Mit der Musik der Earls gefeiert

Mit Biergarten und Festzelt wurde der 111. Geburtstag bayerisch begangen, schließlich gehörte der heutige Saarpfalz-Kreis im Gründungsjahr der Niederwürzbacher Obst- und Gartenbauer zu Bayern. Mit viel Programm, Musik und kulinarischen Köstlichkeiten wurde entsprechend gefeiert.

Eigentlich wollte der Obst- und Gartenbauverein im vergangenen Jahr sein 110-jähriges Bestehen groß feiern. Aber mehrfache Belastungen durch andere größere Veranstaltungen, an denen der Verein beteiligt war, und die Erkrankung eines der Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands ließen an eine Feier zum 110-jährigen Bestehen nicht mehr denken. Deshalb beschloss der Vorstand einmütig, dass man 2015 den 111. Geburtstag groß feiern werde - und schließlich passe eine "Schnapszahl" ja auch zu einem Verein, der aus Obst edle Brände zu erzeugen weiß.

Da nun im Gründungsjahr des Obst- und Gartenbauvereins, 1904, der heutige Saarpfalz-Kreis zum Königreich Bayern gehörte, beschloss der Vorstand, dass die Feier in bayerischem Ambiente mit Festzelt und Biergarten begangen werden sollte. Als Schirmherr konnte der gerade ins Amt eingeführte neue Landrat des Saarpfalz-Kreises, Theophil Gallo gewonnen werden. Durch den Festkommers führte gekonnt und mit viel Humor Jürgen Krancher als Conferencier. Ein geradewegs genialer "Schachzug" war dem 1.Vorsitzenden Manfred Bubel mit der Verpflichtung der Band von Hans Werner Latz gelungen; denn diese ließ die Earls und ihre Musik aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wieder auferstehen. Deshalb waren Festzelt und Biergarten an diesem Samstagabend trotz der extremen Hitze bis auf den letzten Platz besetzt. Diesen musikalischen Höhepunkt wollte sich kaum einer entgehen lassen. Und die drei Laufbedienungen Pascale, Luigi und Giuseppe hatten Schwerstarbeit zu verrichten, um den Durst der vielen Gäste von nah und fern zu löschen. Als "Unterlage" für den Magen gab es Rostwurst, das obligatorische saarländische Nationalgericht, Schwenkbraten sowie Lyonersalat, mit und ohne Münsterkäse, Weißwurst mit Bretzeln und süßem Senf, Radi und Obatzta, da man ja auch beim Essen die bajuwarische Lebensart nicht ganz außen vor lassen wollte.

Start mit Frühschoppen

Der Sonntag begann mit einem Frühschoppen. Für die musikalische Unterhaltung sorgte der in der Region weithin bekannte "Barde Bernd" mit seinem Repertoire an deutschen und internationalen Schlagern. Seine Interpretation des Klassikers "Nessun dorma" aus der Oper Turandot sorgte nicht nur bei den diesmal vier italienischen Laufbedienungen für begeisterten Applaus.

Was das Essensangebot betrifft, gab es das gleiche Angebot wie am Abend zuvor, bereichert um einen Rinderbraten mit Altbiersoße, Knödeln und "Bayerisch Kraut", einem Weißkrautgericht. An beiden Tagen gab es - nicht nur als Verdauungshilfe - die edlen Brände und Liköre aus vereinseigener Produktion. Der Meister der edlen Brände , Alfred Lerch hatte eigens für das Fest einen neuen - einen Erdbeer-Rhabarber-Likör kreiert, der auch fleißig verkostet wurde und von dem größere Mengen in Flaschen sogleich nachbestellt wurden.

Auch Kaffee und Kuchen wurden wie jedes Jahr zum Sommerfest angeboten, wurden aber wegen der schwülen Hitze am Sonntagnachmittag nicht ganz so nachgefragt wie vielleicht bei gemäßigteren Temperaturen.

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