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Leserbrief zur Windkraft in Blieskastel

Leserbrief zur Windkraft in Blieskastel : Zynische Argumentation

Windkraft in Blieskastel

Landrat Gallo schreibt als Vorsitzender des ZWECK-Verbandes Biosphäre, dass die Biosphäre in der Verantwortung steht, neue Wege in der Stromerzeugung zu gehen. Die geschützte Kernzone ist außen vor. Damit bestätigt er unsere Befürchtung der Konzentrationszone, die ja in den Plänen ausgewiesen ist und beantwortet meine Frage: Werden wir zur abgehängten Region? Ja, das werden wir. Noch sind Bauplätze schwer zu bekommen, noch wird viel dafür gezahlt.Noch können wir unsere Eigenheime zu vernünftigen Preise veräußern. Wer aber nimmt es in Kauf, in einem kleinen Ort zu wohnen, wenn er sich nicht bewusst für den Lebensraum entscheidet?

Uns wird eine finanzielle Bürgerbeteiligung versprochen und damit hofft man, den Widerstand zu brechen. Machen wir uns nichts vor, die Gelder fließen doch nicht zu den Betroffenen, sondern erst einmal in die geschützte „Kernzone“, in die Kassen der Stadt. Wie viel wirklich in der betroffenen „Randzone“ ankommt, davon können wir ein jahrzehntelanges Lied singen.

Die Klimaverbände packen das Damoklesschwert des Klimawandels aus, argumentieren für die Windkraftanlagen und unterstellen den Betroffenen wenig stichhaltige Argumente wie unsere Natur sei so schön. Dagegen verwahren wir uns, wir wollen Beiträge leisten, aber sinnvolle. Wir wollen nicht den nur schönen Anblick bewahren, sondern Biotope schützen. Wir wollen nicht die zynische Argumentation übernehmen, warum schützen wir Tierarten, die der Klimawandel hinwegraffen wird? Wir wehren uns gegen das Aufwiegen unterschiedlicher Umweltschutzaspekte gegen die Scheuklappenpolitik der Windkraftlobby.

Mich überzeugt die Sinnhaftigkeit der Anlagen nicht. Wir leben nicht in einer besonders geeigneten Region für Windkraft, es wird viele Situationen geben, an denen die Anlagen stillstehen müssen und zwar täglich, z. B. wenn die Milane und die Fledermäuse fliegen oder tagelang, wenn die Zugvögel über uns hinwegziehen, um nicht zu Tötungsmaschinen zu werden. Die Anlagen werden stillstehen, wenn sie zu viel Strom liefern. Und, lieber Herr Gallo, ja, wir leben nicht in einem Naturreservat, denn in Deutschland sind nur 6,3 Prozent der Flächen geschützt. Und das, obwohl 2015 in Europa 36 Arten ausgestorben sind, eine erschreckende Zahl von 1677 Tierarten vom Aussterben bedroht sind und die Bedrohung der Pflanzenarten ständig zunimmt. Erschreckend, mit welcher Ignoranz hier vorgegangen wird, obwohl doch angeblich hehre Umweltziele im Zentrum stehen, die auch die EU von ihren Mitgliedsstaaten fordert und die sie mit dem Erhalt der Biodiversität unseres Planeten begründet. Genau dafür werden wir mit allen legalen Mitteln in den betroffenen Orten kämpfen. Wir lassen uns nicht für dumm verkaufen!