Mit ordentlichem Schwung

Zur 95. Auflage wartet das Webenheimer Bauernfest mit einem neuen Zeltwirt auf. Diese Partnerschaft soll mit dem Reiterverein Bliestal auch weiter gehen. Zur Eröffnung zapfte Schirmherr Reinhold Jost mit einem Schlag das Festbier an.

Es sei "Liebe auf den ersten Blick" gewesen. Sabine Moschel gerät fast in Verzückung, wenn sie die Kooperation mit dem neuen Festzeltwirt des Webenheimer Bauernfestestes beschreibt. Die Vorsitzende des Reitervereins Bliestal, wie immer Veranstalter des Webenheimer Bauernfestes, ist sicher, dass die Kooperation mit Kai Grunder auch über die 95. Auflage des Festes andauern wird. Und der Inhaber des gleichnamigen Catering-Services ist offensichtlich ein sehr rühriger Geschäftsmann. Neben dem Projekt Sanierung und Renovierung des Hofgutes "Menschenhaus" zwischen Kirkel und Neunkirchen nun also auch das Webenheimer Bauernfest . Er ist sehr angespannt am ersten Festabend. Wie wird es laufen, klappt alles? "Fragen Sie mich morgen gegen 14 Uhr, dann ist der Ansturm Bauernmarkt auch vorbei", schwankt er zwischen Zuversicht und Zweifel. Aber am ersten Abend lief es gut, Fassbieranstich mit der üblichen Polit- und Wirtschaftsprominenz. Schirmherr ist in diesem Jahr Umweltminister Reinhold Jost , und der hat bereits im letzten Jahr beim damaligen Schirmherrn Peter Altmaier mitbekommen, wie man die Gäste in Webenheim ansprechen muss. Jost ist jovial, begeistert das Publikum. Wie schon Altmaier schmeichelt auch er den Webenheimern und Bliestalern: "Man kann viele Schirmherrschaften übernehmen, aber das Größte ist es, die Schirmherrschaft auf dem Webenheimer Bauernfest übernehmen zu dürfen". Klatschen im gesamten Zelt. Und obendrein gab es für die Helfer vom Reiterverein auch noch zwei Fässer Bier. "Jetzt is genuch geschwätzt, jetzt wird gefeiert", ließ er es pragmatisch angehen. Nahm den Holzhammer und hatte schon mit dem ersten satten Schlag Erfolg. "Das 95. Webenheimer Bauernfest ist eröffnet", verkündete Sabine Moschel und es folgten die wohl unvermeidlichen Böllerschüsse. Neu ist bei dieser 95. Auflage vor allem das Zelt und alles, was dazu gehört. Diese Zelt ist krachneu, ebenso die Möblierung und auch die Biergartenbestuhlung. Das Zelt ist ganz in Weiß gehalten, das erinnert eher an eine Firmenfeier denn an bayerische Bierzelt-Seligkeit. Aber das Fest soll sich mit Grunder weiter entwickeln. Deshalb hat sich auch die Speisekarte verändert. Neben den üblichen Klassikern wie Schlachtplatte hat Grunder "die Karte etwa angehoben", wie er es nennt. Da findet man dann auch schon mal Lachs im Angebot. Ist das Fest, wie andere Zeltwirte vor ihm beklagt hatten, eigentlich viel zu lang? "Nein, das muss schon so lange dauern bei dem Aufwand, den das hier bedeutet", will er die Festlänge beibehalten. Und Sabine Moschel hat auch schon signalisiert, dass man die Zusammenarbeit vertiefen will. So wird Grunder wohl im kommenden Jahr auch für das Oktoberfest verantwortlich sein. Aber bis dahin sind noch ein paar Tage Bauernfest zu überstehen. Und schon der erste Samstag war - wie in jedem Jahr - der große Publikumsrenner. Der Webenheimer Bauernmarkt hat nichts an Anziehungskraft eingebüßt. Über 70 Marktstände, dazu eine große Schau heimischer Tiere sowie neue wie auch alte Traktoren rundeten das Bild ab. Es fiel indes auf, dass die Schau der Oldtimer-Traktoren im Vergleich zu den Vorjahren sehr viel überschaubarer war.

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Auf einen Blick Am heutigen Montag beginnt bereits um neun Uhr die saarländische Stuten- und Fohlenschau. Auch der Kreistag hält seine Sitzung in Blieskastel ab und wird dann traditionell das Bauernfest besuchen. Ab Mittag ist dann das Essen der Betriebe und Behörden. Ab 18 Uhr wird das Blies Trio aufspielen. Am Dienstag ist Ruhetag, am Mittwoch Familiennachmittag und am Abend das große Webenheimer Schlachtfest. ers