Musikverein Mimbach: Komödie in der Bliesgau-Festhalle

Musikverein Mimbach : Liebestoll auf dem Bauernhof

Mit „Das Spiel um Jupiter“ sorgte das Theaterensemble des Musikvereins Frohsinn Mimbach für beste Laune im Publikum.

„Das do is jo alles ganz knuschdisch“, entfuhr es Heidi Hussong (Antje Herrmann) als sie in die gute Stube des Mimbacher Knackhofs kam und den dortigen unzureichenden Hygienezustand bemerkte. Das war nicht das einzige, was bei „Das Spiel um Jupiter“, nicht in Ordnung war. Das Theaterensemble (Leitung: Eric Moschel) des Musikvereins Frohsinn Mimbach hatte sich am Samstag vor Weihnachten traditionell eine Komödie für den Programmteil nach dem Konzert in der Bliesgau-Festhalle ausgesucht (wir berichteten). Dieses Mal ein Stück von Manuela Reimers.

Auf dem beschaulichen Mimbacher Bauernhof scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Der Sohn Reiner Knack (Eric Moschel) wohnt mit 30 Jahren noch zu Hause. Seine letzte Liebschaft ist schon lange her. Man munkelt gar, der knuffige Bauer und Bullen-Fan sei gar noch Jungfrau. Heiraten will er auch nicht. Seiner mit auf dem Hof lebenden Tante Lisbeth (Kristina Tholl) geht das gehörig auf die Makrone. Sie organisiert eine Verkupplung und hat deshalb Heidi, die Tochter ihrer Freundin, eingeladen. Die hat natürlich an alle Utensilien gedacht und sorgt zunächst mit Kittelscherz und Putzzeug für ein wenig Kultur im Haus. Als sie Reiner trifft, passiert, was passieren muss: Er hält sie für die Tochter der Tierärztin. Letztere soll dem preisgekrönten Bullen Jupiter helfen, der aktuell kann keine Kühe mehr beglücken kann.

Dabei war die Geburt schon kompliziert, was er Heidi erklärt und was die nicht rafft, da ja keine Tierärztin. Im Stall fällt sie ihn Ohnmacht und Jupiter sucht das Weite. Als dann die Tierarzttochter Cindy Hufschmidt (Anja Jung) auf den Knackhof kommt, wird diese – man ahnt es schon – für die Tochter von Lisbeths Freundin gehalten. „Isch glaab, das Fräulein Knack is nimmieh ganz knuschba“, stellt die Jungmedizinerin fest. Nach und nach klärt sich die Verwechslung auf. Heidi mag lieber Stampes und steht auf Pink mit Glitzer. Und: Sie ist mannstoll, geht gar schwer bei Reiner auf Tuchfühlung.

Doch der geht darauf zunächst gar nicht ein und marschiert lieber bis spät in die Nacht ins Gasthaus Hunsicker, wo er Skat gekloppt. Er ist voll und sie ist weg. „Lieber ledig und frei“, singt der Jungbauer im Gehen und spielte damit auf ein gleichnamiges Stück an, welches die Kompagnie vor Jahren erfolgreich spielte. Bulle Jupiter konnte wieder eingefangen werden und ist dank einer kleinen Spritze von Cindy wieder fit. Das kann man von seinem Besitzer Reiner am Tag danach nicht sagen. Er fragt sich, wie der Verlobungsring an seinen Finger kam, denn er hat keine Erinnerung daran. Zwischendrin erwägt er gar den Freitod, weil er bei Cindy zunächst nicht zum Zuge kommt. Von diesem Plan wurde er glücklicherweise abgebracht. Derweil hegt unerwartet Vater Heiner (Johannes Berg) Interesse an Hedi. Er schnappt sich versehentlich Reiners Kaffeetasse. In die hat Lisbeth zuvor Liebestropfen getan. Der Altbauer läuft deshalb zur Libido-Höchstform auf. Das gilt auch für eine besondere Bullensalbe mit triebstarker Wirkung, die er versehentlich aufträgt.

Das Ergebnis: Heidi und Heiner kommen zusammen. „Du machschd misch ganz wuschisch“, war nur einer der Lust offenbarenden Sätze, die die Protagonistin von sich gab. Sie war nicht die Einzige, die sehr in ihrer Rolle aufging, enorme Spielfreude zeigte und sich mächtig reinkniete. Weitere Mitwirkende Annette Blumenauer (Souffleuse) sowie Teresa und Ronald Merklein (Bild und Ton).