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Nach 40 Jahren zieht die Polizei von Webenheim nach Blieskastel Mitte

Nun geht es wieder rein in die Barockstadt : Nach 40 Jahren ist der Umzug nun fällig

Nach einem Zuwendungsbescheid des Landes wird 2021 die Polizeidienststelle wieder in Blieskastel-Mitte zu finden sein.

Mitte Oktober vergangenen Jahres zeichnete sich bereits ab, dass das Innenministerium einen sechsstelligen Betrag würde springen lassen. Damals war es die Landtagsabgeordnete Jutta Schmitt-Lang (CDU), die die Nachricht in ihre Heimatstadt überbrachte. Wie mittlerweile auch die Mehrheitsfraktionen von SPD und Bündnis90/Die Grünen im Blieskasteler Stadtrat mitteilten, hat der vollständige Bewilligungsbescheid des Innenministeriums in Höhe von 252 000 Euro für den Umzug der Polizei die Verwaltung erreicht. Und so geht es für die uniformierten Beamten von Webenheim ins Haus des Bürgers (Rathaus III) am Luitpoldplatz. „Unsere Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt. Das Innenministerium kommt als gesetzlich zuständige Behörde seiner Pflicht nach und übernimmt die Kosten für die notwendigen Umbaumaßnahmen der Polizei im Haus des Bürgers in vollem Umfang“, erklärt Lukas Paltz, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Genau dies habe in der Vergangenheit jedoch zu Unstimmigkeiten geführt. Das Innenministerium habe den Umzug der Polizei zwar favorisiert, wollte aber die Kosten der Stadt aufbürden. „Die finanziellen Aufwendungen für den Umzug der Polizei und den Umbau des Gebäudes belaufen sich dabei auf eine Viertelmillion Euro“, informiert Paltz. Die Verwaltung werde sich nun der Umsetzung der Maßnahme widmen. Allerdings gehe es nun noch um die fehlende Präsenz in der Nacht. Dieser Punkt sei nach wie vor ungeklärt, betont Achim Jesel, der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Stadtrat Blieskastel. Bekanntlich ist die Polizeidienststelle seit Jahren nur noch tagsüber besetzt.

Was wiederum den Umzug der Polizei von der Blieskasteler Innenstadt nach Webenheim, also an die Peripherie angeht, so kann Klaus Port mit dem Blick in ein paar alte Akten weiterhelfen. Die holt er hervor, als wir ihm einen Besuch abstatten. Der 66-jährige Pensionär weiß, dass die Dienststelle aus Platzgründen verlagert wurde, und zwar vor rund 40 Jahren. Damals hieß der Innenminister Rainer Wicklmayr. Er verstarb übrigens im Sommer des vergangenen Jahres im Alter von 91 Jahren. Ein paar Kuriositäten hat Klaus Port auch noch parat. Etwa die, dass er mit 16 Jahren zur Polizei kam und mit 18 Jahren schon Polizeivollzugsbeamter war. Da wurde er gewissermaßen – und im besten Sinne – auf die Menschheit losgelassen. Das ist deshalb ungewöhnlich, weil er noch längst nicht volljährig war, damals war man das erst mit 21. Von 1998 bis 2014 war der heutige Ruheständler selbst Inspektionsleiter in Blieskastel. Und erinnert sich, dass 60 Beamte in fünf Dienstgruppen, inklusive der Dienststellen in Gersheim und Mandelbachtal, die Bürger beschützten.

Flächenmäßig, sagt unser Gesprächspartner, war das Polizeirevier Blieskastel mit 108,3 Quadratkilometern das zweitgrößte im Land. Und habe damit in etwa die Fläche der Stadt Paris eingenommen (105,4 Quadratkilometer).

Klaus Port mit alten Unterlagen aus seiner Zeit als Polizeibeamter. Foto: Hans Hurth

Zum guten Schluss noch ein kleiner Blick in die Akten: Da ging es vor rund 40 Jahren aus polizeilicher Sicht um das unbefugte Befahren von Feldwirtschaftswegen, um das Parken auf Geh- und Radwegen und um dumme Streiche in der Hexennacht. Und: um den Diebstahl von Autoradios. Ein heute fast ausgestorbenes Verbrechen.