1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Blieskastel

Naturdenkmal in Breitfurt: eine Stieleiche

Dieser Baum ist nahezu atemberaubend : Ein Postkarten-Motiv für die Biosphärenregion

Serie „Naturdenkmäler in unserer Region“. Heute: eine überaus imposante Stieleiche, die in Breitfurt steht.

Die schönste Eiche des Saarlandes sei sie. Das schreibt der Dumont-Jahreskalender „Deutschlands alte Bäume“ mit Angaben des Deutschen Baumarchivs. Das könnte stimmen. Nicht nur, weil die Stieleiche von Breitfurt an dem Höhenzug über dem Ort freistehend thront und sich gerade im Herbst ein majestätischer Anblick hinunter ins Tal bietet. Jetzt, wo die Blätter bunt verfärbt sind, sowohl an der Stieleiche als auch im Wald gegenüber, hat man einen Blick auf die Ortschaft, der deutsche Landschaftsmaler in seinen Bann ziehen würde.

Die Eiche steht einen Kilometer südöstlich von Breitfurt auf freiem Feld, von der Ottilien-Quelle bergab ist sie leicht zu finden – und nicht zu übersehen. Der Stammumfang in einem Meter Höhe beträgt mehr als sechs Meter, man bräuchte mindestens drei bis vier Erwachsene, um ihn zu umfassen. Leider hat der Baum, der in die Liste der Saarländischen Naturdenkmäler eingetragen ist, 2020 einen schweren Schaden erlitten. Nach Angabe des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) kam es an einem unbekannten Tag zum Astbruch, der durch die Baumkontrolleure des Landesamtes festgestellt wurde. Die Ursache ist unklar, denkbar wäre ein Blitzeinschlag, denn das Astholz ist kerngesund, der Baum zeigt keine Anzeichen von Fäule. Das Landesamt hat den betroffenen Ast und noch einen wesentlich kleineren zurückschneiden lassen. Die Schnittflächen sehen frisch aus, das Holz hat keinerlei Verfärbungen. Auch Totholz sucht man vergeblich in der Krone, kurzum: Die Breitfurter Stieleiche ist um einen mächtigen Ast ärmer aber kerngesund. Der monumentale Stamm teilt sich in gewaltige Äste, der Schatten des Baumes bildet eine Halle, in der man nach oben schauen sollte. Fotogen sind die Verästelungen des Baumes, imposant die knorrige Rinde. Die Krone hat nach Angaben von Vermessungen einen Durchmesser von 28 Metern und ist damit breiter als hoch. Das Alter des Gewächses wird auf 200 Jahre geschätzt. Sie wird mindestens zweimal jährlich vom LUA kontrolliert und ist als Ziel einer Wanderung einen Umweg wert. Die schönste Eiche des Saarlandes könnte als Postkartenmotiv in jedem Kalender der Biosphäre auftauchen. Das Kalenderblatt mit dem Baum in den vier Jahreszeiten müsste unbedingt mal aufgenommen werden.