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Leserbriefzur Windkraft-Diskussion in Blieskastel

Leserbrief zum Thema Windkraft in Blieskastel : Hat wieder die Natur verloren? Windkraft in Blieskastel

Windkraft in Blieskastel

Während die Bürger mit Lockdown, Corona und Arbeitsplatz-Ängsten beschäftigt sind, haben Grüne und SPD beschlossen, noch schnell und unauffällig den Bau von 21 Windkraftanlagen an der Bevölkerung vorbei durch den Stadtrat Blieskastel zu peitschen. Hier stellt sich die Frage, ob den Akteuren bekannt ist, dass es sich bei dem betroffenen Gebiet um ein Biosphärenreservat handelt, welches als natura2000 Gebiet ausgewiesen ist und nicht umsonst von der Unesco anerkannt wurde. „Biosphärenreservat“ bedeutet „Leben bewahren“. Schon bei einem früheren Projekt in Blieskastel haben viele Bewohner gegen ein an Zerstörungswahn grenzendes Vorhaben protestiert, von dem sie erst erfuhren, nachdem alles schon in „trockenen Tüchern“ und der Widerspruchstermin darüber hinaus leider „versäumt“ war. Diese Tatsache ist dabei nicht nur moralisch mehr als fragwürdig.

Ein großer Dank gilt den Journalisten der Saarbrücker Zeitung, Michèle Hartmann und Erich Schwarz, die mit ihrem kritischen Zeitungsbericht vom 12/13. Dezember die Sorgen und Ängste der Bürger auf den Punkt gebracht und dadurch öffentlich gemacht haben. Wo bleibt die Transparenz und der offene Umgang der Rathausspitze mit der Bevölkerung? Ist Kritik unerwünscht? Wo ist das Gespräch mit den Betroffenen, die die Konsequenzen tragen müssen? Die Windkraftanlage in Webenheim ist augenscheinlich ein negatives Beispiel dafür, wie Tierschutz, Lärmschutz und Windhöffigkeit zurechtgebogen werden können. Hat auch jetzt wieder die Natur verloren, wenn es nur um den Profit von Stadt, Konzernen und Investoren geht? Geschützte Arten? Gesunde Wälder? Anscheinend alles egal!

Der Bliesgau hat mit die meisten Sonnenstunden – warum wird hier der Ausbau der Photovoltaik nicht weiter gefördert? Windkraft um jeden Preis? Nein! Wir tragen heute die Verantwortung für unsere Natur von morgen und für unsere Nachkommen. Ein Biosphärengebiet sollte auch Biosphäre und eine kleine Chance für die Natur von morgen bleiben.