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„Musik ist Kirche, und Kirche ist Musik“

„Musik ist Kirche, und Kirche ist Musik“

Am Samstagnachmittag ging es in der protestantischen Kirche Blieskastel durch und durch musikalisch zu. Etliche Gruppen sind zu einem Nachmittagskonzert zusammengekommen, um gemeinsam Gospels, Friedenslieder und vieles mehr anzustimmen.

Jürgen Karl Neumann vom Protestantischen Netzwerk stellte am Samstagnachmittag eines gleich zu Beginn des Nachmittagskonzerts unter dem Motto "Musikalisches Netzwerk - Mit Schall, Klang und Glockenschlag" klar: Der Zusammenschluss sei mehr als nur Chorgesang und Gesangbuch. In der protestantischen Stadtkirche Auf der Agd war bereits zu Konzertbeginn eine große Programmvielfalt erkennbar. Der Zusammenschluss aller Sänger und Musiker im Kirchenbezirk sei vielmehr wie der erste Programmpunkt, die Trommlergruppe Navitus. Die Frauen aus Winterbach bei Zweibrücken waren zuvor mit ihren Instrumenten aus dem hinteren Teil der Kirche laut trommelnd zum Altar gekommen. Genauso stark, aber auch ruhig und sanft sei auch das Netzwerk, so Neumann.

13 000 Menschen beschäftigen sich in der evangelischen Kirche pro Tag mit Kirchenmusik. Das betrifft 400 Gläubige im Kirchenbezirk. Deutschlandweit mache das 13 der 25 Millionen Protestanten aus. "Wir sind ein ganz kleiner Teil", relativierte Neumann. Nicht ohne selbstbewusst zu betonen, dass das Netzwerk bereits seit zehn Jahren besteht. Musik und Gesang machen aber nur einen Teil der Arbeit aus. Weiterbildung und moderne Gottesdienstformen zählen ebenso zum Programm. Unter der Leitung der Kirchengemeinde Blieskastel und der Evangelische Jugendzentrale Zweibrücken gab es ein mehr als kurzweiliges Programm. "Musik ist Kirche, und Kirche ist Musik", so fasst es Gastgeber Pfarrer Matthias App zusammen. Er und Margarethe Preiß fungierten als Moderatoren des Nachmittags. Die Frauentrommlergruppe Novitas gaben neben Instrumentalmusik auch Kostproben ihres Gesangs wie etwa "Hare, hare krishna" sowie Gospels und Spirituals.

In der Tradition der 68-Generation ist Liedermacher Andreas Vogel aus Schwarzenacker zu sehen. Auf der Gitarre spielend, sang er Friedenslieder. Neue kirchliche Lieder sind das Markenzeichen von Johannes Fröbel (Hornbach). Die Blieskastelerin Margarethe Preiß sang das Lied "Nur der Himmel schaut zu", dem eine Lesung von ihr und Pfarrer App vorausging. Thema war ein Gespräch zwischen einer alten Frau und einem syrischen Flüchtling. Der Zweibrücker Kantor Helge Schulz hatte sich ein Stück aus Großbritannien ausgewählt. Der Chor 100, ehemals ein Projektzusammenschluss zum Kirchenjubiläum, gab neue Kirchenlieder zum Besten. Mit von der Partie waren auch der Gemischte Chor Niederbexbach, verstärkt durch den Kirchenchor Bexbach, sowie der Homburger Kantor Stefan Ulrich. Auch das Cantina-Trio aus der Hauptstadt des Saarpfalz-Kreises steuerte spanische Programmteile in Form von Gitarrenmusik bei. Quasi als Zugabe sangen alle gemeinsam das Lied "Steht auf, steht zusammen". Wie Pfarrer App im SZ-Gespräch verriet, könne Kirche nur in der Ökumene überleben. Das zeige sich bei Margarete Preiß, die als Katholikin in einem protestantischen Chor singt.