Lisa Becker Bürgermeisterkandidatin der Grünen in Blieskastel

Blieskastel : Sie taucht nur in ihrer Freizeit ab

Lisa Becker ist Bürgermeisterkandidatin der Grünen in Blieskastel. Für Politik sensibilisiert hat sie ein Lehrer auf dem Leyen-Gymnasium.

An Ideen mangelt es den Grünen in Blieskastel nicht: Mit dem Blieskasteler Wimmelbild am Hause Pahl/Frenzel ist ihnen ein klassischer Hingucker gelungen (wir berichteten). Und mit der Bürgermeisterkandidatin Lisa Becker wurde eine 29-jährige Rechtsanwältin als Anwärterin auf den Chefinnen-Sessel in der Verwaltung auf den Schild gehoben, die bei einer Wahlmehrheit sicherlich eine der jüngsten Verwaltungschefs im Saarland wäre. Dabei kann Lisa Becker bereits in jungen Jahren auf eine beeindruckende politische Laufbahn zurückblicken. Aber der Reihe nach: Termin bei der Kandidatin in einer gemütlichen Wohnung inmitten der Blieskasteler Altstadt. Langweilig wird es der Kandidatin dieser Tage nicht. An diesem Samstagmorgen hat sie das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern an einem Infostand in der Blieskasteler Innenstadt gesucht. Nach dem Termin mit dem Mann von der Presse geht es am Nachmittag weiter. Ein Weizenbierfest in Blickweiler ist ein fester Termin im Wahlkampfkalender. Schließlich kommt der Ministerpräsident des Saarlandes, da ist es in diesen Tagen auch ganz gut, wenn sich die Grünen mit ihrer Kandidatin sehen lassen.

Was treibt eine junge Frau um, sich politisch zu engagieren, gar das Bürgermeisterinnenamt in Blieskastel anzustreben? „Für Politik sensibilisiert hat mich ein Lehrer auf dem Von der Leyen-Gymnasium. Und dann war da die Sache mit dem Konzertsaal des P-Werks. Dort habe ich mich zusammen mit Freundinnen und Freunden engagiert, am Ende hatten wir dann Erfolg, es gab wieder Konzerte im P-Werk“. Und so glaubt sie auch, junge Menschen an die Politik heranzuführen: „Es muss ein konkreter Anlass sein. Ansonsten ist Politik wahrscheinlich für Jugendliche sehr abstrakt“, zeigt sich die grüne Kommunalpolitikerin überzeugt. Lisa Becker ist in Webenheim und Wolfersheim aufgewachsen, hat später an der Uni in Saarbrücken Jura studiert. Heute ist sie Rechtsanwältin in einer Püttlinger Kanzlei mit dem Schwerpunkt Verwaltungsrecht. In der Partei Bündnis 90/Die Grünen war sie schon früh erfolgreich, vor allem in der Grünen Jugend, wodurch sie dann auch als Mitglied in den Landesvorstand der Partei gewählt wurde. Sie fühlt sich sehr wohl bei den Grünen in Blieskastel, da gäbe es noch keine politischen Konkurrenz- oder Grabenkämpfe: „Bei uns läuft es sehr freundschaftlich, ja fast familiär ab. Da gibt es keine politischen Neider“. Die Entscheidung, Bürgermeisterin in Blieskastel werden zu wollen, sei ihr schon vor längerer Zeit gekommen. Sie sei immer von dem Gedanken angetrieben, „die Dinge, die in meinem Umfeld schieflaufen, zu ändern und mich für meine Heimat einzusetzen“. Insofern sei ihr auch die Arbeit im Stadt- und Ortsrat ein wichtiges politisches Betätigungsfeld. Man könne in Blieskastel noch Vieles ändern und voranbringen, auch ohne viel Geld.

Was würde sie als erstes tun, wäre sie Bürgermeisterin und könnte ohne Rücksicht auf politische Mehrheiten oder finanzielle Zwänge agieren? „Ich würde alle Kindergärten und Kitas ausbauen und sanieren, mehr Plätze zur Verfügung stellen und dem Personal alle Qualifizierungsmöglichkeiten eröffnen“, unterstrich die Bürgermeisterkandidatin. Sie möchte den Gedanken der Biosphäre weiter ausbauen und vorantreiben, Blieskastel sei „prädestiniert, ein Leuchtturm in der Biosphäre zu sein“. Sie sieht gute Möglichkeiten, Blieskastel als Zentrum und zum Vorreiter in Sachen Ökologie und Nachhaltigkeit zu etablieren. „Meine Vision ist eine Stadt, in der alle Generationen – von jung bis alt – zusammenleben, sich wohlfühlen und voneinander profitieren“. Die junge Rechtsanwältin ist seit acht Jahren mit ihrem Freund Marc-Denis Toussaint zusammen, überhaupt sei ihr die Familie sehr wichtig.

In der Freizeit geht sie ihrem großen Hobby Reiten nach, mit dem eigenen Pferd streift sie dann durch den Bliesgau. In ihrer doch nun sehr begrenzten Zeit joggt Lisa Becker, auch Tauchen ist ein Hobby. Aber auch Kochen und Backen sind Leidenschaften, sie ist inzwischen bekannt für ihre Dampfnudeln nach dem Rezept ihrer Oma Ilse, wie sie beim Besuch unserer Zeitung abschließend erklärt.

www.blieskastel.de

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