Platz, mehr Rangierfläche, und die Privatautos fahren nur noch auf festem Boden.

Gegen Ende des Jahres beginnt das Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung und Öffentlichkeitsbeteiligung für die Tongrube Erfweiler-Ehlingen. Gegenüber dem positiv abgeschlossenen Raumordnungsverfahren wird sich in Art und Umfang des Antrages nichts verändern. Dort, in dieser alten Tongrube, soll ein weiterer Deponie-Standort entstehen, was indes noch zwei bis drei Jahre dauern kann.

Ab dann kann der von Privatpersonen angelieferte Grünschnitt und Bauschutt an den Standort ehemalige Tongrube verlagert werden. Damit wird auch die Anfahrt erleichtert.

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