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Orgel Renovierung : Neue Technik für die alte Orgel

Orgel Renovierung : Neue Technik für die alte Orgel

Die Orgel der Blieskasteler Schlosskirche muss renoviert werden. Doch das ist teuer. Ein überarbeitetes Konzept soll jetzt Abhilfe schaffen.

Es wurde lange diskutiert über einen Um- oder Neubau der Orgel in der barocken Schlosskirche Blieskastel, drei Gutachten eingeholt und Spenden gesammelt. Ein Neubau hätte 600 000 Euro gekostet. Die endgültige Lösung wird jedoch billiger und steht auch langfristig auf sicheren Füßen. Dies erläuterten im Gespräch mit unserer Zeitung Dekanatskantor Christian von Blohn, Brigitte Gode und Harald Becker vom Freundeskreis Saarpfälzische Musiktage. „Die bereits ausgeschriebene und finanzierte Renovierung der Orgel aus dem Jahre 1972 könnte mit einer zusätzlichen Investition von 40 000 Euro nämlich dauerhaft und nachhaltig mittels einer technischen Neuorganisation aufgewertet werden“, erklärte Christian von Blohn. Doch wie kann dies gelingen? „Die ursprünglich anvisierte Renovierung hätte die Reinigung der Pfeifen und die Instandsetzung der bestehenden, mittlerweile verschlissenen Konstruktion beinhaltet. Denn schon bei den Voruntersuchungen der Orgel durch den Orgelsachverständigen Christoph Keggenhoff wie auch durch die beauftragte Firma Klais zeigte sich, dass maßgebliche konstruktive Gegebenheiten, aber auch die Benutzung von damals üblichen, aber unerprobten Materialien wie Kunststoffe und Plattenmaterialien sich nicht als langlebig erwiesen hatten“, erklärte von Blohn. Die Fachleute sehen bereits in etwa 20 Jahren eine erneute Generalsanierung. „Daher haben die erfahrenen Orgelbauer der Firma Klais, auch beim Bau der Elbphilharmonie mit im Boot, ein erweitertes Konzept ausgearbeitet. Dieses sichert nicht nur den Bestand, sondern darüber hinaus durch die technische Neuorganisation vieler Teile der Orgeltechnik grundsätzliche Funktionsprobleme dauerhaft“, sagt Christian von Blohn. Das Pfeifenmaterial werde grundlegend überarbeitet, die Orgel behalte mit drei Manualen, Pedal und gut 30 Registern ihre bisherige Größe. Brigitte Gode zitiert aus der Projektbeschreibung des Bistums Speyer die Vorteile dieses Konzepts. „Sichere Funktion der Orgel über viele Generationen, geringere Wartungs- und Pflegekosten, ansprechendes Aussehen durch neue Prospektpfeifen mit natürlichem, belebtem Labien-Verlauf, hervorragende Intonation und angenehmere Spielart durch neue, sensible Mechanik und ergonomischen Spieltisch.“ Dies bedeute große, klangliche Vielfalt für Gottesdienst und Konzert. Zu einem Gesamtpreis von 340 000 Euro könnte die komplette Maßnahme realisiert werden. Als Ergebnis bekäme man eine Orgel, die dem kulturhistorischen Gesamtwert der immerhin für knapp fünf Millionen Euro sanierten Schlosskirche Blieskastel nicht nur entspräche, sondern ihn sogar aufwerten würde.

Der Freundeskreis Saarpfälzische Musiktage habe sich bisher, so deren Vorsitzende Brigitte Gode, in vielfältiger Weise für die Orgel der Schlosskirche eingesetzt und nun zur Aufgabe gemacht, die zusätzlichen und finanziellen Möglichkeiten der Pfarrgemeinde in Höhe von 40 000 Euro übersteigen, zur Verfügung zu stellen. Mit Benefizkonzerten in Zusammenarbeit mit der Stadt, Aktionen und Spendenaufrufen will der gemeinnützige Verein das ehrgeizige Projekt finanziell stemmen, damit die Schlosskirche wieder zu einem Gotteshaus mit Wohlklang werde, in dem die Orgel nicht nur zur Ehre Gottes, sondern auch zur Erbauung aller Besucher erklingen kann.