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Neue Therapien im Kampf gegen Traumata entwickelt

Neue Therapien im Kampf gegen Traumata entwickelt

Lautzkirchen. Über 190 saarländische Ärzte und Psychologen waren dieser Tage zu Gast bei einer Fortbildung in der Fachklinik für Psychosomatische Medizin in den Bliestal Kliniken in Lautzkirchen

Lautzkirchen. Über 190 saarländische Ärzte und Psychologen waren dieser Tage zu Gast bei einer Fortbildung in der Fachklinik für Psychosomatische Medizin in den Bliestal Kliniken in Lautzkirchen. "Möglichkeiten und Grenzen der Traumatherapie" lautete der Titel des Fachsymposiums, das die Klinik gemeinsam mit dem Saarländischen Institut für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (SITP) organisiert hatte. Unter einem Trauma versteht man ein lebensbedrohliches Ereignis, das im Betroffenen quälende und überwältigende Gefühle von Angst, Hilflosigkeit oder Entsetzen auslöst. In der Folge kann es zu einer so genannten posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) kommen. Typische Symptome sind ständiges quälendes Wiedererinnern der traumatischen Situation, der Versuch, alles zu vermeiden, was einen an das Trauma erinnert, sowie Symptome der Übererregung wie Herzrasen, erhöhter Blutdruck, Schlafstörungen und anspannungsbedingte Schmerzen. Zum Glück gibt es inzwischen gute Möglichkeiten, dieses Krankheitsbild zu behandeln. Professor Andreas Maercker von der Universität Zürich wies darauf hin, dass nicht jede Art von Psychotherapie hilft. Notwendig sei es, speziell hierfür entwickelte Verfahren wie zum Beispiel verhaltenstherapeutische Traumakonfrontation oder andere Methoden einzusetzen. Mit diesen Methoden könnten Heilungsraten von bis zu 80 Prozent erreicht werden. Neu entwickelte Traumatherapie-Methoden erarbeiten gemeinsam mit den Patienten hilfreiche innere Vorstellungsbilder, mit denen es gelingt, die quälenden Erinnerungen an das Trauma zu verändern. Diese Behandlungsansätze wurden von der Psychologin Beate Steiner aus Darmstadt sowie von Professor Mervin Smucker, University of Wisconsin, dargestellt. Smucker, der schon öfter Gast in den Bliestal Kliniken war, stellte eine neue Behandlungsmethode dar, die Arbeitern nach einem Arbeitsunfall unterstützen kann, ihr Trauma zu überwinden. Die Rehabilitation nach Arbeitsunfällen sei ein gemeinsamer Schwerpunkt der Orthopädie und der Psychosomatik in den Bliestal Kliniken. Auch eine schwere körperliche Erkrankung wie ein Herzinfarkt mit Reanimation oder quälende Phasen von Luftnot während der Wartezeit auf eine lebensrettende Organtransplantation könnten als Trauma erlebt werden. Die Symptome der Traumafolgestörung belasteten die Patienten häufig stärker als die oft schon erfolgreich behandelte körperliche Grunderkrankung. Durch die mit dem Trauma verbundene erhöhte innere Anspannung und das schlechtere Gesundheitsverhalten könne sogar die Sterblichkeit bei einer Herzerkrankung erhöht sein. Dies wurde zum Beispiel bei Patienten nach Herztransplantation oder nach Implantation eines Defibrillators nachgewiesen, so Professor Köllner, Chefarzt der Bliestal Kliniken in Blieskastel. ers